In ganz neuem Gewand ist die website www.ondabrava.com. Nicht nur das, trotz niedriger Wasserstände konnten unlängst auch 2 tolle Erstbefahrungen in Galicien verbucht werden! Local Thomas Schmidt berichtet aus Spanien.

Quelle: Thomas Schmidt
Erkundung des Ouro bei spätsommerlichem Niedrigwasser
Wieder mal haben wir einen sehr unbeständigen Winter in Galicien und Asturien.
Der November fing mit heftigen Regenfällen und Hochwasser sehr vielversprechend an. Im Dezember dann die Ernüchterung mit trockenem Hochdruckwetter und rasch fallenden Pegelständen.
Im Januar nun Wasserstände auf unterstem Winter-Niveau.
Trotz aller Widrigkeiten hat sich die letzten Jahre in Nordgalicien eine kleine, aber feine Kayakergruppe zusammen gefunden. Mit dieser Gruppe gelingt es uns hin und wieder neue Bäche und unbekannte Teilabschnitte zu befahren.

Quelle: Thomas Schmidt
Richtung Einstieg des Ouro
Rio Ouro
So gelang uns Anfang Januar die Erstbefahrung des zweiten Teilabschnitts des Rio Ouro.
Vor zwei Jahren versuchten wir uns am ersten Abschnitt, doch leider mussten wir wegen einbrechender Dunkelheit die Tour abbrechen.
Jetzt zwei Jahre später ging es da weiter wo wir vor zwei Jahren aufgeben mussten.
Der Ouro ist ein sehr kleiner Bach in der Sierra de Cadramon (Nebel an mehr als 200 Tagen im Jahr) und nur die ersten Kilometer bieten Wildwasser mit vielen Höhenmetern.

Quelle: Thomas Schmidt
Schöne Granitrutschen auf dem Ouro
Auf der Strecke von Balsa bis zur Brücke von Frexulfe überwindet der Ouro auf drei Kilometern einen Höhenunterschied von 120 Metern. Wobei der letzte Kilometer zum Ausstieg sehr flach ist.
Auf den verblockten Zwischenstücken fehlte uns etwas Wasser unterm Kiel (bei ordentlichem Pegel sicher ein Genuss), in den Kernstellen allerdings gab es dagegen genug Wasser (bei höheren Pegeln werden diese Stellen bestimmt heftig).

Quelle: Thomas Schmidt
An der Stufe links umtragen (schwer abzusichern)
Aufpassen mussten wir an einem 7m Wasserfall. Eventuell fahrbar, aber sehr kompliziert zum absichern. Wir haben links mit Seilen umtragen, dazu muss man jedoch ein Kehrwasser mit Siphon direkt vor der Stufe erwischen.
Bei viel Wasser sollte man hier sehr vorsichtig sein.
Insgesamt ist der Ouro ein richtiger Leckerbissen für Abenteuerfreunde, eingebettet in einer sehr schönen Landschaft mit Schwierigkeit WW IV und bei ordentlich Wasser mit WW V.

Quelle: Thomas Schmidt
Anxo auf dem Landro medio
Medio Landro
Auf der TO DO Liste stand danach noch der mittlere Landro. Nachdem wir 2004 den Landro clásico und Anfang 2008 den oberen Landro erstbefahren haben, gab es immer noch einen unbekannten Mittelteil.
Der mittlere Landro überwindet auf etwas weniger als fünf Kilometern einen Höhenunterschied von ca. 240 Metern.

Quelle: Thomas Schmidt
Celso in der „Kopfschmerz“- Stufe
Die Tage im Winter sind kurz und auf dem Landro folgte Stufe auf Stufe. So endete die Tour in der Dunkelheit und die Boote mussten zurückgelassen werden.
Dank Carlos´ Taschenlampe wurde ein Weg zurück in die „Zivilisation“ gefunden.

Quelle: Thomas Schmidt
Die Stufe „No return“
Eine Woche später lagen die Kayaks natürlich noch immer an der selben Stelle und die Tour wurde hier weitergeführt.
Es folgte ein kleiner Canyon mit schöner Eingangsstufe, doch leider kam danach ein siphonierter unfahrbarer Abschnitt ohne Umtragemöglichkeit.
Celso, Carlos und José Miguel waren etwas voreilig die Stufe gepaddelt und konnten nur von oben „geborgen“ werden.

Quelle: Thomas Schmidt
Hilfe von oben
Leider musste die Stelle aufwendig umtragen werden, nur um direkt nach dem Einbooten vor der nächsten unfahrbaren Stelle zu stehen.

Quelle: Thomas Schmidt
Schöner Canyon, aber leider heisst es umtragen
Wieder hiess es raus aus den Booten, aber diesmal war der Umtrager wesentlich einfacher.
Danach wurde der Landro einfacher und bis zum Ausstieg gab es keine Schwierigkeiten mehr.
Fazit des Landro medio ist, man spart sich besser den Schlussteil und beendet die Fahrt an einer Brücke vor dem letzten Canyon.
Auch so hat man viel Paddelspass auf drei Kilometern bei dann immer noch ca. 170 Höhenmetern.

Quelle: Thomas Schmidt
Ein schöner Tag geht zu Ende mit Rodeoeinlage auf dem Landro clásico
Insgesamt ist der Landro unserer Meinung nach ein grossartiger Bach mit drei Teilabschnitten.
Puente Rio Coruxos – Puente Cabana 2,5 km. WW III - V
Puente Cabana – Puente Ferraria 3,9 km. WW IV – V
Puente Xerdiz – Gromedoiro 6 km. III – IV (V)
Einzig die neuen Wasserableitungen auf den beiden obere Abschnitten trüben ein wenig die Freude. Allerdings wird nicht zuviel Wasser abgeleitet, so dass bei gutem Regenwetter einer Befahrung nichts im Wege steht.
Bericht: Thomas Schmidt
Fotos: Carlos, Juan und Thomas
Link: Mehr Fotos der vorgestellten Befahrungen und eine Googlemap gibt es auf der neugestalteten website
Ondabrava