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Mit dem Faltboot um Europa - Teil 5
- jup -

Nach Rainers Bandscheiben-OP verbringen Rainer und Franziska Ulm noch einige Tage in Spanien. Die beiden sind seit Mai 2000 unterwegs um Europa zu umpaddeln. Das vergangene Jahr auf dem Atlantik wurde für Beide zu einer kräfteraubenden Angelegenheit und so beschließen sie nach Rainers zweitem Bandscheibenvorfall, dem Ozean den Rücken zu kehren. Ihre abenteuerliche Reise verläuft nun entlang der Binnenkanäle Frankreichs nach Belgien, Holland und schließlich Deutschland.
 
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Ein Freund fährt die beiden Abenteurer an den Kanal Nivernais in der Nähe von Lyon. Hier setzen die beiden nach einer längeren Pause ihre extreme Paddeltour in Richtung Heimat fort.

Paris bleibt den beiden dabei in besonderer Erinnerung. Bei der Durchpaddelung der Französischen Metropole werden sie kurz nach Notre Dame von der Wasserpolizei gestoppt. Der Polizeichef ist besorgt. Das Paddeln auf der Seine sei "zu gefährlich", außerdem hätten die Ulms "keine Autorisation". Um solche Probleme zu vermeiden waren die Ulms tags zuvor beim Chef der VNF (Verantwortlich für die Schleusen und Kanäle in Frankreich) gewesen um sich eine Vignette zu kaufen. "Dieser Herr versicherte uns, dass wir damit keinerlei Probleme hätten – auch nicht bei der Paris-Durchpaddelung". Das ZDF-Filmteam auf dem Begleitboot kann die Sache mit dem Polizeichef schlussendlich doch noch lösen.
 
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Mit dem Faltboot durch Paris...
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...und die Niederlande
 
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Nach der Seine geht es bei leichter Gegenströmung die Oise hoch in den Kanal de Sambre bis Belgien. Die Ulms sind froh die "Grande Nation" passiert zu haben denn trotz Vignette kam es immer wieder zu Problemen an den Schleusen. "Auch fanden wir es überhaupt nicht lustig, dass uns Jugendliche von Brücken oder dem Kanalrand mit Steinen bewarfen" erinnern sich die Ulms.

Besuch in Brüssel

In Belgien werden die beiden Paddler freundlich Empfangen. Sie sind Gäste bei der 50-Jahr Feier der Buda Brücke im Brüssler Hafen und eine Staatssekretärin übernimmt persönlich die Begrüßungsworte bei Pressekonferenz in Belgien. Auch eine Sonderführung im Europaparlament steht für Rainer und Franziska auf dem Programm.

Über Rupel und Schelde paddeln die Ulms weiter nach Antwerpen. Um in den Rhein-Schelde Kanal zu kommen müssen Rainer und Franziska durch den Industriehafen der Stadt. "Riesen Pötte ziehen da wieder an uns vorbei. Die Hafenpolizei kommt Steuerbords, macht sich Sorgen um uns und mahnt zur Vorsicht."

Bild links: Die Stille in den Binnenkanälen ist ein starker Kontrast zum Meer
 
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Ruhe in Frankreichs Kanälen
 
Am 1980sten Tag passieren die Ulms in ihren Faltbooten die Holländische Grenze. "Die Menschen in Holland sind sehr nett und gastfreundlich. Die meisten sprechen Deutsch und so müssen wir uns nach langer Zeit in fremden Sprachen umstellen." Über die Maas paddeln Rainer und Franziska nach Rotterdam und über den Schie Kanal nach Delft und weiter nach Den Haag. Immer wieder treffen die Ulms in Holland alte Bekannte die sie auf ihrer langen Tour um Europa kennen gelernt haben.
 
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Ankunft in Antwerpen: Rainer ...
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...und Franziska Ulm
 
Nun ist Deutschland nicht mehr weit. Über die Randmeere gelangen sie über Meppel nach Groningen und erreichen Mitte September 2005 die letzte Schleuse auf holländischer Seite. Nun liegt das Ems Dollart vor ihnen. Von Emden aus folgen die Paddler dem Seitenkanal der Ems nach Oldersum. Dort verliebt sich Ente Nr. 3, der Französische Erpel "Filou" in eine Ostfriesische Entendame. "So hat er uns nach vier Monaten verlassen um eine Familie zu gründen. Wer also mal nach Oldersum kommt und einem Erpel begegnet der 'Platt' mit französischem Akzent spricht, soll ihn schön grüßen" meinen die Ulms.

Über die Hunte paddeln Rainer und Franziska weiter in die Weser. Dort finden sie tolle Sandstrände und einsame Plätzchen. Mit der Strömung kommen sie gut voran. Über Bremerhaven geht es weiter in den Elbe Weserkanal bis zum Ziel ihrer langen Reise.
 
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Nach 5 Jahren und 6 Monaten erreichten Franziska und Rainer ihr Ziel in Hamburg
 
Am 14. Oktober 2005 erreichen Rainer und Franziska Ulm zu Mittag ihr Ziel in Hamburg. Auf der Kleinen Alster, Reesendamm am Rathausmarkt Hamburg legen die Extrempaddler nach 12.000 Paddelkilometern an. "Unvergessen und mit vielen verschiedenen Gefühlen paddeln wir die letzten Kilometer die Elbe entlang um unseren Zielhafen Hamburg zu erreichen".

"Unsere Eltern haben uns mit dem Auto und einem Anhänger abgeholt und so blieb jetzt nur noch das Zusammenpacken, ein weinendes und ein lachendes Auge war zu sehen – aber auch der Stolz es doch geschafft zu haben" beschließen Rainer und Franziska ihren letzten Befahrungsbericht.

Auf Tour

Mittlerweile sind Rainer und Franziska wieder auf Tour – diesmal aber nicht mit dem Faltboot sondern mit jeder Menge Dias und tollen Geschichten ihrer fünf Jahre und sechs Monate dauernden Reise mit dem Faltboot um Europa. Infos und Termine zu den Vorträgen der Ulms findet man unter www.ulm-outdoor.de.
 
Basierend auf Reiseberichten von Franziska und Rainer Ulm
Zusammenfassung: Judith Prechtl
Fotos: Rainer & Franziska Ulm
Weitere Infos: www.ulm-outdoor.de

Lesermeinungen

22.02.2007   Lesermeinung
Alessandro Schirmer
TrustedPaddler
Hut ab. Klasse Expedition mit tollem Vorbild. Weiter so!!!!
07.02.2007   Lesermeinung
Christian Luksch
TrustedPaddler
Tolle Leistung
Wir haben das Weinviertel mit Boot und Rad umrundet, sind mit dem Rad eine Österreichrundfahrt gefahren, aber ganz Europa ist 5 Kategorien höher.
Heuer wollen wir mit dem MTB längs über die Alpen von Guntersdorf nach Genf, mal sehen was daraus wird. (hoffentlich ohne Bandscheiben OP)
 
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