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15PS bald Führerscheinfrei - Gefahr für den Kanusport?
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 - sl 01/2012

Mit Unverständnis hat der Deutsche Kanu-Verband (DKV) auf die Beschlussfassung des Deutschen Bundestages zur Führerscheinpflicht auf Bundeswasserstraßen reagiert. Danach wird zukünftig das Führen von Motorbooten unter 15 PS ohne jeglichen Nachweis praktischer oder theoretischer Kenntnisse möglich sein.
 
Mit dem Beschluss hat der Bundestag die von Experten - z.B. der Wasserschutzpolizei - vorgetragenen Sicherheitsbedenken unberücksichtigt gelassen. Nunmehr müssen insbesondere Kanuten und Ruderer auf Bundeswasserstraßen mit einem erheblichen Sicherheitsrisiko leben. Deshalb fördert die neue Regelung Wassertourismus nur zu Lasten der schwächsten Verkehrsteilnehmer. „Anstatt Wassertourismus durch Verbesserung der Infrastruktur - insbesondere Pflege und Wartung der Sportbooteinrichtungen - zu fördern, wurde ein Weg gewählt, der den Eindruck einer aktiven Tourismusförderung weckt, aber keine finanziellen Leistungen der öffentlichen Hand erfordert. Niemand würde auf die Idee kommen, den Absatz der PKW-Industrie durch Erleichterung der Führerscheinpflichten zu fördern - nur auf Bundeswasserstraßen sollen objektiv vorhandene und anerkannte Risikofaktoren unberücksichtigt bleiben!“, kritisiert Thomas Konietzko, Präsident des DKV, den Beschluss.
 
Der Deutsche Kanu-Verband sieht zudem langfristig eher Schaden für den Wassertourismus - sollte es zu den befürchteten Unfällen kommen, werden die Vorschriften auf dem Wasser so verschärft werden müssen, dass die Attraktivität der Gewässer darunter leidet. Zudem wird es zu erheblichen Erhöhungen von Haftpflichtversicherungsbeiträgen kommen. Bisher war für das Führen von Motorbooten mit einer Motorleistung ab 5 PS ein Sportbootführerschein erforderlich.
 
Text: PM Deutscher Kanuverband

Lesermeinungen

12.02.2012   Lesermeinung
TrustedPaddler
Hallo Rolf,
dass der DKV mit seinen Ehrenamtlichen viel dazu tut, damit Flusssperrungen vermieden oder aufgehoben werden, steht hier nicht zur Diskussion. Dieses ist unbestritten. Falsche (Diskussions-)Baustelle.

Zur Diskussion steht, dass der DKV nicht möchte, dass Leute ohne Führerschein bis zu 15 PS starke Motorboote auf Bundeswasserstraßen bewegen. Ich habe nichts dagegen, dass sie das dürfen.

Das passt eben ganz gut zu der Thematik, dass der DKV vor einiger Zeit (womöglich immer noch) für die Einführung von "einheitlichen Ausbildungsstandards" beim Kanusport eintrat. Hallo? Aufwachen!!! Die Folge ist doch ein "Führerschein". Kannst Du dann darauf warten, bis dann irgendwelche Landratsämter, die von unserem Sport keine Ahnung haben, Verordnungen erlassen und ohne solch' einen Schein keiner mehr auf irgendeinen Bach oder ein Tretboot leihen darf, mit der Begründung "ist ja sonst viel zu gefährlich", "nachzuweisende Fachkenntnisse", "aus Naturschutzgründen", "aus Versicherungsgründen", "um die Sportler zu kanalisieren" etc.

Oder dass Jugendliche im Kanu "erst mal die einheitliche Ausbildung" genießen müssen, bevor sie auf irgendwelche Vereinsfahrten mit dürfen (ab Bronze, Silber oder erst mit Gold?).

(gönn' Dir mal den Spaß, fahr' Ostern an die Ardèche und schau Dir die, bis an die Zähne mit Nahkampfausrüstung [Integralhelm] bewaffneten, Kanuvereine aus dem Ruhrgebiet an, die bei Niedrigstwasser/Trockenheit, Schön- und Badewetter den Bach heruntersprinten, weil man ja nur mit kompletter Ausrüstung mit auf den, gelegentlich mal mit happigen WWI-II-Stellen gespickten, Bach darf, natürlich nur unalkoholisiert, sonst bekommt der Fahrtenleiter ja womöglich rechtliche Schwierigkeiten, wenn was passiert. Wirkliches Risiko siehe weiter unten.)

Diese Tür (zu irgendwelchen Befähigungsnachweisen) sollte man gar nicht erst öffnen. Genauso überflüssig wie der Fahrradführerschein oder die Helmpflicht für Fahrradfahrer.

Kann sich der durchschnittliche DKV-Funktionär eigentlich vorstellen, dass es jede Menge Leute gibt, die ganz gut auf sich selber und auch auf andere aufpassen können, ohne dass ihnen "geholfen" wird und einfach nur Wassersport genießen möchten?

Die Vermutung liegt nah, dass es viel eher darum geht, die Trainingsstrecken für irgendwelche DKV-Flachwasser-Wettkampfsportler von Motorbooten unbeeinträchtigt zu lassen? Ist ja auch durchaus ein legitimer Grund, aber dann bitte heraus damit.

Einen Großteil der normalen Kanuten betrifft dieses Thema vermutlich überhaupt nicht, weil auf den Flüssen, auf denen sie unterwegs sind, eher weniger Motorbootfahrer unterwegs sind. Man sollte sich generell, schon gar nicht als Anfänger, auf ein Gewässer wagen, welches mann schwimmend nicht mehr bewältigen kann. Und Wasserski etc. ist sowieso längst nicht überall erlaubt. Auf den Flüssen und Seen, wo sich motorisierte und unmotorisierte Wassersportler begegnen können, kann man, je nach Aufkommen der Motorboote, durchaus Regeln erlassen.

Aber dazu doch bitte nicht die Chance sausen lassen, Einschränkungen beim Wassersport abzuschaffen (nein, bin kein Motorboot oder Wasserskifahrer und stelle diese auch nicht her).

Wenn sich auf dem Wasser jemand gefährdend verhält, ist er, ob mit oder ohne Sportbootführerschein dafür haftbar und kann zur Verantwortung gezogen werden.

Grüße,

Peter
09.02.2012   Lesermeinung
TrustedPaddler
Also wenn nich das hier lese, frage ich mich allen ernstes, was für ein Quatsch in die Welt gesetzt wird.
1. 5 auf 15 PS bedeutet, dass mit 15 PS auch Wasser-Ski-Fahren bestens geht. Wer, wie ich, diese Probleme von der Ober-, Mittel-Weser bestens kennt, weiß sehr gut einzuschätzen, was es heißt, wenn der Bootsverkehr weiter zunimmt mit Fahrzeugführern, die auf einer Bundeswasserstrasse sich dann nach herzenslust tummeln können. Die Industrie baut dann schnell Motoren die mit 14 PS die Leute lockt. Überregulierung? Deaskalierung? In der Sache absoluter Blödsinn, denn Familien-Canadier z.B. auf der Weser schwimmen jetzt schon viel zu oft, das wird zunehmen. Die Folge wird sein, dass dann der "Muskel-Kanusport" von Staatswegen reguliert werden muß? Wollen wir das. Wer die "Leihboote" ab Bad Karlshafen in der Begegnung mit der "weißen Flotte" erlebt, bekommt Magenschmerzen, wenn er daran denkt, dass dann Führerschein-Freie Motorboote jetzt noch dazu kommen. Übrigens, die Holländer sind mit genügend Erfahrung ausgestattet, Bootsführer sorgen da für ganz viel Schrott und Unfälle. Alkohol, Gruppenfahrten auf holländischen Hausbooten u.ä. ein Horror schon seit langem.

2. Boots-Führerschein???
So ein Blödsinn, Im Ausland seit Jahren immer mehr gefordert, um Booteauszuleihen, Touren mitzufahren. Einheitliche Ausbildungsstandards stecken dahinter und kein Paddelführerschein. Wer das behauptet übersieht, dass schon jetzt durch die Umwelt-Problematik "niemand" nur Ansatzweise so ein Wort in der Diskussion mit Behörden in den Mund nimmt. Ich selber bin seit 40 Jahren dabei unsere Flüsse frei zu halten und kämpfe mit Behörden und Umweltverbänden, damit kanufahren in all seiner Vielfalt für uns erhalten bleibt. Stärkt die Kanu-Vereine durch Mitgliedschaften und bringt euch ein, sprecht mit Behörden, mischt euch ein. Solange die Kanusportler so einen Unsinn verbreiten und nichts dafür tun, was unter der WRRL mit unseren Flüssen in Deutschland verändert wird (Wehre zurück gebaut, Flüsse durchgängig gemacht), solange ist das wie mit dem Hasen und dem Igel ... der Natuurschutz war schon da ... bevor nur ein Kanusportler daran denkt ... sich mal zu kümmern. Der DKV mit seinen Ehrenamtlichen ist der JENIGE der versucht Kanuflüsse zu erhalten.

Denkt mal drüber nach, informiert euch, bevor ihr son Quatsch schreibt und sagt. Diese Energie wäre besser zum Erhalt unserer Flüsse eingesetzt und ... besucht die Ämter und kümmert euch.

Ührigens Peter, in Deinem letzten Satz stellst Du das vorher geschriebene auf den Kopf.

Noch etwas, wer mithelfen will Flüsse frei zu halten, bringt EUCH EIN

Ahoi und viel Spaß

Rolf
05.02.2012   Lesermeinung
TrustedPaddler
In Holland braucht kein Mensch einen Sportbootführerschein machen und mehr Unfälle gibt es da auch nicht.
Meiner Meinung nach sollte es hier auch so sein!
Immer wird dem "Deutschen" alles vorgeschrieben.Nichtmal eine ordentliche Demokratie haben Wir.
Ein bischen mehr "Freiheit" wünsche ich mir, nicht nur auf dem Wasser.
Allerbeste Grüße aus Bremen....
29.01.2012   Lesermeinung
TrustedPaddler
Genau: Der Deutsche Kanuverband hat wieder ein Thema für sich entdeckt...

Mann, mann, mann... Der gleiche Verband, der vehement dafür eintritt, einen Paddelführerschein einzuführen...

Na klar gibt es auf Bundeswasserstraßen rücksichtslose und/oder einfach nur ungeeignete Motorbootfahrer, ob mit oder ohne Führerschein...

Es gibt genügend Bereiche des täglichen Lebens, die bereits überreguliert sind, nun tritt ausnahmsweise mal der Gesetzgeber ein und versucht eine Deregulierung umzusetzen und schon findet sich mal wieder ein Berufsbedenkenträger...

Ein Risiko ist sicherlich durch Motorbootfahrer vorhanden, aber ob das von 5 oder 15 PS abhängig ist?

Peter
 
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