
Hallo Rolf,
dass der DKV mit seinen Ehrenamtlichen viel dazu tut, damit Flusssperrungen vermieden oder aufgehoben werden, steht hier nicht zur Diskussion. Dieses ist unbestritten. Falsche (Diskussions-)Baustelle.
Zur Diskussion steht, dass der DKV nicht möchte, dass Leute ohne Führerschein bis zu 15 PS starke Motorboote auf Bundeswasserstraßen bewegen. Ich habe nichts dagegen, dass sie das dürfen.
Das passt eben ganz gut zu der Thematik, dass der DKV vor einiger Zeit (womöglich immer noch) für die Einführung von "einheitlichen Ausbildungsstandards" beim Kanusport eintrat. Hallo? Aufwachen!!! Die Folge ist doch ein "Führerschein". Kannst Du dann darauf warten, bis dann irgendwelche Landratsämter, die von unserem Sport keine Ahnung haben, Verordnungen erlassen und ohne solch' einen Schein keiner mehr auf irgendeinen Bach oder ein Tretboot leihen darf, mit der Begründung "ist ja sonst viel zu gefährlich", "nachzuweisende Fachkenntnisse", "aus Naturschutzgründen", "aus Versicherungsgründen", "um die Sportler zu kanalisieren" etc.
Oder dass Jugendliche im Kanu "erst mal die einheitliche Ausbildung" genießen müssen, bevor sie auf irgendwelche Vereinsfahrten mit dürfen (ab Bronze, Silber oder erst mit Gold?).
(gönn' Dir mal den Spaß, fahr' Ostern an die Ardèche und schau Dir die, bis an die Zähne mit Nahkampfausrüstung [Integralhelm] bewaffneten, Kanuvereine aus dem Ruhrgebiet an, die bei Niedrigstwasser/Trockenheit, Schön- und Badewetter den Bach heruntersprinten, weil man ja nur mit kompletter Ausrüstung mit auf den, gelegentlich mal mit happigen WWI-II-Stellen gespickten, Bach darf, natürlich nur unalkoholisiert, sonst bekommt der Fahrtenleiter ja womöglich rechtliche Schwierigkeiten, wenn was passiert. Wirkliches Risiko siehe weiter unten.)
Diese Tür (zu irgendwelchen Befähigungsnachweisen) sollte man gar nicht erst öffnen. Genauso überflüssig wie der Fahrradführerschein oder die Helmpflicht für Fahrradfahrer.
Kann sich der durchschnittliche DKV-Funktionär eigentlich vorstellen, dass es jede Menge Leute gibt, die ganz gut auf sich selber und auch auf andere aufpassen können, ohne dass ihnen "geholfen" wird und einfach nur Wassersport genießen möchten?
Die Vermutung liegt nah, dass es viel eher darum geht, die Trainingsstrecken für irgendwelche DKV-Flachwasser-Wettkampfsportler von Motorbooten unbeeinträchtigt zu lassen? Ist ja auch durchaus ein legitimer Grund, aber dann bitte heraus damit.
Einen Großteil der normalen Kanuten betrifft dieses Thema vermutlich überhaupt nicht, weil auf den Flüssen, auf denen sie unterwegs sind, eher weniger Motorbootfahrer unterwegs sind. Man sollte sich generell, schon gar nicht als Anfänger, auf ein Gewässer wagen, welches mann schwimmend nicht mehr bewältigen kann. Und Wasserski etc. ist sowieso längst nicht überall erlaubt. Auf den Flüssen und Seen, wo sich motorisierte und unmotorisierte Wassersportler begegnen können, kann man, je nach Aufkommen der Motorboote, durchaus Regeln erlassen.
Aber dazu doch bitte nicht die Chance sausen lassen, Einschränkungen beim Wassersport abzuschaffen (nein, bin kein Motorboot oder Wasserskifahrer und stelle diese auch nicht her).
Wenn sich auf dem Wasser jemand gefährdend verhält, ist er, ob mit oder ohne Sportbootführerschein dafür haftbar und kann zur Verantwortung gezogen werden.
Grüße,
Peter