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Erstbefahrung des oberen Rio Landro in Galicien
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Thomas Schmid nutzte vergangenes Wochenende zusammen mit drei Freunden in Galicien die Gunst der Stunde: Regefälle hatten kurzfristig für gute Wasserstände gesorgt und so hatten die Vier das Glück einen steilen, wunderschönen Creek erkunden zu können.
 
Nun hat es doch noch geregnet in Galicien. Vier Tage lang gab es zum Teil heftige Niederschläge, Sturmböen mit 140 Stundenkilometern und 10 Meter hohe Wellen an der Costa de la Morte.

Die Wasserstände sind jedoch sehr instabil, es hat einfach insgesamt den Winter über zu wenig geregnet und die Bäche laufen nur kurze Zeit. Ausserdem wurde eine neue Schönwetterperiode mit viel Sonne prognostiziert. Die Regentage nutzten wir um zuerst den Sor clásico zu befahren und um nach langer Wildwasserabstinenz ein wenig in Form zu kommen.

>>> Video Guter Wasserstand in Galicien

Letztes Wochenende (19.01.2008), leider schon wieder bei ablaufendem Wasser, wagten wir uns dann wieder einmal auf eine Erstbefahrungstour im Gebiet des oberen Landro.
 
Landro Schmit
Die Ableitungsröhre ist grösser als der obere Río Landro
 
Wir hatten das Glück einen wunderschönen steilen Creek kennen zu lernen, doch leider wird die Freude nicht mehr lange anhalten. Skandalöse Bauarbeiten einer überdimensionierten Wasserableitung wird in Zukunft sicher das gesamte Wasser ableiten. Der obere Río Landro nahe seiner Quellen führt einfach nicht genug Wasser für die riesigen Röhren. Der EU sei Dank werden korrupte Politiker und mafiöse Bauunternehmer auch noch mit sehr viel Geld für die von der Energierelevanz eher nutzlosen Projekte belohnt.
 
Landro Schmidt
Dieses Wasser soll in die Röhre
 
Unsere Tour ging auf dem rechten Quellfluss Coruxos (Puente Coruxos) los. Nach 500 Metern vereinigen sich Coruxos und Landro zu einem sportlich steilen Creek. Zuerst passiert man einige Rampen und Meter für Meter nimmt der Landro an Gefälle zu. Anfangs gibt es enge Einfahrten die man gut Treffen sollte.
 
Landro Schmidt
Enge Einfahrten
 
Insgesamt wird auf der etwa 2,5 Kilometer langen Strecke ein Höhenunterschied von 150 Metern bewältigt. Bei unserer Erstfahrt war der Wasserstand ziemlich am unteren Limit, aber die Befahrung hat trotzdem ziemlich viel Spass gemacht. Bei deutlich höheren Pegelständen könnten einige Stufen ziemlich rückläufig werden.
 
Landro Galicien
Aufgepasst im Unterwasser
 
An der ersten hohen Stufe sollte der Boof schon gelingen. Eigentlich erschien das Unterwasser recht sauber, aber unser Freund Anxo hatte leider heftigen Bodenkontakt und eine eingedrückte Bootsspitze.
 
Anxo Galicien
Die Lendenwirbel finden so was nicht lustig!!!
 
Mit heissem Wasser und Dampf vom Industriebügeleisen war die Spitze des Mamba am nächsten Tag für den río Deza schon wieder fast wie neu. Nach diesem Hüpfer folgt Stufe auf Stufe und alles ohne Steinkontakt paddelbar.
 
Landro Galicien
Der kleine Landro überrascht uns sehr positiv
 
Die Schwierigkeiten gehen bei diesem Wasserstand nicht über IV+ hinaus.
 
Landro Schmidt
Schöner Wildwasserleckerbissen
 
Insgesamt gibt es noch drei weitere Zuflüsse des Landro die uns als paddelbar erscheinen. Zwei der Bäche werden allerdings auch durch Ableitungen in Zukunft zerstört werden.
 
Landro Galicien
José Miguel unser Pro und stolzer Vater
 
Der Landro selbst hat noch einen unbefahrenen Mittellauf mit 250 Höhenmetern in einem schwer zugänglichen Canyon. Nach einer Besichtigung zu Fuss erschien uns dieser mit Sifonen gespickte Abschnitt fast durchgehend als Wildwasser VI.
 
Landro Galicien
Schattige Schlucht des río Landro
 
Für die 2,5 Kilometer waren wir am Ende 3,5 Stunden unterwegs. Der Flussabschnitt mag etwas kurz erscheinen ist aber sehr lohnenswert.
 
Landro Galicien
Ein Super-Paddeltag geht dem Ende entgegen
 
Die Zeit geht wie immer zu schnell vorbei und schon wir sind an der Brücke zwischen A Cabana und A Barreira angelangt.
 
Schmidt Galicien
Der verrückte Aleman mit selbstgebauter Kamerahalterung
 
Für alle Neugierigen gibt es noch einen kleinen Video von der Tour am Fuss der Seite. Die Aufnahmen vom Kayak aus werden mit einer Eigenbauhalterung aufgenommen. Aus Fittingschaum kann man schnell und billig eine Schutzhülle basteln. Da kommt die Pentax hinein und das ganze mit einem kleine Karabiner gesichert liefert brauchbare Ergebnisse.

 
Falls ein Paddler sich mal hier her verirren sollte und hungrig ist noch ein Tipp. In Viveró, einem kleinen Dorf in der Nähe gibt es ein 8-Gänge Menü als "normales" Mittagsessen. Galicia is diferent!!!!

Der Río Landro fliesst nach nur 46 Kilometern an der Nordküste von der Provinz Lugo ins Kantabrische Meer.

Leider gibt es diese Saison keine Wassergarantien. Es regnet viel zu unregelmäsig und die mittelfristigen Prognosen sagen Sonnenwetter voraus.
 
Paddler: José Miguel, Celso, Anxo und Thomas
Bericht und Fotos: Thomas Schmidt
Bearbeitung: Thomas Rettenbacher
links: Ondabrava
Mehr Infos auf spanisch

Lesermeinungen

26.01.2008   Lesermeinung
Ulli Ritter
TrustedPaddler
Super toller Bericht mit genialen Fotos. Vorallem das Video ist cool!
Die selbst gebaute Kamerahalterung....ein Traum! Super Idee!!!

Grüße von,
ULLI
 
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