Ecuador, Teil 2 - Winterpaddeln in Shorts, yuhuuuu!
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Dem Nebel und Regen entfliehen zum Traumwildwasser nach Ecuador. Im zweiten Teil von Norbert Blanks Vierteiler geht es auf den 45km langen Rio Hollin Abschnitt durch einen grandiosen Canyon und eine Höhle - ein "Mamut-Paddeltag"!
Quelle: Norbert Blank
Im Shorti bei 25° im Dezember
Die Straße windet sich auf den knapp 4000 Meter hohen Papallacta-Pass, vorbei an schneebedeckten Vulkanen, um dann sanft von den Anden in Richtung Amazonas abzufallen. So erreichen wir den »Oriente«, den Osten Ecuadors. Auf ca. 2000 Meter über Meer liegt Baeza inmitten ewig grüner Hügel. Die Landschaft mit den schwarz-weiß gefleckten Kühen mutet fast an wie die Tirolwerbung. Das Paddelrevier hier am Rio Quijos lassen wir links liegen – zu kalt. Wir wollen direkt hinunter nach Tena, ins tropisch warme Paddelparadies. Wochenlang sind wir auf den »Bächen« um Tena herum unterwegs. Endlos scheint Länge, Anzahl und Vielfalt der Flüsse in Ecuador: Rio Yatunjacu, Mishualli, Jondachi, Piatua, Anzu, Tena, Pano, Pusuno, Napo ... Und alle münden sie früher oder später in das größte Süßwasserreservoir der Erde, den Amazonas. Wir sind ganz auf uns gestellt, jeden Tag aufs Neue damit beschäftigt, die Strömung zu lesen, die Freunde im Auge zu behalten, den richtigen Paddelschlag zum richtigen Zeitpunkt zu setzen.
Quelle: Norbert Blank
Transport in Tena
Quelle: Norbert Blank
Unterwegs zum Rio Tena
Quelle: Norbert Blank
Rio Tena Oberlauf
Immer wieder wird unser Improvisationstalent gefordert: Ein gerissener Sitzgurt muss ruckzuck genäht werden, eine aufgeschlitzte Paddeljacke mit Klebeband geflickt. Der nächste Paddelladen liegt in Quito, Ersatz für defekte oder verloren gegangene Ausrüstung ist nur mühsam zu beschaffen. Unsere wendigen Boote erlauben ein spielerisches Paddeln, fordern aber so manch pfiffige Lösung beim Verstauen des Gepäcks: In die Ecke passt noch eine Banane, dorthin noch eine Tafel Schokolade. Die obligatorische Flasche Cola, das teilbare Ersatzpaddel und der Wasserfilter werden hinter den Sitz gequetscht. Versorgungsmöglichkeiten unterwegs existieren nicht, selten begleitet eine Straße den Fluss. So bleiben die wenigen Brücken einziger Knotenpunkt mit der Zivilisation. So wie die einsame, verrostete Stahlkonstruktion über den Rio Hollin, ca. eineinhalb Fahrstunden von der Provinzstadt Tena entfernt.
Quelle: Norbert Blank
45 Kilometer Wildwasser warten auf uns, tief im Dschungel, fern jeder Ansiedlung. Wir wollen diesen langen Abschnitt in einem Mammut-Paddel-Tag bewältigen, um anschließend die Annehmlichkeiten und südamerikanischen Schönheiten in der Baum-Bar in Tena zu genießen. Die spannende Fahrt auf dem Rio Hollin führt durch eine Höhle hindurch, über mehrere Stufen und durch grandiose Canyons – Dschungel pur.
Quelle: Norbert Blank
Auf dem Rio Hollin
Quelle: Norbert Blank
Paddeln im Neo-Shorty bei tropischen Temperaturen, während zu Hause der kalte Wind um die Häuser pfeift, yeah baby! Unsere detailgetreuen, topografischen Landkarten im Gepäck zeigen weit und breit nur das dichte Grün des Regenwaldes. Eine Möglichkeit, die Fahrt unterwegs abzubrechen, gibt es nur an wenigen Stellen und die erfordern lange Gewaltmärsche über schlammige Dschungelpfade. Lang werden die 45 Kilometer bis zur nächsten Brücke. Wir geben zehn Stunden Gas, das Paddeln in der Dämmerung gleicht einem erschöpfenden Marathon. Paddelschlag folgt auf Paddelschlag, bis im Mondlicht schemenhaft die erlösende Brücke auftaucht. Unser Fahrer steht freudig winkend neben seinem Pickup am Ufer. Die Fahrt über die Holperpiste nach Tena zum Hotel verschlafen wir.
Im Teil 3 geht es um 'Wenn nicht heute, dann morgen'
Text und Fotos: Norbert Blank
http://www.ecuador-kajak.com
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