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Live can be so good and easy
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 - mho 08/2011

Live can be so good and easy -unter diesem Motto stand ein langes Wochenenden von Julian Schäfer, Dominik Vogt und Ben Jung an Soana, Ayasse und Chiusella.
 
Unser Wochenende begann bereits am Donnerstag Mittag mit der Fahrt in Richtung Aostatal, um dort unseren italienischen Freund Andrea zu treffen, der schon ganz wild darauf war uns einige Flüsse zu zeigen. Gut gelaunt und voller Tatendrang kamen wir Julian Schäfer, Dominik Vogt und ich in der Nacht auf Freitag in der Nähe der Soana an. Andrea, der pünktlich um 8.00 Uhr am Treffpunkt erschien, erzählte uns gleich von unseren drei Optionen: Soana, Ayasse und Chiusella. Wir entschieden uns für die Soana, die zwar viel Wasser hatte aber genau das richtige war, um ein geniales Wochenende einzuläuten.
 
 
Am Einstieg(„Villanuova“) der oberen Soana angekommen, zeigte sich das Tal gleich von seiner schönsten Seite. Helles Gestein, hohe Berge und glasklares Wasser. Der Charakter ist ähnlich der mittleren Verzassca, wobei je nach Wasserstand manche Walzen sehr klebrig sind. Im oberen Teil sind mehrere Katarakte, die etwas länger sind aber fair zum fahren. An einer Stufe, die unbedingt rechts gefahren werden muss, sollte man sich seiner Line sehr sicher sein, da sonst die Fahrt auf/in der gegenüberliegenden Wand endet. Die Stufe ist übrigens sehr gut auf der Fahrt zum Einstieg von der Straße aus zu sehen. An einer Hängebrücke angekommen, beginnt der untere Teil, der allerdings bei unserem Wasserstand gleich mit einer Umtragung der folgenden Stelle auf der rechten Seite fortgesetzt wurde. Die folgenden Flusskilometer sind sehr schönes Wildwasser mit kleineren Stufen und mehreren Katarakten.
 
Zwei Stellen sollten unbedingt angeschaut werden. Die eine ist eine etwa 3 Meter hohe Stufe mit einem ordentlichen Rücklauf und die zweite Stelle schaut aus wie ein Steinlabyrinth, wobei die einzige Durchfahrt in einem Syphon endet. Der Ausstieg ist in der Ortschaft „Pont Canavesa“, ab hier wird die Soana breiter und verliert an Attraktivität. Unmittelbar am Ausstieg befindet sich ein Parkplatz, der offiziell für Camper zum Nulltarif angeboten wird. Ohne lang zu überlegen schlugen wir unsere Zelte auf und kochten in alter Paddelmanier eine ordentliche Portion Spaghetti. Andrea schlug uns gleich vor, am nächsten Morgen zur Chiusella zu fahren, die zwar etwas wenig Wasser hatte. Aber sie ist nun mal ein absoluter Klassiker, der unserem Plan, etwas an Höhenmeter zurückzulegen, schon einen Schritt näher kam.

Am Einstieg der Chiusella bei „Fondo“ an einer römischen Brücke wurden wir bereits von zwei weiteren italienischen Paddlern erwartet, die regelrecht heiß darauf waren, uns ihren Hausbach zu zeigen. Von der Sonne verwöhnt und mal wieder umgeben von einer sagenhaften Bergkulisse begannen wir unsere Fahrt in relativ flachem bis hin zu fast unbefahrbarem Wasser, was etwas an unserer Motivation zu nagen begann. Wir wussten zwar, dass wir wenig Wasser hatten, aber dass es so wenig Wasser war, machte uns sehr zu denken. Jedoch mussten wir nicht lange warten und die Chiusella begann ihren wahren Charakter zu präsentieren. Die ersten Stufen sind optimal, um sich auf den Charakter einzustellen. Zu Beginn zwar etwas eng, aber nach und nach kommen die ersten Grundgesteinrutschen, die richtig Laune aufkommen lassen.
Artikel Live can be so good and easy Piemont
Quelle: Dominik Vogt
 

Relativ schnell folgt eine etwas höhere Stufe, die im oberen Teil aus einer Rutsche besteht, gefolgt von einer etwa 5 Meter hohen Stufe. Sowohl von links als auch von rechts lässt sich die Stufe gut einsehen. Wer kein Interesse hat, umträgt auf der rechten Seite. Die folgenden Stellen lassen sich alle sehr gut anschauen und bei Bedarf umtragen. Wer auf Grundgestein steht, wird sich in die Chiusella sehr schnell verlieben. Jedoch sollte man stets konzentriert sein und die ein oder andere Stelle nicht unterschätzen oder vielleicht von jemanden anderem vorfahren lassen. Trotz unserer Begeisterung hatten wir auch einen kleinen Zwischenfall, bei dem sich einer unserer Gruppe mit einem Stein anlegte und blutend zur Erkenntnis kam, dass Gestein nun mal härter ist. Der Ausstieg befindet sich auf der rechten Seite unmittelbar unter der großen Straßenbrücke, von der man noch mal einen sehr schönen Blick auf die Chiusella und ihrem unvergesslichen Charakter genießen kann.
 
Was wäre ein Kayaktrip in Italien, ohne eine ordentliche Pizza zu mampfen. Getrieben vom Hunger machten wir uns auf in Richtung Ivrea. Bereits während dem Essen kamen die ersten Pläne auf, den angefangenen Abend in Turin fortzusetzten, was sicherlich im vollen Exzess geendet hätte und dafür gesorgt hätte, dass wir nicht wie geplant früh morgens unseren dritten und letzten Paddeltag begonnen hätten, sondern erfahrungsgemäß so gegen 12.00 Uhr voll verkartet und alles andere als motiviert auf den Bach gegangen wären. Dagegen ist ja nichts einzuwenden, vorausgesetzt, man hat mehr als drei Tage Zeit, zumal sich ein Ruhetage, bzw. Hangover-Tag bei einem längeren Trip anbietet, aber nicht in unserem Fall. Somit war mal kurz für schlechte Stimmung gesorgt, da nicht jeder von der Einsicht überzeugt war. Jedoch zeigte sich, dass trotz der Enthaltung wir auch so nicht vor 12.00 Uhr am kommenden Tag auf den Bach kamen. Bevor wir unseren Schlafplatz aufsuchten, kam uns noch die spontane Idee, den super genialen und ausgeleuchteten Wildwasserkanal in Ivrea einige Male zu befahren. Es blieb jedoch bei der Idee, da sich keiner mehr so richtig in die nassen Klamotten zwingen wollte. Die Nacht verbrachten wir am Ausstieg, bzw. etwas unterhalb von einem etwa 4 Meter hohen Wehr an der Ayasse. Auch hier trafen wir einen italienischen Paddler, den wir bereits im Val Sesia kennengelernt hatten.

Nach viel bla bla ging es dann am Sonntag Morgen endlich zum Einstieg(„Pontboset“) an die obere Ayasse, die gleich mit einem guten Kracher zu Beginn für volle Aufmerksamkeit sorgte. Die Stelle lässt sich gut von der Brücke darüber einsehen, wobei die erste etwa 8 Meter hohe Rutsche gefolgt von einer weiteren gleich hohen Rutsche etwas scary aussieht. Die Strömung zieht bei der zweiten Rutsche auf eine Felsnase, die sehr einladend als Kicker aussieht, um den Boof deines Lebens zu machen, jedoch sollte stark nach links gepaddelt werden. Die folgenden Stufen sind einfach nur der Hammer. Gut einsehbar und fast immer mit einem Pool versehen, gräbt sich die Ayasse talabwärts.
Artikel Live can be so good and easy Piemont
Quelle: Dominik Vogt
 
Vorsicht ist geboten nach etwa der dritten Stelle. Die kommende Stufe ist nicht sauber zu befahren und sollte unbedingt von der rechten Seite aus besichtigt werden, bzw. um tragen werden. Via Felsenstart geht die Fahrt weiter, gefolgt von einer kleinen Stufe und einer Stufe im Anschluss, die einen Kicker hat, der einen unerwartet aushebelt. Achtung, die nächste Stufe ist sehr rückläufig, zumal die Strömung nur wenig Spielraum zum korrigieren, bzw. in meinem Fall zum Schwimmen lässt. Rechts besichtigen und um tragen, bevor es dann weiter über mehrere Stufen bis zu einer sehr langen Grundgesteinrutsche geht. Anfänglich hatten wir unsere Bedenken, dass wir bereits in der Anfahrt auf die Mütze bekommen würden. Jedoch zeigten unsere italienischen Kollegen wie´s geht. Slidefeeling vom feinsten. Der folgende Flussabschnitt ist laut unserer italienischen Führer nicht lohnenswert, was wohl auf fünf Umtragungen zurück zu führen ist. Wir beschlossen an dieser Stelle, die Autos zu holen, um zum weiter unten gelegenen Teil(„Pont-Saint-Martin“) zu fahren.
 
 
Diesmal ging es orographisch rechts mit dem Auto bis zu einer Biegung flussaufwärts und von dort aus in Richtung Hängebrücke und weiter flussaufwärts mit unseren Booten zu Fuß. Von der Hängebrücke aus, lässt sich wohl der geilste Teil der Ayasse gut sehen. Eine Kombination aus drei Wasserfällen/Rutschen, die bis zu 8 Meter hoch sind und von der Brücke aus gerne unterschätzt werden. Beeindruckt von dieser Stelle, liefen wir noch weiter flussaufwärts, bevor wir unsere Befahrung fortsetzten. Die Stufen in diesem Bereich sind je nach Wasserstand sehr rückläufig und nicht sehr einladend für einen Schwimmer. Eine Stelle muss ziemlich lästig auf der linken Seite über eine super rutschige Felsplatte um tragen werden. Im Anschluss kommen zwei Genussstufen, die sehr schön zu befahren sind, bevor es dann zum eigentlichen Highlight kommt. Bereits von der Brücke aus, kann man noch mal von der rechten Seite aus den etwa 8 Meter hohen ersten Fall gut besichtigen, jedoch nicht mehr um tragen. Unser italienischer Frauenbeglücker fuhr ohne Probleme als Erster und wartete im Pool. Auf unserem Plan stand Filmen und somit war ich an der Reihe, um schnellstmöglich alles vorzubereiten. Zuversichtlich und mit einer super Line ging es via Meltdown die Stufe runter und endete mit einer offenen Spritzdecke und etwas 300 Liter Wasser im Boot im Pool, in einer Wasserfallkombination aus drei weiteren Zwangswasserfällen. Ich beschloss die Spritzdecke wieder drauf zu ziehen und gut bepackt die folgenden Stufen zu befahren, zumal ich keine andere Wahl hatte. Mächtig tief ging es dann die zweite Stufe runter, wobei ich dank meines Gewichtes keine Probleme mit der etwas rückläufigen Eingangsstufe hatte. Jedoch ging die Spritzdecke wieder auf und das Spiel begann von vorn. Schließlich schaffte ich es doch ohne Aussteigen die weiteren Stufen/Rutschen „erfolgreich“ zu befahren, um letztlich doch noch für eine gute Aufnahme ans Land zu kommen. Schön gefilmt zeigt die ein oder andere Aufnahme, dass nicht nur ich sondern auch Andrea mit der Kombination zu kämpfen hatte.
 
Mit diesem letzten Eindruck verabschiedeten wir uns aus dem Aostatal, um noch rechtzeitig nach Haus zu kommen und wie gewohnt pünktlich Montagmorgen wieder zur Arbeit zu gehen.

Text & Video: Ben Jung
Fotos: Dominik Vogt

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