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Thilo Schmitt, frischgebackener Sickline Weltmeister, hat auch für den trockenen Herbst noch einen Paddel-Tipp in der Hinterhand. Dabei heißt es, Wettervorhersage schauen, Ohren spitzen, aufs Stichwort warten, wenn das fällt, Boot aufs Dach und der Isorno im Tessin läuft.
Vom Isorno im Tessin hat wahrscheinlich schon jeder Wildwasserpaddler gehört. Seinen Ursprung hat diese Wildwasserperle auf italienischer Seite und durchfließt in der Schweiz ein tief eingekerbtes Tal - unter Aufnahme des wohl bekannteren Ribo – in Richtung Lago Maggiore. | ![]()
Quelle: Thilo Schmitt
Foto oben: Olaf Obsommer gibt das Tempo vor |

Moment mal!
Tessin, Herbst, saukalt, kein Wasser, da passen doch ein paar Koordinaten nicht. Könnte man denken. Die Außentemperatur lässt sich auch schwer beeinflussen, für die Suppe im Bach sorgt unter günstigen Umständen jedoch der Urlaubsschreck der Herbstflüchtlinge: Darf ich vorstellen: „Genuatief mein Name!“ Nicht selten entsteht dieses Tief ausgehend von seinem Namensgeber, dem Golf von Genua. Von dort aus kommt es unter Wechselwirkungen von kalten Luftströmen aus dem Norden und warmer Luft aus dem Süden zu plötzlich auftretenden massiven Niederschlägen, deren Ausläufer sogar die Nordschweiz erreichen können. Das heißt im Herbst: Wetterlage beobachten! und wenn der Pegel an der Verzasca explodiert die Boote satteln. | ![]()
Quelle: Thilo Schmitt
Diese Stelle taucht etwas überraschend auf. Vorsicht Rücklauf! |
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Quelle: Thilo Schmitt
Olaf... | ![]()
Quelle: Thilo Schmitt
..direkt nach dem Röhrenfall. |
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Quelle: Thilo Schmitt
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Quelle: Thilo Schmitt
Kältezittern Fehlanzeige
Auf dem Fluss selbst ist dann einiges an Action geboten, angefangen bei einer 30 m langen Rutsche über mehrere 3-5 m hohe Stufen bis zu einem röhrenartigem 7m Wasserfall kurz vor Schluss. Alle Schlüsselstellen, die teils klammartig, teils offen daher kommen sind fahrbar, gut einsehbar und leicht zu umtragen, bis auf eine. Die ist allerdings so schön, das man sie eh fährt. Augen jedoch auf, wenn man den zweiten Steg erreicht. An diesen gelangt man gerade rechtzeitig, wenn man zu frösteln beginnt. Hier befindet sich nun der Standartausstieg, man folgt einfach einem Pfad, der sich auf der orographisch linken Seite befindet. Und auch wer noch nicht genug hat, sollte hier vorerst aussteigen, denn es folgt ein unfahrbarer Wasserfall. Eine Weiterfahrt ist nach etwas mühseliger Umtragung des Falls auf der linken Seite möglich, die folgenden Stellen sind aber nur bedingt fahrbar und da wir ja Herbst haben und es kalt ist, sollte langsam die Sehnsucht nach der Autoheizung aufkommen. Aber langsam ..... für die nächste dreiviertel Stunde muss man erstmal sein Boot den Berg hochtragen um zur Straße zu gelangen. Dabei wird man sich zwar selbst dafür hassen oben eingestiegen zu sein. Wenn man jedoch am Fahrzeug angekommen ist und ins Tal zurückschaut, kann man stolz auf eine kleine Miniexpedition sein, auf der es einem selbst im Herbst bestimmt nicht kalt wird. Der Isorno in der Flussdatenbank >> Bitte beachten: Aufgrund der etwas angespannten Parksituation in Spruga, sollte man am besten nur ein Fahrzeug dort parken und seine Equipment nicht auf dem ganzen Platz verteilen. Aber das versteht sich ja eigentlich von selbst. Einfach zügig umziehen und unauffällig losmarschieren |

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Quelle: Thilo Schmitt
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„Kein schönes aber irgendwie doch einzigartiges Erlebnis, die luxierte Schulter und 15 Stunden Warten auf den Heli im Canyon des unteren Dinkey Creeks.“, so Thilos kurze Zusammenfassung seines ersten Trips. Erst Ende 2005 ist er wieder Beschwerde frei und versucht seitdem, „wenn immer Zeit und Geld da ist, durch die Welt zu tingeln, mit dem Ziel möglichst viel und spannend Wildwasserkajak zu fahren“.
Grad nimmt allerdings die Uni wieder viel Zeit in Anspruch. Das alles geht aber recht gut, denn der nächste Lichtblick wartet bereits in Gestalt eines Flugtickets nach Chile im Dezember. „Dorthin wird mich eine fantastische Gruppe um Jens Klatt, Olaf Obsommer, Philip Baues, Timo Köster und Fabian Dörfler begleiten, naja eigentlich ehrt es mich eher, dass ich sie begleiten darf“, meint Thilo. |
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