Norwegen Bericht

Teil 2 des Norwegen Berichts von Bernie Mauracher

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Als wir am späten Nachmittag nach einem Zeltplatz suchen, biege ich in einen vielversprechenden Feldweg ab. Schon nach wenigen Metern sinke ich mit meinem Auto bis zum Bodenblech ein. Ich komme nicht mehr vor und nicht mehr zurück. Wir müssen die Räder freischaufeln und irgendetwas darunter legen. Nils und ich graben wie zwei Bagger. Benjamin gibt Gas und zu dritt schieben wir so fest wie es nur geht. Dabei steht Nils direkt hinter dem durchdrehenden Reifen. Es bedarf nicht allzu viel Phantasie, um sich vorzustellen, wie er anschließend aussieht.

Die norwegische Landschaft geizt nicht mit Superlativen. Ein Besuch bei den mächtigen Gletschern im Fjordland gehört zum Pflichtprogramm einer jeden Norwegenreise und stellt ein unvergessliches Erlebnis dar. Bernhard Rauscher, Stefan und Klaus unternehmen eine Gletscherwanderung, deren Nachahmung sie anschließend nur empfehlen können.

Am nächsten Tag geht es ins Raundalen, wo wir an den „Kittelbreaker-Falls“ einsetzen. Bis zum sogenannten „Nose-Breaker“ erwartet uns eine anspruchsvolle Teilstrecke. Der Schwierigkeitsgrad liegt zumeist im oberen Bereich, was für Norwegen eigentlich ganz normal ist.

Der „Nose-Breaker“ auf dem Raundalselva ist ein sehr mächtiger, etwa zwölf Meter hoher Wasserfall. Dort geht so viel Wasser hinunter, dass ich beim Boofen überhaupt nichts spüre, obwohl ich unten komplett flach aufkomme. Es ist einfach ein super Gefühl.

Stefan Renner am Nose BreakerBernhard Rauscher

Die letzten Tage unseres Urlaubs verbringen wir im Osten von Norwegen, in der Gegend rund um die Sjoa. Mittlerweile haben sich Franz und Jürgen, zwei österreichische Paddelkollegen, dazugesellt. Zusammen befahren wir Jölstra, Astre, Tundraelvi, Skjöli, Bövra, Finna und Sjoa. Einer der spektakulärsten Bäche ist jedoch die Store Ula. An den berühmten fünf Wasserfällen lassen sich, je nach Wasserstand, Mut und Können, geschätzte 35 Höhenmeter abbauen.

Benjamin am Eingang der fünf Wasserfälle

Nun komme ich am dritten Fall an die Reihe

Der vierte Fall ist mit etwa 17 Metern der höchste. Die Anfahrt zur Fallkante stellt die größte Schwierigkeit dar, dann geht alles wie von selber (Achtung! Akute Verletzungsgefahr bei wenig Wasser).

Und zu guter Letzt der fünfte Fall mit Stefan Renner

Am Ende unserer Reise blicke ich mit gemischten Gefühlen zurück. Zwar sind wir jeden Tag einen anderen schönen Abschnitt gefahren, aber zugleich ist auch unsere Liste der alltäglichen Katastrophen immer länger geworden. Fünf Paddel mussten daran glauben, zwei Kajaks sind demoliert und drei Bootspitzen verbogen. Darüber hinaus mussten Klaus, Benjamin, Nils und Bernhard Rauscher verletzungsbedingt jeweils mehrere Tage aussetzen. Es ließe sich an dieser Stelle sicherlich noch eine Menge über beeindruckende Fossen, hinterhältige Walzen und fiese Unterspülungen erzählen. Ich möchte es jedoch hierbei belassen, bevor jeder denkt, bei Norwegen handele es sich lediglich um ein Reiseziel für suizidgefährdete Stürzer. Für mich war es jedenfalls ein toller Urlaub, den man in dieser Form sicherlich kein zweites Mal erleben wird.

Auf diesem Wege möchte ich mich bei meinen Kollegen bedanken, dass alles so wunderbar geklappt hat. Danke auch an Bernhard Rauscher aus München für die Fotos, die er mir zur Verfügung gestellt hat, sowie an Stefan Steffl für die Helme und die Firma Eskimo für die Boote.

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3 Kommentare

  1. TopSiteNews
    Bach Birgitvor 17 Jahren

    Hey Berni !
    Schluck,mein Gott !
    Das ist ja der Wahnsinn,dort wäre ich bestimmt nie runter gefahren.
    Ich muß schon sagen,super gemacht.
    Ich freue mich schon auf den Dolomitenmann,wenn ich euch alle wieder treffe.
    Bis bald dann mal,ciao Birgit
    Liebe Grüße auch an die Gang :o)

  2. TopSiteNews

    Guter Artikel. Bis spätestens am 3.10.
    Gruß fresko.

  3. TopSiteNews
    Fiete Kagelvor 17 Jahren

    Vielen Dank für den schönen Artikel! So konnte ich endlich einmal den Wahrheitsgehalt von Nils gesammelten Erzählungen überprüfen. War jedoch in etwa deckungsgleich (bis auf einige Auslassungen).
    Herzlichst Euer Fiete

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