Ein Fluss nach dem Anderen, ganz schnell ohne viel Fahrerei, auch das ist Equador. Die fremdartig gekleideten "Gringos" genießen es und nehmen vom korsischen Wildling bis zur Spielstelle alles mit.
Tena, heute Provinzstadt mit Internetcafe und Disco, war vor gerade mal 15 Jahren ein Indianerdorf im Dschungel, völlig isoliert von der Außenwelt. Rund um die liebenswerte Stadt im »Oriente« sind die Flüsse die Lebensadern der Einheimischen – und für uns die absolute Herausforderung. Zwei Welten treffen hier aufeinander: Kinder, die auf einer Sandbank mit hölzernen Pfannen Gold waschen, Frauen beim Wasserholen, Männer beim Fischfang oder auf der Jagd. Auf der anderen Seite fremdartig gekleidete »Gringos«, die sich durch die Stromschnellen stürzen, kühne Sprünge wagen oder mit den Booten die wildesten Moves durch die Walzen ziehen.

Quelle: Norbert Blank
Am eingangs erwähnten Rio Jatunyacu erfüllt sich unser Traum, einen der Quellflüsse des Amazonas zu paddeln. Am Ausstieg, einem Dorf nahe Tena, gibt es ein kleines Restaurant. In nasser Neoprenkleidung genießen wir bei angenehmen 30 Grad ein kühles Bier, bestaunt von einer großen Kinderschar. »Mañana es otro dia« (Morgen ist auch noch ein Tag), heißt es in Lateinamerika. So warten wir geduldig, bis das Klappern der morschen Holzbohlen auf der Brücke den abendlichen Bus nach Tena ankündigt. Ein Wink genügt und das klapprige Gefährt hält an. Die Kajaks werfen wir aufs Dach und nehmen mit unseren Paddeln zwischen Hühnern, Säcken und Kindern im Bus Platz. »No hay problema« (es gibt kein Problem), egal ob platte Reifen, kaputte Bremsen oder zu zehnt auf der winzigen Ladefläche eines Pickups.
Quelle: Norbert Blank
Amazonakids |
Quelle: Norbert Blank
Huarani Frau |
Die Paddeltage vergehen viel zu schnell. Nach dem leckeren Fruchtsalat und den unvermeidlichen »Huevos«, den Eiern zum Frühstück, „müssen“ wir uns für einen der vielen Bach entscheiden. Meist sind es praktische Tagestrips ohne große logistische Vorbereitungen. Unser Fahrer bringt uns mit seinem Pickup von Tena den kurzen Weg zum Einstieg, heute mal schnell zum »Upper Mishualli«. Ein «boofiges« Vergnügen, über Stufen und im Slalom durch den Steinewald, über kristallklares, sauberes Wasser. Dann mal schnell am nächsten Nachmittag zum Rio Piatua, wunderbar korsisch anmutendes Wildwasser. Oder nur eine Stunde: Runter an den Napo zum Spielen an die Walze.

Quelle: Norbert Blank

Quelle: Norbert Blank
Quelle: Norbert Blank
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Quelle: Norbert Blank
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Die Befahrung des 12 Meter Wasserfalles am Rio Pusuno dagegen erfordert etwas mehr Planung und Zeitaufwand. Versteckt liegt dieses Kleinod mitten im Dschungel nahe Tena. Nur Dank unseres ecuadorianischen Freundes Tarquino finden wir den Einstieg zum Bach – „in the middle of nowhere“ des grünen Paradieses. Hochwasser zwingt unser zu einer Nacht im Dschungelcamp am Flussufer – abwarten bis das Wasser sinkt. Aber statt Wasser und Würmer gibt’s kaltes Bier und Steak vom Holzfeuer. Der fantastische Sternenhimmel und die nächtlichen Geräusche des Dschungels lassen uns dann endgültig süß in den Schlaf fallen. Am Morgen ist das Wasser des Rio Pusuno wieder auf „Normal“ – so schnell wies kommt, geht’s auch meist wieder in Ecuador. Thomas hüpft mal eben schnell im Salto den 12 Meter Fall runter. Kommentar: „Der geht auch rückwärts. Hast es auf dem Foto oder soll ich noch mal fahren?“

Quelle: Norbert Blank
Thomas am Rio Pusuno
Im 4. und letzten Teil berichten wir über 'Ganz ohne linke Dinger - die Schlucht der heiligen Wasserfälle des Rio Upano'
Text und Fotos: Norbert Blank
http://www.ecuador-kajak.com