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Grabner - ein externer Blick auf den Luftbootspezialisten!
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Ein externer Blick auf einen eingefahrenen Markt ist meist sehr interessant. So geschehen im aktuellen Silver Print-Magazin von Bert Estl. Er liefert einen Blick hinter die Kulissen von Bootsbauer Grabner.
 
„Aufblasboote“ gelten allgemein als Wegwerfartikel. Nicht so die „Gummi-Luftboote“ des niederösterreichischen Erzeugers Grabner. Seit über 25 Jahren steuert das Unternehmen mit Qualität und Nachhaltigkeit durch jede Flaute.

Wolfgang Grabner, Gründer und General Manager des in der Mostviertler Stadtgemeinde Haag angesiedelten Unternehmens Grabner GmbH, redet gerne von Luft. Konkret von der Menge an Luft, die es braucht, um aufblasbare Boote auch für den Sport- oder gar Expeditionsgebrauch verwendbar zu machen. 0,3 Bar muss dafür in die in die Schläuche gepumpt werden, und weil Wolfgang Grabner ein besonderes Verhältnis zur Qualität pflegt, sind Grabner-Boote als weltweit einzige auch tatsächlich für einen Betriebsdruck von 0,3 Bar ausgelegt. Das hat den Erzeuger aus der 5.500-Einwohner-Gemeinde zu einem Global Player gemacht. Luftboote erreichen zwar nie die Steifheit eines Festrumpfbootes und sind dadurch in der Regel langsamer und weniger spurstabil, haben aber andere Vorteile. Sie sind stoßunempfindlich, ermöglichen eine hohe Zuladung und verhalten sich auch in wilden Gewässern gutmütig. Im Gegensatz zu Feststoffbooten sind sie problemlos zu lagern und transportieren und gegenüber Faltbooten schnell und einfach auf- und abgebaut.
Silver Magazib Grabner
Quelle: Olah (olah.at) Stefan
 
Wolfgang Grabner wird aber auch nie müde, die Besonderheiten seiner Luftboote hervorzuheben:
Grabner-Boote sind vielseitig, da sie besegelt bzw. motorisiert werden können. Grabner-Boote sind robust und umweltfreundlich, weil sie aus dreilagiger Bootshaut bestehen. Das Polyester-Trägergewebe ist außen mit Kautschuk und innen mit einer Butylkautschukmischung beschichtet und kann daher im Gegensatz zu sonst oft üblichen PVC-Folien problemlos entsorgt werden. Bei der Produktion werden die fertig zusammengeklebten Boote heißvulkanisiert. Unter Hitze und Druck verändert sich der Kautschuk von einem plastischen in einen elastischen Zustand. Dabei verbinden sich die einzelnen Teile luftdicht. Durch dieses Verfahren erreicht das Material eine erstaunliche Belastbarkeit – nur indirekt zum Vorteil des Herstellers, wie Wolfgang Grabner im Gespräch feststellt: „Es ist natürlich schon etwas schade für uns, dass die Boote so 20 Jahre und länger halten.“
 
Bootsabenteuer

Die Liebe zum Bootssport und dem Reisen wurde Wolfgang Grabner bereits in die Wiege gelegt. Schon als Kind saß der Unternehmer, Abenteurer und Buchautor gemeinsam mit seinem Vater im Klepper-Faltboot, von ihm erbte er auch seine Leidenschaft für die Fliegerei. Seine berufliche Karriere begann Grabner bei einem Linzer Sportartikelhändler. Nach der Lehrzeit im Ein-, dann im Verkauf und in Folge im Management an der Seite von Ludwig und Dietmar Eybl. Mit 29 übernahm er den Familienbetrieb in Haag. Da ihm die Greißlerei zu wenig war, startete er zusätzlich eine Produktion von Wintersportaccessoires und Schwimmwesten. Anfangs dafür belächelt, in einem Binnenland Schwimmwesten herstellen zu wollen, entwickelte sich der Bereich äußerst erfolgreich und bald stattete Grabner die Elite der Wassersportler damit aus.
Silver Magazin Grabner
Quelle: Olah (olah.at) Stefan
 
Die Angebotspalette wurde laufend weiterentwickelt und reicht heute von Schwimmlernhilfen für Babys, dem Freizeit und Sportbereich bis hin zu Rettungswesten für den Feuerwehr- und Wasserarbeitergebrauch.
 
Silver Magazin Grabner
Quelle: Olah (olah.at) Stefan
Dass Wolfgang Grabner schließlich auch zum Bootsbauer wurde, ist trotz seiner Affinität dem Zufall zu verdanken, wie er gerne erzählt: „Ich wollte mein Semperit-Schlauchboot mit einer Besegelung ausstatten und bin zu deren Werk in Kirchberg in Oberösterreich gefahren, um dafür Komponenten einzukaufen.

Dort musste ich erfahren, dass das Werk geschlossen wird. So bin ich anstatt der Besegelung mit einer ganzen Bootsfabrik nach Hause gekommen.“

So einfach war das natürlich nicht, der Betrieb lag damals am Boden, und so wurde rasch an der Entwicklung einer eigenen Bootsserie begonnen. Neben einer Weiterentwicklung erfolgreicher Semperit-Modelle wie der „Forelle“ konnte bereits nach 2 Jahren als Weltneuheit das „Outside“ vorgestellt werden. Das Kultboot gilt als eigenständiger Bootstyp, wird seit nunmehr 20 Jahren weitgehend unverändert produziert und prägte eine eigene Befahrungsart von Wildwasserflüssen, das „Outsiden“. Der Erfolg dieses Modells wurde zum Rettungsanker von Grabners wirtschaftlichen Bootsabenteuer.
 
Innovation

Heute fertigt die Grabner GmbH mit rund 100 Mitarbeiter etwa 3000 Boote im Jahr von denen 90 % in 40 Länder exportiert werden. Aufgeteilt nach Bootstypen liegen an erster Stelle die Kajaks, gefolgt von den Canadiern und den Allroundbooten. Die Raftingboote, die bereits vor 15 Jahren ihren Boom hatten, bilden derzeit den Abschluss. Als aktueller Beststeller gilt aber der durch eine intensive zweijährigen Weiterentwicklung verbesserte Katamaran „Happy Cat“, der in seiner Urform bereits vor 50 Jahren von Semperit gebaut wurde.
 
Das aktuell 28 Modelle umfassende Sortiment wird laufend den Anforderungen und Wünschen der Kundschaft sowie des Marktes angepasst. So wie ein 2009 vorgestellter aufblasbarer Wildwasserkurzkajak, mit dem auf den Beförderungsstopp vieler Fluglinien von Hartschalenbooten reagiert wurde. Für die Saison 2010 wurde bereits ein weiteres neues Modell auf der Kanumesse Nürnberg präsentiert. Speziell für die Hauptzielgruppe der Grabner-Boote, den „Best Agern“ bietet das Familienboot „Riverstar“ Platz für bis zu 3 Personen und auch für Mutti die nötige Sicherheit und den gewünschten Komfort beim Bootfahren. Die Generation 49+ gilt allgemein als Motor der Outdoor-Industrie (vgl. SILVER 20, „Luftreserve“ Seite 20, 21) und ist auch bereit für die Grabner-Qualität den höheren Anschaffungspreis in Kauf zu nehmen.
Silver Magazin Grabner
Quelle: Olah (olah.at) Stefan
 
Der Innovationsgedanke wird in allen Unternehmensbereichen hochgehalten. So wurde bereits 1979 die erste EDV-Anlage für Auftragsbearbeitung und Lagerverwaltung installiert. Nach Umstieg auf die AS/400, die von IBM 1988 auf den Markt gebracht wurde, konnte das Unternehmensnetzwerk aufgebaut werden. Wie wichtig aber das Internet für das Unternehmen wurde, hat selbst den vorausblickenden Unternehmer Wolfgang Grabner überrascht. „Vor 3 Jahren hätte ich noch etwas ganz anderes gesagt, aber inzwischen ist das Internet so wichtig wie sonst gar nichts. Als mir vor ein paar Jahren prognostiziert wurde, dass es in Zukunft nicht mal mehr einen Katalog geben werde, habe ich das für einen Faschingsscherz gehalten. Aber inzwischen sehen wir an den Zugriffzahlen – und noch wichtiger – aus der von der Website und dem Newsletter ausgehenden Kommunikation die immense Bedeutung dieses Mediums.“
 
Silver Magazin Grabner
Quelle: Olah (olah.at) Stefan
Selbstverständlich gibt es nach wie vor alljährlich den 120-seitigen Katalog und das Kundenservice-Magazin in gedruckter Form. In Umfang an Information und Aktualität kann das aber nicht an die über 1.500 Einzelseiten umfassende und mit zahlreichen Bildern und Videos aufbereitete Website heranreichen. Neben den einzelnen Bootsmodellen findet sich dort alles rund ums Bootfahren, von der Wetter- und Knotenkunde, Reiseberichten, einem Forum und der Unternehmensgeschichte. Wer all dies aber doch gerne in gebundener Form in Händen halten möchte, kann auf das heuer in der zweiten Auflage erschienene Grabner-Buch „Bootsabenteuer“ zurückgreifen. Auch seine Reisen im Sportflugzeug über ganz Europa und rund ums Mittelmeer hat Wolfgang Grabner inzwischen in seinem Buch „Flugabenteuer“ zusammengefasst.

Einen besonderen Erfolg der Webpräsenz bildet auch der angeschlossene Onlineshop. Während es im Fachhandel immer schwieriger wird diese sehr platz- und vorfinanzierungsintensiven Produkte zu vermarkten, erreicht der Onlineshop die größten Zuwächse, die Bestellungen trudeln aus der ganzen Welt ein. Die Tatsache dass auch heuer, trotz der schwierigen Situation, die durchaus auch schon die Branche erreicht hat, eine Steigerung von rund 10 % erzielt werden konnte, bestätigt Wolfgang Grabner in seinem eingeschlagenen Kurs.
 
Mehr über Grabner findet ihr auf der Website www.grabner-sports.at

Quelle: Silver-Magazin
Fotos: Stefan Olah
Autor: Bert Estl
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