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Mit dem Faltboot um Europa - Teil 3
- jup -
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| Gefiederte Begleitung Bereits in der Stadt Crotone in Calabrien haben die Ulms "Verstärkung" in ihrem Team aufgenommen. Seit drei Monaten ist Outdoor- Ente "Enza" nun mit dabei und entwickelt sich zu einem stattlichen und klugen Begleiter. "Wenn ihm zu heiß ist springt er einfach vom Kajak ins Wasser, Schwimmt eine Zeitlang neben uns her, badet sich und wenn wir zu schnell paddeln, schimpft er kräftig und hüpft zurück aufs Boot." Anfang August erreichen die Ulms Neapel. Die Freude über das Paddeln in der Nähe einer Großstadt ist gering. Dreckiges Wasser, unsaubere Strände und extremer Schiffsverkehr – trotzdem baden die Menschen im Meer. "Angefangen von großen Containerschiffen bis zu kleinen Motorbooten geht es hier zu wie auf der Autobahn!" Schon nach wenigen Tagen kehren sie der Stadt den Rücken und folgen der Küste weiter bis Rom. "Der Tag an dem wir in Rom ankamen, war ein Spitzentag für uns – 53 Kilometer in 11 Stunden!" In Rom stehen wieder einmal Pressemeetings und andere organisatorische Angelegenheiten auf dem Programm, dennoch bleibt Zeit sich die Stadt genauer anzusehen. Bild rechts: Outdoor-Spezialist Enza mit Franziska | ![]() |

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![]() | Der Winter naht nun wieder in großen Schritten und die morgen Toilette wird wieder zur Katzenwäsche. Bei Bocca Di Magra erreichen die beiden Paddler das Ligurische Meer, das bereits das sechste Meer auf ihrer Reise ist. In Bocca die Magra verbringen die Ulms auch Weihnachten. "Die Polizei brachte uns am 24.12. einen großen Kuchen und eine Flasche Spumante ans Zelt. Am 25. waren wir bei einer italienischen Familie zu einem ausgiebigen Essen eingeladen." Bild links: Segeln erleichtert das Weiterkommen |
| Im Nationalpark Cinque Terre paddeln Rainer und Franziska tagelang an der felsigen Küste und verschlafenen kleinen Örtchen entlang. Eine dieser Ortschaften "Riomaggiore" bleibt ihnen dabei ganz besonders im Gedächtnis. "An diesem Tag blies der Tramontana, (aus dem Norden und sehr kalt) mit starken Fallwinden von den Bergen herab und auch die hohe Felsküste bot keinen Schutz. Immer wieder wurden wir von den starken Böen gerüttelt, dass es uns fast die Paddel aus der Hand riss." Kampf mit dem Sturm "Die Gefahr aufs Meer hinaus geblasen zu werden war groß. Vorwärts gepeitscht von extremen Böen, wobei wir nur unsere Paddel in den Wind hielten, ging es um ein Cap. Vor uns sahen wir Riomaggiore, doch der Wind kam nun plötzlich von vorne. Immer wenn wir uns einige hundert Meter vorwärts gekämpft hatten sehen wir auf dem Wasser eine Böe auf uns zukommen, wenige Minuten später waren wir wieder an die Anfangsstelle am Cap zurückgeworfen. Erst beim fünften Versuch und nach zwei Stunden gelang es uns den Hafen zu erreichen." Bild rechts: Rainer mit Enza II | ![]() |

![]() | Vorbei an Genua geht es entlang der Ligurischen Küste weiter bis Monaco. Vom Yacht Club de Monaco werden die beiden Extrempaddler für vier Tage in ein Hotel eingeladen. "Die Mitglieder des Yacht Clubs leben in einer ganz anderen Welt – ein kleiner Schock für uns, von all diesem Luxus umgeben zu sein." Entlang der Côte d’ Azur geht es vorbei an traumhaften Sandstränden und abwechslungsreichen Felsküsten bis zum Rhône Delta. Bild links: Romantische Küche am Hafen... Bild links unten: Lecker! Hummer frisch harpuniert Bild unten: Der Wind fordert Tribut - kapute Segel. |
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| Ab Port St. Louis wählen die Ulms den Weg über die Kanäle. Zunächst paddeln sie über die große und die kleine Rhône, den Kanal Sete und den Bassin de Thau in den Kanal Midi. "In den Schleusen erlebten wir so einiges, aber am meisten beeindruckt hat uns wohl das Paddeln über die Brücke. Man hat das Gefühl der Kanal geht über die Berge." Auch die siebenfache Schleuse bei Bezier entwickelt sich zu einem Abenteuer. Wieder ist eine Genehmigung notwendig, was also tun?
Knappe Sache "Wir trafen vier Deutsche auf Hausbooten die sich kurzerhand entschlossen, unsere Boote seitlich festzumachen und unsere Boote so durch die Schleusen zu bringen." Ein gewagtes Unternehmen das beinahe in einer Katastrophe endet. "In den Schleusen werden immer vier Boote auf einmal reingezwängt und unsere Kajaks waren in der Mitte." Für die Bootsleute bedeutet das zwei Stunden höchste Konzentration, damit die Faltboote nicht zerdrückt werden. "Wir würden das nicht noch mal machen - es war Wahnsinn!" erinnern sich die Ulms. Bild rechts: Austernfangen in Frankreich | ![]() |
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![]() | Bilder oben: Zwei Jahre lang war Faltboot-Ente "Enza II" mit den Ulms auf Tour. All die Aufregung wird durch die wunderbare Landschaft entlang der Kanäle entschädigt. Flamingos und Pelikane sind in den Etangs heimisch. "Der Weg über die Kanäle war wunderschön und sozusagen etwas Urlaub für uns, es gab kein Kämpfen gegen Wind und Wellen und das Anlegen am Ufer war leicht." "Einfach genial zum Paddeln" Über 8000 Kilometer haben Rainer und Franziska Ulm bereits bewältigt, Italien und Frankreich liegen hinter ihnen. Tiefblau zeigt sich das saubere und klare Wasser der Costa Brava. "Einfach genial zum Paddeln." Nicht umsonst wird die Costa Brava auch "Wilde Küste" genannt. "Von der französischen Grenze zieht sie sich mit felsigen Meeresarmen, mit Kiefern bewachsenen Felsküsten, geschützten Buchten und goldenen Sandstränden nach Süden bis Loret de Mar." Bild links: Ein Loch im Boot |

| Während des Sommers sind die Tage unglaublich heiß, die Hitze quält die beiden Paddler. "Die Hitze laugte uns aus. Trinken ist wichtig, zum essen mussten wir uns abends zwingen. Rainer ging oft Harpunieren und holte Muscheln die wir gleich roh verspeisten. Köstlich!"
Über Barcelona führt die Route weiter nach Valencia, Peniscola in Richtung Gibraltar. "Das Küstengebiet vom Kap Palos an, über Cartagena, Mazarron bis Almeria ist wild zerklüftet, mit steil abfallenden Felsen die wenig erschlossen und bebaut sind. Ein Traum nicht nur für Paddler, da man an vielen stellen einsame Buchten findet." Gibraltar in Sichtweite Das Jahr vergeht, Gibraltar rückt immer näher und immer Meer Segler warnen die Ulms. "Wahrscheinlich war Franziska schon in Gedanken am Atlantik draußen, als sie beim Kreuzen einer Bucht unter Besegelung kenterte. Nach langem Schöpfen und gegen den Wind ankämpfen erreichten wir den Strand – Franziska zähneklappernd und durchgefroren – war ja Winter." Nach Estepona wird der Blick immer öfter frei auf den Affenfelsen von Gibraltar. Bild rechts: Hochsommer in Spanien | ![]() |
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