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14th Green Race 2009 – The Biggest Show in All Sports
- sl -

Sickline – was ist das? Am Wochenende ging in North Carolina das prestigeträchtigste Extremrennen der USA über die Bühne - das alljährliche Green Race. 136 harte Jungs und 5 noch härtere Mädels trafen sich am ersten Samstag im November High Noon um den diesjährigen Champion unter sich auszupaddeln.


Bild rechts: Boot zum Fluss oder eher andersherum?
Greenboat Greenrace
Quelle: Jakob Käfer
 
Greenrace Gruppenbild
Quelle: Jakob Käfer
 
Zwischen 500 und 800 Zuschauer kamen um das Spektakel zu bejubeln und nahmen dafür sogar die einstündige Wanderung über Stock und Stein in Kauf. Jede Minute haute sich ein Fahrer den eklig ausschauenden Rapid Gorilla hinunter und so viel sei vorweg genommen, nicht alle haben dabei eine gute Figur gemacht.

Das Rennen findet auf den Green Narrows statt und kann getrost als das härteste Extremrennen der Welt bezeichnet werden. Nicht nur die Wildwassertechnischen Schwierigkeiten sind eine Herausforderung auch die Länge. Andrew Holcombes Streckenrekord liegt bei 4:27 und die Höchstschwierigkeiten wie der Rapid Gorilla warten erst in der zweiten Hälfte.

Bild: Andrew Holcomb im "Pencilsharper"
Greenrace Andrew Holcomb
Quelle: Jakob Käfer
 
Seit dem ersten Rennen 1996 mit 16 Teilnehmern ist das Rennen stetig gewachsen und hat sich zum prestigeträchtigsten Extremrennen in den USA entwickelt. Kein finanziell potenter Großsponsor puscht das Event in den Medien. Jedoch wer hier gewinnt hat unter den Creekbootfahrern definitiv die Hosen an. Im Gegensatz zum Sickline Rennen im Ötztal wo Slalompaddlern dominieren, haben beim Green Race die Locals in der 16jährigen Geschichte eine lupenreine Bilanz. Ein Name sticht ganz besonders hervor 6maliger Champion Tommy Hilleke. Es gab immer mal wieder ein paar Versuche von eingeflogenen Europäern das Rennen zu gewinnen, aber ohne Erfolg. Die bisher beste Platzierung hatte der Franzose Eric Deguil als letztjähriger Dritter.
 
Greenrace Gorilla
Quelle: Jakob Käfer
Spannung lag schon seit Wochen in der Luft. Hoch her ging es beim sogenannten Shit-Talken: auf Boatertalk oder in den LVM-Podcasts wurde fleißig übereinander hergezogen. Pat Keller letztjähriger Champion bezeichnete alle Paddler die nicht mitfahren in der neuen Ausgabe des LVM Videomagazins als Pussies und wurde dafür bei der Premiere fleißig bejubelt. Welcome to America! Während des Trainings gab es unter den Favoriten ausgekugelte Schultern, Schwimmer, verlorene Paddel und sogar Boote. Man munkelt Chris Gragtmans Boot klemmt immer noch im Rapid Go Left or Die. Die Bühne für eine große Show war also bereitet.

Bei den amerikanischen Rennen starten umgekehrt wie in Europa, die besten Fahrer zuerst. Der Zweitplatzierte aus dem vergangenen Jahr Chris Gragtmans musste, da Champion Pat Keller verletzt abgesagt hatte (Pussy halt), als erster auf die Strecke. Leider hatte er seine Nerven nicht im Zaum und somit reichte es nur zu Platz 5. Andrew Holcombe pulverisierte seinen bisherigen Streckenrekord um ganze 9 Sekunden. Er gewann mit einer Fabelzeit von 4:18 min vor Isaac Levinson aus Charlotte. Dritter wurde der Franzose Eric Deguil. Bei den Damen gewann Adriene Levknecht mit einem neuen Rekord von 4:59 min vor Shannon Carrol und Laura Farrell. Deutsche Teilnehmer waren leider nicht am Start

Bild: Wenn der Gorilla brüllt, kommen sie alle!
 
Nachdem die Favoriten den Sieg unter sich ausgemacht hatten war Carnagetime angesagt. Und es kam zu einigen Waschgängen speziell die OC1-Fahrer boten eine großartige Show. Ob maßlose Selbstüberschätzung oder übermäßiger Ehrgeiz, man kann über die Gründe mancher Paddler an diesem Rennen teilzunehmen nur Vermutungen anstellen, allerdings freut sich der ein oder andere Mund-Kiefer-Gesicht-Chirurg in der Region Asheville jetzt über einen neuen Kunden. Und man kann nicht einmal behaupten, man hätte sie nicht gewarnt. Nach guter amerikanischer Tradition wird schon im Haftungsausschluss auf die Dummheit dieser Aktion hingewiesen.
Greenrace Zuschauer
Quelle: Jakob Käfer
 
Text: Jakob Käfer

WebTipp: greenrace.lvmvideo.com

Lesermeinungen

10.11.2009   Lesermeinung
Alex
TrustedPaddler
Leicht giftiger und amüsanter Artikel. Super! Aber leider wird auch dieses Event der Macht der Marketing-Strategen nicht auf Ewig Stand halten. Der Wildwasser-„Freigeist“, sowie der unbeschwerliche und abenteuerliche Weg sind davon doch schon längst betroffen und nicht mehr so „frei“. Die meisten Expeditionen und Rennen sind es doch schon lange nicht mehr. Und sind wir doch mal ehrlich, wie froh wären wir Normalsterblichen von einer Brauerei auf unseren Trips gesponsert zu werden. Jeder neue Einfluss ist halt eine Umstellung. Klar, welcher Wildwasserpaddler trainiert –jetzt- schon 2 bis 3x am Tag wie ein Slalomprofi? Vorschlag: Runter von der Couch und schön ne Ausdauergrundlage den Winter lang heizen. Dann kann es mit den Belastungsintervallen über das Frühjahr zum nächsten Rennen weiter gehen. ;)
10.11.2009   Lesermeinung
Gorilla
TrustedPaddler

geil - das ist noch echtes extrem kajaking....

in D/AUT würde man für diese Strecke eine beachtliche Menge Dynamit brauchen um sie wettkampftauglich zu machen.....
 
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