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Kanupolo – die Kombination von kindlicher Verspieltheit und Kanusport
- sl -

Viele verbinden Kanu mit tiefen menschenverlassenen Schluchten, weiten Seeen und einem Gefühl von Freiheit. Doch was, wenn man im dicht besiedelten Flachland wohnt und nicht aufs Boot verzichten will?
Spielt man nun noch gerne Ball so ist die Wahl klar!

Kanupolo

Tobias Nietzold stellt den Sport erst einmal vor, um uns demnächst von nationalen und internationalen Tunieren zu berichten.
 
Sind beim Wildwasserpaddeln und Playboaten vorallem Feingefühl Bootskontrolle entscheidend, so ist dies beim Kanupolo nur ein kleiner Teil des Anforderungsprofils. Die Rolle sollte am Anfang schon sitzen, je mehr man sich jedoch mit dem Sport auseinander setzt, desto wichtiger werden Fähigkeiten wie Ballgefühl, Teamfähigkeit, Taktik, Schnelligkeit, Kraft und noch vieles mehr. All diese Dinge machen überhaupt erst den Reiz, dieses zugegeben etwas komplexen Sports aus - aber man wächst ja bekanntlich an den Aufgaben.
 
Kanupolo Rolf Nietzold
Der Kampf um die Deutsche Meisterschaft in der Leistungsklasse
Players: Göttinger Paddler Club - KG Wanderfalke Essen
Photo: Rolf Nietzold
Location: Deutsche Meisterschaften 2007 in Berlin Grünau/ Deutschland
 
In diesem Zuge möchte ich euch ein bisschen den Kanupolosport näher bringen, in der Hoffnung, dass ihr ihn vielleicht auch mal ausprobiert.
Denn in den Augen vieler Leute ist Kanupolo eine Mischung aus Handball und Basketball im Kajak, andere bezeichnen es eher als eine Art Rugby. Aber das taugt als Erklärung nur, wenn die Zeit sehr begrenzt ist. Denn Kanupolo ist für einen eingefleischten Wassersportler noch viel mehr…
 
Rolf Nietzold Kanupolo Deutsche Meisterschaft 2007
2007 war das Jahr der Göttinger Damen. Nach dem Deutschen Meister schafften sie auch noch den Sieg auf den European Championships 2007 in Bologna/Italien und wurden somit Europas beste Vereinsmannschaft 2007. Außerdem stellen sie inzwischen einen Großteil der Deutschen Nationalmannschaft und brachten sie in diesem Jahr auf der Europameisterschaft in Thury Harcourt/Frankreich ebenfalls zum Sieg.
Players: Göttinger Paddler Club
Photo: Rolf Nietzold
Location: Deutsche Meisterschaften 2007 in Berlin Grünau/ Deutschland
 
Zum Spiel (nach Wettkampfbestimmungen):

Beim Kanupolo spielen 2 Mannschaften auf einer Fläche von 35 m x 23 m gegeneinander und versuchen den Ball ins 1,5 m x 1 m große, gegnerische Tor zu befördern. Die Schwierigkeit dabei ist allerdings, dass das Tor 2 m oberhalb der Wasseroberfläche angebracht ist und Wasser oft so seine ganz eigenen Gesetze hat.
Jede Mannschaft hat maximal 8 Spieler, von denen aber immer nur 5 auf dem Feld sein dürfen. Die restlichen Spieler stehen in der Auswechselzone (hinter der eigenen Torauslinie, mit einem Abstand von 4m zum Tor) und dürfen während einer Partie jederzeit und unbegrenzt oft auswechseln.
Zur Ausrüstung gehören selbstverständlich ein Kajak und ein Paddel, aber außerdem noch ein Helm mit Gesichtsschutz (Visier) und eine Schwimmweste (zum Schutz des Oberkörpers). Ein Spiel hat zwei Halbzeiten von jeweils zehn Minuten (kann auch variieren). Die Spielzeit kann nur durch "Time-Out" der Schiedsrichter (Es gibt zwei. Stehen jeweils an den Längsseiten des Spielfeldes) unterbrochen werden.
Am Start stellen sich beide Teams an der Tor-Aus-Linie auf. Der Schiedsrichter schmeißt den Ball in die Mitte des Felds und auf den Pfiff sprintet jeweils ein Spieler jeder Mannschaft und versucht ihn so früher als der andere zu ergattern.

Ja, und dann geht es auch so richtig los...
 
Rolf Nietzold Kanupolo
International wird kein Ball verschenkt und man geht mit voller Härte zur Sache.
Players: Meridian (UK) - Viking (UK)
Photo: http://www.canoepolo.com/
Location: European Championships 2007 in Bologna/ Italien
 
Ziel ist es dann, wie bei jeder anderen Mannschaftssportart, den Ball ins gegnerische Tor zu befördern. Natürlich gibt es dabei auch so einige Regeln. Hier ein kleiner Einblick in die wichtigsten...
 
… Regeln des Kanupolosports.

  • Die Akteure dürfen den Ball werfen oder mit dem Paddel vorwärts bewegen (allerdings nicht vorwärts schlagen!).
  • Versucht ein Spieler den Ball mit der Hand aufzunehmen, ist es dem Gegner untersagt den Ball mit Hilfe des Paddels zu ergattern.
  • Spieler in Ballbesitz (d.h. der Ball ist in der Hand oder in Reichweite) dürfen attackiert werden, d.h. vom Gegner mit Hilfe seines Bootes in Bedrängnis gebracht werden oder ihn sogar durch einen einhändigen Schubs an der Schulter zum Kentern zu bringen.
  • Spielhandlungen die zur Gefährdung eines Spielers führen (mit dem Boot am Körper (Bereich der Spritzdecke gehört zum Körper), Schlagen oder Werfen des Paddels, Gegner gegen den Beckenrand Schubsen) sind untersagt und werden mit Spielstrafen geahndet.
  • Jegliche Form der Behinderung ist verboten (Festhalten des Boots, mit dem Paddel vom Boot des Gegners abstoßen oder heranziehen, die Spritzdecke aufziehen, mit zwei Händen schubsen, schubsen, wenn der Gegner nicht in Ballbesitz ist, oder ähnliches). Diese Art von Fouls können ebenfalls mit Spielstrafen geahndet werden.
  • Spielstrafen (je nach Härte des Fouls):
    • rote Karte: Der Spieler muss das Spiel verlassen und kann auch noch für weitere Spiele des Turniers oder sogar für andere Turniere gesperrt werden.
    • gelbe Karte: der Spieler muss für 2 Minuten das Spielfeld verlassen. In der Zeit spielt der Rest der Mannschaft mit einem Spieler weniger.
    • grüne Karte: Als Ankündigung für diese beiden Varianten gibt es die Verwarnung in Form der grünen Karte. Bei all diesen Bestrafungen kriegt das andere Team den Ball entweder als direkten oder indirekten Freistoß, die man als leichtere Strafe auch ohne Karte geben kann.
  • Der "fliegende" Torwart, der mit seinem aufgestellten Paddel versucht das Tor zu schützen, darf nicht weggeschoben werden.
  • Es ist nicht erlaubt, dass ein Spieler den Ball länger als fünf Sekunden hält, ohne ihn fortzubewegen (Fünf-Sekunden-Regel).
 
Kanupolo Zweikampf
Hartes Anfahren und somit eine Gefährdung des Gegners.
Players: Göttinger Paddler Club - ?
Photo: Kevin Schatz
Location: Internationaler Niedersachsenpokal 2007 im Freibad Brauweg Göttingen/ Deutschland
 
Natürlich gibt es noch ein paar Regeln mehr, doch zum selbst ausprobieren und fairen Spielen mit anderen, reicht es schon diese wichtigsten Regeln zu beachten.

Wem das dich noch nicht reicht hier gibt’s noch mehr:
Die Spielregeln (Auszug aus den Wettkampfbestimmungen)>>

oder
Was ist Kanupolo? >>

Weitere Links:
www.kanupolo.de(deutsche Polowebsite)
www.canoepolo.com(international)
Wikipedia (gute Erklärung)
Göttinger Paddler Club
 
Text: Tobias Nietzold /Göttinger Paddler Club

Lesermeinungen

10.04.2008   Lesermeinung
Alexander Koller
TrustedPaddler
hört sich echt interessant an wo kann man das probieren?
 
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