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Kasachstan Trilogie III
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Die Koksu-Fälle Doch die kasachische Reise ging weiter Richtung Charyn. Doch zuvor wollten wir den Koksu-Fällen einen Besuch abstatten und diese auf ihre Befahrbarkeit hin prüfen. Nicht nur der schwer beladene Toyota, auch wir hatten mit der zentralasiatischen Gluthitze zu kämpfen. Die geringe Lufteuchtiggkeit absorbierte alles Feuchte umgehend und machte die erreichten 41° Celsius nochhalbwegs erträglich – wir schwitzten nicht einmal. Die Koksu-Fälle führten mehr Wasser als Vasilii erwartet hatte. Er war vor 15 Jahren bei seiner ersten Kajaktour dort gewesen, als noch niemand daran dachte so etwas zu fahren. Doch auch bis heute verschlägt es kaum Paddler dorthin und die Fälle erwarteten ihre Erstbefahrer. Der erste Fall sah gar nicht so schlimm aus, obwohl auf den ersten Blick keine geeignete Linie erkennbar war. Fall Nummer zwei machte einen völlig harmlosen Eindruck, als ob einen maximal ein paar Enden erwarteten, ehe man aus dem Unterwasser katapultiert werden würde. | ![]()
Quelle: kayakussr.com
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Quelle: kayakussr.com
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Tom gelang eine makellose und präzise Befahrung. Er vollführte einen Bilderbuch-Boof über die schmale Zunge in der Fallmitte und schoss, wie aus einer Steinschleuder abgefeuert und mit ordentlich Spray, aus dem Unterwasser hervor.
Es war nicht möglich, den zweiten Fall vom Ufer aus zu sichern, also fuhren Vasilii und Alexander als erste, um „vom Boot aus zu sichern“. Links war ein ein kräftiges Loch, rechts fast grünes Wasser. Von oben betrachte, sah es aus, als könne man direkt nach rechts ins Kehrwasser boofen. Bei konkreter Annäherung stellte sich unglücklicherweise heraus, dass alles etwas größer war, als wir von oberhalb wahrgenommen hatten. Alexander traf das grüne Wasser mit Höchstgeschwindigkeit, tauchte ab und wieder auf - und wurde dann in den Rücklauf gezogen. |

Der Charyn So machten wir uns in bester Stimmung auf zum mächtigen Charyn. Die Straße war schon für sich einen Schau: 100 Kilometer über eine Ebene zwischen zwei Gebirgszügen. Als die letzten weißen Gipfel des Djungarsky Alatau Gebirge hinter uns außer Sicht waren, erspähten wir am Horizont die schneebedeckten Berge des Tyan-Shan Gebirge vor uns. Der Charyn fließt nicht im Gebirge, sondern durch ein Plateu in einer tiefen Schlucht, die durch ihr rotes und schwarzes Gestein recht hübsch, aber auch etwas düster daherkommt. Wir erreichten das Tal der Burgen, ein beeindruckendes Naturdenkmal, welches wir jedoch in erster Linie wegen der GPRS-Abdeckung aufsuchten, um Informationen über die Zubnaya Shotka Schlucht, den, neben dem Tau Teke Rapid, schwierigsten Abschnitt des Flusses, herunterzuladen. | ![]()
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Suchbild: Wer findet den Toyota? |

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Zubnaya Shotka (Toothbrush Canyon) begann mit einer kleinen Stromschnelle, die uns bereits ein wenig das Gefahrenpotential diese Flusses spüren ließ. Das Flußbett war voller verstreuter, scharfkantiger Felsbrocken, die eine größere Anzahl von Syphons formten und, als Zugabe, mehrere rückläufige Löcher und ordentlich Gefälle generierten. Und dann waren wir recht schnell mitten drin in der „Zahnbürste“, den Namensgeber der Schlucht. Es begann mit einer Horror-Stelle, die, nach einer Reihe zuführender Walzen, den kompletten Fluß in einem Syphon unter einem flussbreiten Stein verschwinden ließ. In der Anfahrt muss man kurz nach der letzten Walze von links nach rechts traversieren, um zu einem kleinen Durchlass zu kommen, von dem aus man sich nach rechts in Sicherheit boofen kann.
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Wir stellten einen Kameramann auf den Felsen, der den Syphon bildete, bereit, die letzten Sekunden im Leben eines Paddlers zu filmen. Vielleicht steigerte ich mich auch ein wenig zu sehr in die Sache hinein, doch die Geschichte meines Freundes Yar Vkasov setzte mich einfach unter Stress. Ich hatte sie vor vielen Jahren, zu Beginn meiner Paddelkarriere, gehört und es damals richtig mit der Angst zu tun bekommen. Yar verpasste das letzte Kehrwasser zu Beginnn der Strecke, stieg aus und schwamm den ganzen Kilometer WW 5, ehe er in den Syphon gezogen wurde. Er hatte bereits mit seinem Leben abgeschlosssen, als er irgendwie doch noch hindurchgezuzelt und unterhalb wieder ausgespuckt wurde. Er tauchte in einem Kehrwasser auf und verlor sofort das Bewußtsein.
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Der finale Boof misslang beiden und sie schwappten durch den schmalen Schlitz, durch den doch ein Boot, sogar samt Paddler, hindurchpasste. Ingesamt gesehen also zwei gelungene Befahrungen. Als nächstes waren Vasilii und ich an der Reihe. Ich hatte mir den Eingang des Kataraktes nicht angesehen und mich auf Vasiliis Anweisung „ab durch die Mitte“ verlassen. Nach einer Biegung erwartete mich ein Loch, das es sehr genau mit mir nahm: ich war gefangen und im Surfen bemerkte ich, dass die Kehrwasser auf beiden Seiten auf höherem Niveau waren. Also versenkte ich so lange meine Bootsenden in das einschießende Grünwasser, bis mich das Miststück auf dem Bug stehend ausspuckte.
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Wir bestaunten die verrückten Felsformationen während wir dem Ausstieg entgegentrieben, wo der treue Toyota auf uns wartete, um uns die 2000 Kilometer nach Russland zurückbringen.
Ihr fragt mich, wo die Handlung, die Auflösung, der Bezug und die Faszination dieser Episode ist? Nun gut, wir leben ein großes, unaufhaltbares Abenteur, und da man nie weiß, wie ein Tag enden wird, wird immer Raum für Faszinierendes bleiben. Text: Peter Malkin/kayakussr.com Übersetzer: Robert Platzer Web-Tipp: www.kayakussr.com | ![]()
Quelle: kayakussr.com
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