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Ecuador, Teil 4 - Ganz ohne linke Dinger - Die Schlucht der heiligen Wasserfälle des Rio Upano
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Am letzten Abend in Tena und nach der ultimativen kühlen Cerveza packen wir Boote und Ausrüstung für die Fahrt durchs Amazonas-Tiefland: Nach Süden zum Rio Upano. Unser Ziel: Die einmalige schöne „Schlucht der heiligen Wasserfälle“.
 
Ecuador Rio Upano
Quelle: Norbert Blank
Ecuador Rio Upano
Quelle: Norbert Blank
 
Unser Reiseführer kennt in der nahen kleinen Stadt Sucua nur eine begrenzte Auswahl an »Posadas«, den einfachen, landestypischen Unterkünften. Viele sind mehr Bretterbude als Hotel, reichlich dekoriert mit Christusfiguren und Pin-up-Postern. Aber unsere Nobel-Lodge mit Swimmingpool und Sauna bietet genug Platz, um die Boote für die seltene Befahrung dieses spektakulären Abschnittes des „Upano“ zu »tunen«. Sitze werden herausgeschraubt, Fußstützen justiert und Schaumstoffkeile zugeschnitten. Der Fotokoffer und das Saftey-Equipment finden im Heck des Bootes Platz. Heiße Diskussionen entbrennen um die richtige Gewichtsverteilung im Boot. Und wer hat noch Platz für die Hängematte, Moskitonetz, Notproviant und das Erste Hilfe Set?
 
Ecuador Rio Upano
Quelle: Norbert Blank
Rio Upano - grosses Wasser
 
Unser Ziel, die Befahrung der großen Schlucht des Rio Upano, hängt stark von Wasserstand und Wetter ab. Die sehr lange, exponierte gelegene und stark Hochwasser gefährdete, tief eingeschnittene Dschungel-Schlucht sieht nicht oft Paddler.
 
Ecuador Rio Upano
Quelle: Norbert Blank
45 km durch den Dschungel, heiliges Wasser. Gespannt beobachten wir Tag für Tag Wetter und Pegel des Upano. Dann – morgens um sechs - den Bauch voller Kohlehydrate und das Herz voller Mut geht’s los.

Anspannung und Freude steht auf den Gesichtern. Sehnige Hände krallen sich Halt suchend um die dünnen Rohre auf der Ladefläche des Pickups, der mit einigem Tempo die Schotterpiste entlang brettert. Mit Stilaugen versuchen wir immer wieder einen Blick auf den Fluss zu erhaschen. Leider gibt kein DKV-Auslands-Führer detailliert Auskunft über den Upano.

Dürftig sind die Informationen über Schwierigkeitsgrade und Kernstellen – zu selten die Befahrung als das verlässliche oder detaillierte Informationen vorliegen würden. Zumindest profitieren wir von unserer jahrelangen Erfahrung im Dschungel-Paddeln: Ecuadors Flüsse sind meist gutmütig: Selten lauert hinter der nächsten Ecke eine unfahrbare Stelle oder ein Wasserfall. Gefälle und Schwierigkeiten sind in Ecuador eher gleichmäßig und kontinuierlich, ohne plötzlich auftauchende Hammerstellen. Immer wieder sollte man aber den Wasserstand prüfen, denn starke Regenfälle im Oberlauf können die Flüsse innerhalb einer halben Stunde um Meter ansteigen lassen.
 
Imposant verengt sich vor uns das ewige Grün in die Schlucht der heiligen Wasserfälle. Unser Blick schweift immer soweit wie möglich voraus – Paddeln mit langem Hals ist angesagt: Lauert hinter der Kurve da rechts ein Baum, ist die überwucherte Felswand links vor uns unterspült? Doch die Natur hier in Ecuador ist mit uns. Siphone, Unterspülungen, Steckstellen, Bäume oder ähnlich »linke« Dinger sind selten. Die Steine sind rund, ohne scharfe Kanten und Ecken. Wehre oder andere künstliche Eingriffe im natürlichen Flusslauf finden sich auf tausenden von Flusskilometern nirgends. Natur und Wildwassergenuss ist angesagt und das bei immer genug Wasser unterm Kiel.
 
Ecuador Rio Upano
Quelle: Norbert Blank
 
Die große Schlucht der Upano übertrifft all unsere Erwartungen: Gigantische Wasserfälle stürzen links und rechts von uns herab, Schwärme von Papageien flattern über uns hinweg und die Strömung schiebt uns mit offenen Mündern durch den sagenhaften Canyon. Dank Niedrigwasser gehen die Schwierigkeiten nie über WW 3+ hinaus, trotzdem lässt der mächtige Strom seine ungezähmte Wucht immer wieder durchblinseln. Selbst bei niedrigem Wasserstand werden hier ordentlich Kubikmeter bewegt. Zügig, trotz Pausen, Foto- und Video-Stops erreichen wir nach schon fünf Stunden den Ausstieg – überglücklich.
 
Ecuador Rio Upano
Quelle: Norbert Blank
 
An unserem letzten Abend, unter dem Dach des südlichen Sternenhimmels, genießen wir am Lagerfeuer die wohlschmeckenden Bananen und Ananas besonders. Neben uns gluckst das Wasser des Rio Upano ruhig aber beständig und enteilt Richtung Amazonas. Und wer genauer hinhört, versteht die eindeutige Botschaft: Komm wieder, mutiger Plastikbootfahrer, damit wir zusammen durch den Dschungel toben können.
 
Text und Fotos: Norbert Blank

Viel sehen und viel Paddeln in kürzester Zeit
Norbert Blank bietet perfekt organisierte und geführte Touren zum Paddeln in Ecuador an: Möglich im Kajak oder Schlauchcanadier – für Einsteiger und WW-Profis:
http://www.ecuador-kajak.com

Termine 2009/2010:

Tour Ecu I: 28.11.2009 bis 12.12.2009
Wildwasser Abenteuer Amazonas, WW 3 bis 4

Tour Ecu II: 28.11.2009 bis 12.12.2009
Wildwasser Einsteiger Amazonas, WW 1 bis 3

Ecuador Ecu III: 26.12.2009 bis 09.01.2010
"Rio Upano" - Durch die Schlucht der heiligen Wasserfälle, WW 3 bis 4

Tour Ecu KM: 09. bis 23.01.2010
KANUmagazin Leserreise, WW 3 bis 4

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