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Berichtserie

Drei Wochen auf dem Dach der Welt! Teil 2
- ank -

Im zweiten Teil der großen Himalaya-Reise berichtet Thomas Hinkel von Grand Canyon Asiens. In einer 6-tägigen Tour soll die große Tsarap Chu Schlucht bezwungen werden. Nach einem kurzen Frühstück und dem Bepacken der Kajaks geht es für Florian Primetzhofer und Thomas Hinkel in die Fluten des Tsarap Chus auf über 4200 m über dem Meeresspiegel.



Endlich. Endlich waren wir auf dem Wasser. Vergessen waren die Torturen der letzten Tage. Immer wieder Taxi fahren, Sachen packen, von einem Hotel zum Nächsten und dann auch noch die neunstündige Busfahrt über die holprige Pass-Straße.
HInkel Indien
Quelle: selbst portrait
Thomas und Flo im Nachtlager
 
Aber wir haben es geschafft. Am 14. August saßen wir mittags in unserem Booten auf dem Tsarap Chu, dem rechten Quellfluss des Zanskar. Auf knapp 4200 m spürten wir, wie die dünne Luft durch unsere Lungen ging. Weniger beim ruhigen Dahingleiten auf dem Fluss, als viel mehr beim Besichtigen oder Fotographieren an Land. Nach wenigen Schritten blieb einem einfach die Luft weg.
 
Hinkel Indien
Quelle: Primetzhofer Florian
 
Als ich am nächsten Morgen mit den ersten Sonnenstrahlen aufwachte, stürmte Flo grade panisch aus dem Zelt und rannte davon. Verwundert richtete ich mich auf und lauschte, bis mir klar wurde, was Flo so aufgeschreckte. Unsere letzte Mahlzeit in Leh musste Flo ziemlich auf den Magen geschlagen haben. Nichts desto trotz waren wir gut gelaunt und packten unsere Boote. In den kommenden Tagen gewannen wir in dieser Hinsicht immer mehr Routine. Wir waren gespannt was der Fluss uns heute bieten würde. Unserern Informationen nach sollte die erste Portage auf dem heutigem Abschnitt liegen. Viele Gedanken strömten mir durch den Kopf: "Müssen wir wirklich umtragen oder lässt sich die Stelle vielleicht doch fahren?"
 
Hinkel Indien
Quelle: Primetzhofer Florian
 
Zunächst ging es in eine enge Klamm, wo sich der hundert Meter breite Fluss auf wenige Meter zusammen stauchte. Die Schwierigkeiten erreichten jedoch maximal den dritten Wildwasser Schwierigkeitsgrad. Trotzdem mussten wir schon hier feststellen, dass es etwas ganz anderes ist, mit knapp 10 kg Gepäck im Boot zu paddeln. Einfache und schnelle Richtungsänderungen sind kaum möglich, weil man die ganze Zeit mit Konterschlägen darum bemüht ist, das Heck in einer geraden Linie zuhalten. Also, immer schön vorausschauend fahren. Mit einem schummrigen Gefühl fuhren wir in den nächsten Boxcanyon ein. Wir konnten ihn nicht voll überblicken und scouten war ebenso wenig möglich. Wir wussten, dass wir mit leichtem Hochwasser unterwegs waren und das heute die erste Portage kommen sollte. Doch ohne wirkliche Schwierigkeiten fuhren wir wieder aus der Klamm heraus. Erst nach weiteren fünf Kilometern versperrten uns große Felsblöcke die Sicht. Am linken Ufer konnten wir gut aussteigen und die Stelle einsehen. Unfahrbar war die Stelle nicht, es gab sogar eine „Actionline B", aber mit vollen Booten und der dünnen Luft im Nacken wollten wir kein Risiko eingehen und umtrugen.
HInkel Indien
Quelle: Primetzhofer Florian
 
Hinkel Indien
Quelle: Primetzhofer Florian
 
Wenige Kilometer nach der ersten Portage sollte eine Engstelle mit starken Unterspülungen auf uns warten. Entsprechend vorsichtig fuhren wir, so bald sich der Fluss verengte. Als wir die Stelle entdecken, stiegen wir zum Erkunden aus und fragten uns, ob wir an der richtigen Stelle seien. Entweder hatte das Hochwasser alle Schwierigkeiten verschluckt oder unser Informant lag völlig daneben. Der Fluss verengte sich auf knapp einen Meter Breite. Der dortige Felsen mochte auch unterspült sein, aber wirklich schwer konnte man die Stelle nicht nennen.
 
Hinkel Indien
Quelle: Primetzhofer Florian
Hinkel INdien
Quelle: Primetzhofer Florian
 
Die nächsten 30 Kilometer waren eher schnell fließend im WW I-II Bereich, aber umrahmt von zahlreichen 5000 m hohen Bergen. Am Zufluss des Lumen schlugen wir an einer wunderbaren Kiesbank, mit genügend Treibholz für ein kleines Lagerfeuer, unser Camp auf.
 
Phuktal Hinkel
Quelle: Primetzhofer Florian
Tag 3
Am heutigen Tag sollte unsere längste Tour stattfinden, die technisch am Anspruchsvollsten war.
Schon eine Kurve nach dem Start, an der Lumen-Mündung, beginnt ein schöner WW III-IV Abschnitt, der uns ausgeruht richtig viel Spaß bereitete. Am späten Vormittag erblickten wir am rechten Ufer das Phuktal Compa, das wohl spektakulärste Kloster in Ladakh. Es schaut aus, als sein es aus dem Fels gewachsen. Natürlich konnten wir es uns nicht nehmen lassen, das Kloster aus der Nähe zu betrachten und machten uns an den Aufstieg Richtung Kloster.
 
HInkel INdien
Quelle: Primetzhofer Florian
 
Nach einer ausgiebigen Erkundung, die schätzungsweise ein bis zwei Stunden gedauert hatte, machten wir uns wieder auf den Weg. Der Fluss belohnte uns deswegen mit einem knackigem WW IV-Abschnitt. Angetrieben von diesem Genuss legten wir auch die darauf folgenden zwanzig Kilometer (leichtes Wildwasser) zurück. Der Tag war nun schon lang geworden und wir entschlossen deshalb nach einem Schlafplatz Ausschau zu halten. Völlig unverhofft sahen wir auf einmal Straßenbaumaschinen am linken Ufer. Sie kündigten die Reru-Falls an, die wohl schwerste Stelle auf dem Tsarap Chu. Eigentlich hatten wir geplant, diese erst am Folgetag zu erreichen, denn laut unseren Informationen soll das Umtragen mehrere Stunden dauern und es war schon später Nachmittag.
HInkel INdien
Quelle: Primetzhofer Florian
 
Ändern konnten wir leider nichts an der Situation, also stiegen wir aus und kletterten fast eine Stunde am schwierigem Ufer (große, scharfkantige, zum Teil lockere Felsbrocken) entlang, um alle Möglichkeiten abzuwiegen. Komplett umtragen? - Zu schwer und zeitaufwändig. Fahren? - Nach langen Diskussionen zu gefährlich.
Also blieb uns nur der Mittelweg. Wir umtrugen die ersten hundert Meter, sehr mühsam am und durch den Fluss, stiegen dann im Micro-Kehrwasser ein und fuhren nacheinander den unteren Teil der Reru-Falls.
Prompt wurden wir auch von einem allseits bekanntem Sprichwort belehrt. „Was von oben aussieht wie III ist meistens nicht leichter." Mit erschrecken mussten wir feststellen, dass wir uns nur den ersten Teil genauer angeschaut hatten und der zweite Teil von oben garnicht so schwer aussah. Eine klare Linie hatten wir und ausgeschaut. Doch die ach so klare Linie war dann vom Boot aus viel schwerer auszumachen, da man die drei Meter hohen Wellen und Walzen kaum überblicken konnte. Mit viel Geschick und ein bisschen Glück ging dennoch alles gut und wir konnten uns freuen, zumindest einen Teil der Reru-Falls befahren zu haben.
 
HInkel Indien
Quelle: Primetzhofer Florian
Hinkel Indien
Quelle: Primetzhofer Florian
 
Für die ganze Aktion ging viel Zeit drauf und noch hatten wir keinen Schlafplatz erreicht. Aber dafür wurde das Wildwasser immer besser. Gut 10 Kilometer sauberes und allerfeinstes Wuchtwasser im viertem Schwierigkeitsgrad ließ unser Abenteuerherz höher schlagen. Mitten während der Fahrt erblickten wir dann glücklicherweise doch noch eine gut aussehende Kiesbank. Um etwa 19 Uhr stiegen wir aus den Booten! Was für ein Tag. Gute neun Stunden waren wir heute unterwegs. Im dunkeln wurde noch schnell das Essen zubereitet, bevor wir uns glücklich und zufrieden zu Bett begaben.

Text: Thomas Hinkel/playboaters.de

Sponsoren: denk.com || paddle-poeple.com || bliss-stick.de
Hinkel Indien
Quelle: Primetzhofer Florian
 
...Fortsetzung folgt ...

Lesermeinungen

30.09.2008   Lesermeinung
Daniel Herzig
TrustedPaddler
i will's aber trotzdem sehn ;) chillboodie
25.09.2008   Lesermeinung
Horst Hattinger
TrustedPaddler

He herzogin! Schau da di büdl an, dann brauch i da di mein nimma zoagn:-)free tibet
24.09.2008   Lesermeinung
Daniel Herzig
TrustedPaddler
auch will!!!
24.09.2008   Lesermeinung
Horst Hattinger
TrustedPaddler

owa saukoid is kajaken do oben goi:-)vor allem wenn man sie das "neuwertige" zeig so wie i in leh ausleiht
 
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