Testbericht Robson C U Fly Florian Kühnel, Paddelblatt

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Kaum ein Boot zieht derzeit am Fluss so viele Blicke auf sich wie das neueste Open Canoe von Robson. Das Auto steht noch gar nicht richtig und schon kommen die ersten Schaulustigen um einen Blick auf die neueste Rodeo-Wunderwaffe zu werfen.

Doch wehe, wenn das Boot abgeladen oder gar zu Wasser gelassen wird. Am Testtag konnte das PADDELBLATT Rodeo Team es gar nicht richtig ausprobieren, da es ständig von irgendwelchen Kajakfahrern in Beschlag genommen wurde. Und diese kamen erstaunlich gut damit zurecht, so dass Kommentare wie das jedem OC-Fahrer wohlbekannte "Badewanne" oder "hässliches Entlein" und ganz neu "Blumenkasten" schnell verstummten.

Und genau das ist der C U Fly. Ein flaches kajakartiges Unterschiff mit leicht nach oben gezogenen Enden, scharfen Kanten und einem aufgesetztem Kasten. Toll ausgestattet mit zwei massiven Streben, Sattelsitz mit Fußstützen, Bulkheads, Schaum auf beiden Seiten und wie bei jedem Wildwassercanadier mit zwei Luftsäcken, die allerdings nicht mehr viel Volumen auszufüllen haben.

Robson C U Fly

Beim Probesitzen an Land fällt erst einmal das komplette Fitting positiv auf, das außergewöhnlich guten Halt bietet. Für große Leute lässt sich aber die Fußstütze nicht weit genug verstellen, was sich aber durch herausnehmen einer Schraube leicht beheben lässt. Die Fußstütze sollte auch mit den beiden verbleibenden Schrauben noch genügend Halt bieten.

Ein Canadier jedoch gehört ins Wasser. Durch das flache Unterschiff liegt der C U Fly sehr stabil in seinem Element. Bedingt durch seine Länge (oder Kürze) ist er aber sehr langsam, allerdings nicht unbedingt wendiger als vergleichbare Wildwasserboote. Das tiefheruntergezogene Heck ist selbst bei relativ leichten Fahrern überspült und die Bugspitzen schauen nur leicht über die Wasseroberfläche.

Erst in der Welle zeigt der Robson C U Fly sein ganzes Potential. Das perfekte Fitting ermöglicht maximale Bootskontrolle. Aufgrund der großen Breite liegt das Boot sehr stabil quer zur Welle und der hochgezogene Süllrand verhindert im Zusammenspiel mit den vielfach vorhandenen Abrisskanten, dass zuviel Wasser ins Cockpit spritzt. Die geringe Länge und die flachen Enden ermöglichen es, dass Heck unters Weißwasser zu drücken und so stabil parallel zur Strömung zu surfen.

Robson C U Fly

Robsons neues OC reagiert fantastisch auf Gewichtsverlagerungen, so dass quer zur Welle bereits durch einfaches nach Vorne- oder nach Hintenlegen eine Drehung eingeleitet werden kann. Die Enden lassen sich leicht unter Wasser drücken, um in die Vertikale zu gelangen und wegen des geringen Volumens in den Spitzen wird man dabei auch nicht aus der Welle getrieben.

Im schweren Wildwasser mag man mit diesem Boot durchaus seine Überraschungen erleben, da es aufgrund des geringen Volumens leicht von großen Walzen gestoppt werden kann und man eine Ehrenrunde dreht. Die geringe Endgeschwindigkeit und Spurtreue erschwert das Queren von schnellen Strömungen und Ausweichen vor Hindernissen. Das überspülte Heck wird wohl einige Male abgesaugt werden. Im leichten WW mag das Spaß machen, im schweren ist es nicht zu empfehlen.

Robson C U Fly

Der Robson C U Fly ist das Ergebnis einer Entwicklung, die mit Quake und Super Fly begann, mit Aftershock und Spanish Fly fortgeführt wurde und zur Zeit im CU Fly endet. Was es uns gebracht hat? Ein Boot das super surft, einfach zu kerzeln ist und es in der Welle mit jedem Kajak aufnehmen kann, aber mit einem klassischen WW-Canadier vielleicht gerade noch die Ausstattung mit Streben, Sattelsitz und Luftsäcken gemeinsam hat.

FAKTEN, FAKTEN, FAKTEN

Hersteller: Robson
Boot: C U Fly
Material: PE superlinear
Länge: 208 cm
Breite: 76 cm
Höhe: 38 cm
Cockpit: 112 x 65 cm
Volumen: 300 l
Gewicht: 17,3 kg
Ausstattung: Komplett gefittet mit Sattelsitz,
Fußstützen und Auftriebskörpern
info: www.robsonpaddle.de

Fazit: Perfekt für die Welle

Copyright: Florian Kühnel, Paddelblatt

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