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Drei Wochen auf dem Dach der Welt Teil 4
- sl -
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Nach unserem Multidaytrip und sieben Tagen Trockenfutter genossen wir ein wunderbares Frühstück im „World Garden Cafe“ Leh. Hier fühlten wir uns schon ein wenig daheim. Nur lange sollte es so nicht bleiben. Unsere Zeit im Himalaya war begrenzt und wir wollten noch so viel wie möglich paddeln. Daher hatten wir uns bereits gestern nach unserer Ankunft schon Bustickets nach Kargil gekauft. Um 15 Uhr ging’s diesmal los. Laut Busfahrer sollte die Fahrt rund sieben Stunden dauern. Anfangs kamen wir auch gut voran, da die Straßen in diesem Bereich gut ausgebaut ist. Doch die guten Wege endeten nach 80 Kilometern wieder. Und so ging es mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 20 Km/h weiter. | ![]()
Quelle: Florian Primetzhofer
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Quelle: Primetzhofer Florian
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Quelle: Primetzhofer Florian
der indische Metzger |
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Quelle: Primetzhofer Florian
auf dem oberen Drass |
Nach zwei Stunden Taxifahrt erreichten wir Drass. Wir konnten den Fahrer überreden noch ein paar Kilometer flussauf zufahren, bis wir einen guten Einstieg fanden. Der Tag war einer der wärmsten bisher und wir wollten nur so schnell es ging in die Boote. Gesagt getan. Voller Vorfreude überraschte uns nur ein paar hundert Meter nach dem Einstieg eine enge Klamm die sich bis auf 30 cm verjüngte. Also, wieder raus aus den Booten und die knappen 1000 Meter umtragen. Das und die Diskussion mit dem Taxifahrer hätten wir uns gut und gerne sparen können.
Das Wildwasser blieb anfangs einfach, im zweiten Schwierigkeitsgrad. Landschaftlich konnte der Drass River allerdings, wie auch schon der Tsarap Chu und Zanskar überzeugen und begeistern. Am Nachmittag wurde es dann auch endlich interessanter. Große Felsen versperrten uns die Sicht und wir stiegen ans Ufer. Was wir dann sahen ließ unser Paddlerherz höher schlagen. Ein schöner fünfer Katarakt mit ordentlich Gefälle. Flo überließ mir den Vortritt, weil ich im Mittelteil aussteigen und filmen wollte. Mit vollem Boot kribbelt es immer noch ein bisschen mehr und ich unterschätzte auch gleich mal die Strömung bzw. mein Beschleunigungsvermögen. Das führte dazu, dass ich die Linie nicht traf und nach der ersten Stufe rollen musste. Kurz vor der zweiten kam ich wieder hoch, schaffte es aber nicht mehr mein Boot auszurichten. Mit viel Glück und ein wenig Geschick kam ich dennoch über den Rücklauf der zweiten Stufe hinaus und kam keuchend ins Zielkehrwasser. Ein erhobener Daumen für Flo, das alles Ok war und Flo kletterte zurück zum Boot. Er wählte seine Route nach den neuesten Erkenntnissen und fuhr die ersten beiden Stufen sauber runter. |
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Quelle: Primetzhofer Florian
Erste Stufe des 5er Katarakts | ![]()
Quelle: Florian Primetzhofer
Ausgang des 5er Katarakts |
Nach dem sportlichen Abschnitt ging es wieder ruhig weiter. Wir suchten uns einen Schlafplatz und schlugen zum letzten Mal ein Lager unter freiem Himmel auf.
Am nächsten Morgen weckte uns die Sonne mit herrlichem Sonnenschein. Unsere Ausrüstung verschwand wieder im Boot und weiter ging es. Am Vortag zweifelten wir schon stark an der Einschätzung der englischen Paddler. Sie sprachen im Zusammenhang vom Drass River nur von non-stop Wildwasser IV und vom besten Fluss Kaschmirs. Jedoch ließ der Fluss am zweiten Tag nicht lange auf sich warten und beglückte unsere Paddlerseele mit schönsten Pool-Rapid Style. Unseren Augen konnten wir kaum trauen, als von links ein glasklarer Seitenbach mündete. Da wir noch nicht wussten was wir in den nächsten Tagen unternehmen sollten, beschlossen wir alles daran zu setzen den Drass-Zufluss zu befahren. Aber zuerst einmal den Drass River bis nach Kargil. Kurz vor dem Ausstieg begegneten wir am Ufer einigen Indern, die mit langen Stangen die Uferbereiche absuchten. Sie erzählten uns, dass eine Woche zuvor ein Freund von ihnen ca. 60 Kilometer oberhalb in Wasser gefallen sei. Sie fragte ob wir ihn gesehen hätten. Wir verneinten, und um ehrlich zu sein war ich darüber froh. | ![]()
Quelle: Primetzhofer Florian
Das Lager am Drass |

Abends in Kargil, suchten wir das Continental Hotel auf, in dem wir uns sehr viel wohler fühlten als in der Nacht zu vor.
Am nächsten morgen hatten wir wieder das Problem mit dem Frühstück. Unsere letzten Müslireserven mussten nun herhalten. Dazu viele Schokoriegel und Kekse, die wir uns gekauft hatten. Gesättigt suchten wir uns ein Taxi, das uns zum Shingo River bringen sollte - so hieß der glasklare Bach. Unser Taxifahrer, ein junger Kerl, fuhr im Gegensatz zu seinen Kollegen einen sehr rasanten Fahrstil. Auch nach dem Hinweis, dass die Boote nicht sehr fest seien, ließ er sich nicht von seinen riskanten Fahrverhalten abbringen. Bis er stärker bremsen musste, unsere Kajaks allerdings weiter fuhren bzw. flogen. Mitten in der Pampa weigerte er sich dann uns noch weiter zu fahren. Zu groß die Angst die Boote wieder zu verlieren. So standen wir am Straßenrand, mitten im Himalaya, samt Ausrüstung und überlegt was wir tun sollten.
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Quelle: Thomas Hinkel
Flo auf dem Dach des Hühnertransporters |
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Quelle: Primetzhofer Florian
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Da wir vorher nicht wussten wie wir am Shingo River weiter kamen und uns schon darauf eingestellt hatten, die Kajaks tragen zu müssen, hatten wir auf jegliche zusätzliche Ausrüstung verzichtet. Es führte nämlich nur ein Trampelpfad am Fluss hoch. Zufälliger Weise bereiteten aber grade eine Gruppe Inder ihre Packesel vor. Nach ein paar Wortwechseln waren sie gerne bereit uns samt Kajaks den Shingo River hochzutragen. Wir sollten jedoch noch mit dem Militärposten sprechen, ob wir das überhaupt dürfen. Erst jetzt bemerkten wir den Posten in einer kleinen heruntergekommenen Hütte. Ein Offizier in Flecktarnkleidung und Badesandalen erklärte uns, dass wir eine Erlaubnis brauchten. Die könnten wir eventuell im nächsten Stützpunkt erhalten.
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Quelle: Thomas Hinkel
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Quelle: Florian Primetzhofer
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Frustriert überlegten wir nun, was wir in der restlichen Zeit noch machen sollten. Wir fanden in Kargil keine Informationsquelle, bei der wir uns über andere Flüsse hätten informieren können. Wir erkundigten uns nach den Abfahrtszeiten der Busse Richtung Leh. Der nächste Bus fuhr erst am Abend des drauf folgenden Tags. So beschlossen wir, zum dritten Mal den unteren Drass zu fahren. Wir unterhielten uns viel mit den Einheimischen, die am Ufer saßen. Am Abend stiegen wir wieder in den Bus. Diesmal brauchten wir für die 250 Kilometer lange Strecke bis nach Leh - sage und schreibe - elf Stunden!! Das lag unter anderen daran, dass zwei Reifen platzten und diese erst geflickt werden mussten, bevor es weiter gehen konnte.
In Leh verbachten wir die letzten zwei Tage ohne zu paddeln, da wir unsere Sachen während des Fluges trocken haben wollten. | ![]()
Quelle: Florian Primetzhofer
Bus beim Radwechsel auf der Rückfahrt nach Leh |

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