Salzachöfenreport

Eine Vorstellung einer der berühmtesten und berüchtigsten Klammen Österreichs.

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Österreichs größte Flußklamm wurde bereits vor über 70 Jahren erstbefahren. In dieser Zeit galt die Schlucht wohl als Ziel der Besten.
In der Folge ereigneten sich viele Tragödien.
Viele Jahre später sollen die Öfen auch schon mit Luftmatratze und in der Nacht befahren worden sein. Wie präsentieren sich die Salzachöfen für die Kajakfahrer heutzutage?

Alex Boresch bei hohem Wasserstand kurz vor Schluchtende.

Entscheidend welche Situation den Kajakfahrer in der Klamm erwartet ist der Wasserstand. Man kann dazu den Pegel Golling heranziehen: Als starkes NW gilt 90cm.
Ab einem Pegel von 110cm bilden sich in den Öfen Preßwasser, die mit steigender Wassermenge immer energischer werden.

Da die Salzach in diesem Bereich kraftwerksgeregelt ist, sind Wasserstandsschwankungen sogar auf dem Weg zum Einstieg möglich. Eine letzte Kontrollmöglichkeit bietet die Einstiegstelle, wenn diese große Felsplatte überspült ist, ist der Wasserstand über 110cm.
Bei NW fließt die Salzach übersichtlich über Schwälle durch die Schlucht. Kriterium ist bei jedem Wasserstand die Schluchtausfahrt. Was von hoch oben übersichtlich erscheint, entpuppt sich bei NW als ein Gewirr von riesigen Felsbrocken, obwohl die Durchfahrt beim Hufeisen relativ breit ist.

Das Hufeisen bei starkem Niederwasser

selbe Stelle bei hohem Wasserstand

Bei MW und HW erschweren starke Preßwasser die dann schon recht wuchtige Durchfahrt, zudem ist die linke Klammwand in der Ausfahrt stark angespült. Es gibt allerdings dann auch schon Alternativen zur Befahrung auf der rechten Flußseite.

die stark angespülte Felswand auf der linken Seite bei HW

Die Frage nach den Schwierigkeiten ist nicht ganz einfach zu beantworten. Bei Pegeln um 100cm übersteigt die Schlucht WW IV nicht, vorausgesetzt man findet die richtige Spur durch das Hufeisen.
Bei mehr Wasser nähert man sich sicherlich dem V. Grad.
Zu berücksichtigen sind allerdings die Wasserstandsschwankungen, die starken Preßwasser und die unangenehm angespülten Felsen im unteren Abschnitt.
Zudem befindet man sich auch in einer Klamm ohne Umtrage- oder Besichtigungsmöglichkeit. Der Wanderweg verläuft hoch oben und man neigt dazu die Verhältnisse zu unterschätzen.

Hufeisen bei starkem NWHufeisen bei HW

Eine stark wasserstandsabhängige Sache also, in der Ortskenntnisse eventuell von Vorteil sind. Trotzdem denke ich, daß man sicheren Fahrern eine Fahrt durch die Öfen empfehlen kann, sie sind ungeheuer eindrucksvoll.

Ausfahrt aus dem Hufeisen

Keinesfalls sollten aber die Gefahren unterschätzt und die Salzachöfen verharmlost werden. Wer sich vom Wanderweg aus schon nicht sicher ist, sollte in jedem Fall eine Fahrt unterlassen.

Der Weg durch das Hufeisen bei HW

Die Fotos stammen von Bettina Altenberger und Egbert Kainzbauer (aus der Flußdatenbank). Ganz besonderer Dank an Eva und den Alex Boresch für die tollen Fotos und die Collage vom Hufeisen.

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4 Kommentare

  1. no-avatar
    Bernhard Maurachervor 13 Jahren

    Toller Beitrag Tommi!
    Ich bin sie bis jetzt nur einmal gefahren, und dass bei Niederwasser im Spielboot.
    Bis bald auf`m Bach, Bernhard M.

  2. no-avatar
    michael Strömervor 13 Jahren

    Toller Artikel !
    Bins nur einmal gefahren; Jetzt weis ich, dass wir doch recht vel Wasser hatten. Es war auch sehr grimmig.
    lg
    strömer

  3. no-avatar
    Schülerinvor 9 Jahren

    Die Fotos sind toll! Lob an den Fotografen (an den Paddler natürlich auch...)

  4. no-avatar
    Peter Dintervor 4 Monaten

    Irgendwann vor etlichen Jahren befuhr eine Gruppe AKCler die Öfen bei Nacht. Holger Machatschek hatte Beziehungen zur Süddeutschen Zeitung; die Erzählung von der Befahrung erschien dort halbseitig. Kommentar eines Redakteurs einen Tag später: "Die Eroberung des Unnützen ".
    Welch' Schwachsinn! Dann ist jede Bergbesteigung, jede Erstbefahrung auch unnütz. Der ganze Alpinismus ist wohl in Augen diese Schreiberlings unnütz. Spaß am Machbaren! Nein danke!

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