Vom Almsee nach Grünau

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Einstieg: Da das Almseewehr aus Sicherheitsgründen für eine Befahrung gesperrt ist, wird üblicherweise ca. 300m flussabwärts vom linken Ufer zugestiegen (offizielle Einstiegstelle). Falls mit Anfängern am Almsee geübt wurde, kann die Wehranlage am linken Ufer umtragen werden. Vorsicht: an warmen Tagen sonnen sich hier sehr viele Schlangen! Bitte nicht mit dem Paddel zuschlagen - es handelt sich meist nur um harmlose Ringelnattern?! Beachte weiters, dass der Almsee "Privatgewässer" ist! Die Befahrung dieses Sees ist mit Ruder- und Paddelbooten erlaubt, jedoch gibt es eine Befahrungsbeschränkung: vom 1. Oktober bis 15. April gilt für alle Boote am Almsee absolutes Befahrungsverbot! Darüberhinaus ist Paddeln und Rudern nur von 0800 bis 1800 Uhr erlaubt! Hinweisschilder am Seeufer weisen mehrmals darauf hin.
Ausstieg: In der Ortschaft Grünau wird nach dem Fußgängersteg (Pegelstandort) noch oberhalb des Grünauer Wehres die Alm am linken Ufer verlassen. Besondere Vorsicht beim Überqueren der Straße - an schönen Wochenenden reger Ausflugsverkehr. Parkmöglichkeit auf der anderen Straßenseite. Falls bis Scharnstein weitergefahren wird, dann ebenfalls hier die Fahrt unterbrechen. Obwohl das "Grünauer Wehr" fahrbar ist, sollte nur bei besten Bedingungen dieses hohe Holzwehr (!) abgefahren werden. Bei hohem Wasserstand ist nämlich größte Vorsicht geboten! Es hat im Rücklauf des Tosbeckens schon einmal einen Todesfall gegeben! Bei niederen Wasserständen machen sich unangenehme Felsblöcke im Unterwasser bemerkbar! Die Umtragung über die Straße und der Abstieg über die steile Uferböschung am linken Almufer stellen daher die beste Lösung dar.

Pegel: Grünau: 135 - 160 cm

Gruppe: Anfängerfluss! Auch größere Gruppen möglich!

Ausrüstung: Komplette WW-Ausrüstung erforderlich!

Schon beim Einstieg geht es im engen Bachbett flott talwärts. Die typischen Kleinflusshindernisse machen sich in diesem obersten Almabschnitt mitunter unangenehm bemerkbar. Bäume und Sträucher hängen weit in den Fluss hinein und in den engen mit Felsen gespickten Kurven können Baumleichen die Durchfahrt erschweren. Dennoch laden immer wieder kleine Kehrwasser zur Einfahrt ein. Besonders vor der Straßenbrücke vom WH Jagersimmerl zum Almtalerhaus befinden sich sehr schöne Übungsstellen. Falls dieser Flussteil nicht befahren wird, dann kann bei eben dieser Brücke zugestiegen werden - linkes Ufer! Unmittelbar nach der Brücke die erste Wehranlage. In der Wehrmitte liegt die beste Spur. Das Bachbett bleibt eng und nach einem kleinen Campingplatz strömt von rechts der Straneggbach zu. War bis jetzt das Wasser glasklar wird es durch Kalkmilch hellgrau eingetrübt. Dies ist der Preis für den höheren Wasserstand. Da der Straneggbach sehr selten befahren wird, trifft man kaum auf einfahrende Kollegen. Das Bachbett wird nun deutlich breiter und die hellen Kiesbänke an den Ufern geben Zeugnis von der Geschiebemenge dieses Flusses. Kurz vor und direkt beim Jagdschloss Auerbach befinden sich am linken Ufer einige Spielstellen, die durch buhnenähnliche Blockwürfe entstanden sind. Falls der Hannoveranerprinz zu Hause ist, ist besondere Aufmerksamkeit geboten! Keine Sorge, die Alm ist ein öffentliches Gewässer! Nach der Brücke zum Jagdschloss nimmt das Gefälle wieder zu und von einer Felswand am rechten Ufer erstreckt sich über die gesamte Bachbreite ein markanter Steinwurf. Je nach Wasserstand ist die beste Fahrroute ausfindig zu machen. Im Unterlauf drückt die Alm auf das linke mit steilen Felswänden durchzogene Ufer zu. Im rechten Uferabschnitt taucht der Wildpark Grünau auf. Wölfe und Bären, falls man sie sieht, lassen Abenteurerstimmung aufkommen. Die Alm der "Klondike River des Toten Gebirges". Da das Gefälle abnimmt, wird zunehmend Geschiebe abgelagert und der Almfluss beginnt sein Flussbett entsprechend zu verändern. Er verwildert. Die Schotterbänke werden zu bestimmten Zeiten von Grauganskolonien bevölkert. Sie kündigen das am linken Ufer auftauchende Konrad Lorenz Institut an. In Gänsemanier wird man bei der Vorbeifahrt mit lautstarkem Geschrei und aggressiven Gehabe begrüßt. Nach einer Linkskurve taucht die Wehranlage beim Sägewerk Auinger auf. Bei hohem Wasserstand eher rechts der Wehrmitte einfahren. Der tiefe Stopper sorgt für eine üppige Wasserdusche. Nach einer weiteren, sehr niedrig gebauten Wehranlage laden auf Höhe einer Jugendherberge noch vor Erreichen der Straßenbrücke (mit alter Pegelmarkierung am linken Widerlager) enge Buhnenfelder zur Einfahrt ein. Die Alm wird kurzzeitig zum Waldfluss. Vor der vierten Wehranlage kann links in den großen Kehrwassern zusammengewartet werden. Je nach Wasserstand sollte dieses Wehr besichtigt werden. Eher links abfahren. Nach einer Rechtskurve folgt ein schnellbewegtes Fluss-S mit sehr spritzigen Wellen. Dies ist die wohl schönste Stelle der oberen Alm, die ihren Abschluss in einem zügigen Schwall unterhalb einer Brücke findet. Durch einen Werkskanal wird nochmals Wasser entzogen. Über eine niedrige Wehrstufe wird im rechten Flussarm abgefahren. Ober- und unterhalb einer Würstlbude, bei der Einmündung des "Vorderen Rinnbaches" sind die letzten interessanten Stellen der Alm ausgebildet. Vereinzelt leisten auch hier Reste der alten Wildbachverbauung einen Beitrag zur Ausbildung von Wildwasserneulingen. Nach kurzer Fahrt taucht der Almsteg zum Pegelstandort auf und kündigt das nahe "Grünauer Wehr" und somit den Ausstieg an.

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1 Kommentar

  1. TrustedPaddler
    KanuKurtvor 6 Jahren

    Befahrung am 14.05.2013 bei einem Wasserstand von 144,8 cm (Alm/Penningersteg 12:21 online Pegel ) 140 cm wären mein persönlicher Mindestpegel. Dem oben geschriebenen kann ich eigentlich nicht,s hinzufügen. Auf den ersten 2 KM wäre es für Anfänger von Vorteil wenn die Seilfähre rückwärt,s beherrscht wird- bei einer Kenterung könnten die diversen Holzhindernisse unter Umständen gefährlich werden.

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