Von Windischgarsten nach Dirnbach

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Einstieg: Die Teichlbefahrung kann von mehreren Einstiegen erfolgen. Führt der Dambach als Vorfluter genügend Wasser, dann wird unterhalb des letzten Dambachwehres in Windischgarsten zugestiegen. Erfolgt die Teichlbefahrung als Solofahrt, dann bieten sich im Falle des Autostoppens die Teichlbrücke der B138 (Pegelstandort) oder bei Überstellung mit der Bahn die Dambachbrücke der Straße Windischgarsten-Roßleithen als Startplätze an.
Ausstieg: Bei Solofahrt mit Bahnüberstellung oder Autostopperei wird bei der Teichlbrücke in Dirnbach ausgestiegen. Kurzer Anstieg zum Bahnhof Hinterstoder. Bei Gruppenfahrten hingegen wird als Ausstieg der Zusammenfluss Steyr-Teichl gewählt. Durch den Elisabethsee zum Parkplatz paddeln - bei Badebetrieb kann es Probleme mit dem Badeseebetreiber geben. In diesem Fall die Boote über die Badewiese tragen, oder der Steyr entlang ca. 400 m zur Steyrbrücke schleppen, falls der geschlossene Schranken die Zufahrt zur Teichlmündung verwehrt!

Pegel: Windischgarsten: (1)30 bis (1)60 cm = St. Pankraz 170 - 200

Gruppe: Die Teichl ist auch mit Großgruppen befahrbar.

Ausrüstung: Komplette WW-Ausrüstung erforderlich!

Da die Befahrung der Teichl als Gruppenfahrt erfolgt und der Dambach als Vorfluter ausreichend Wasser führt, wird in Windischgarsten beim letzten Dambachwehr begonnen. Dieses Wehr ist unfahrbar! Vom rechten Ufer wird von einer Uferverbauung in den Bach eingesprungen. Der Dambach ist in seinem letzten Abschnitt - ca. 2km bis zur Mündung in die Teichl - unschwierig zu befahren. Lediglich einige Gefällsbremsen lockern diesen sanften Wiesenbach auf. Kurz nach der Mündung in die Teichl wird linksufrig der Pegelstandort (Teichlbrücke Windischgarsten)erreicht und die Teichlbrücke der B 138 unterfahren. Achtung überspülte Reste eines Holzjoches in Flussmitte. In der ersten scharfen Linkskurve eine niedrige Stufe. In der Mitte abfahren. Träger Fluss bis zur ersten Autobahnbrücke. Es dauert nicht lange und eine fast identische Stufe taucht auf. Ab hier beginnt die Wildwasserfahrt. Die Strömung nimmt zu, die Kurvenradien werden enger - die Teichl beginnt zu mäandrieren, und erste Felsblöcke tauchen auf. Bis zur zweiten Autobahnbrücke sind einige leicht verblockte Schwälle zu durchfahren. Nach dieser engen Felsblöcke den Bach erheblich ein und nach ablaufenden Hochwassern ist hier auch mit Baumleichen zu rechnen. Das Ende dieser Schwallzone wird durch die dritte Autobahnbrücke markiert. Die Autobahn begleitet auf kurzer Wegstrecke sichtbar den Fluss. Durch das Tosen des Wassers und dem Helm hört man vom Autolärm so gut wie nichts. Die Pießling führt von links kommend Wasser zu. Von ihrer Mündung bis zur Brücke beim Bahnhof Pießling wurden im Sommer 2003 mit dem Bagger Hangsicherungsarbeiten
durchgeführt und die hier vorhandenen Schwallzonen dabei deutlich entschärft! Bereits vor der Brücke zieht die Hauptströmung am rechten Ufer entlang und nach einer kleinen Stufe baut sich eine Walze auf. Bei Kenterung muss jedoch mit unliebsamen Kontakt verborgener Konglomeratfelsen gerechnet werden. Die Strömung bleibt in der Folge heftig. Vor der vierten Autobahnbrücke locken einige Buhnenfelder am rechten Ufer. Hier ist jedoch Vorsicht geboten! Die Felsen, besonders jene unmittelbar vor der Brücke wurden mit Eisenbahnschienen gesichert, die am Bootskörper schwere Schäden bewirken können. Nach einer kürzeren Ruhezone folgt ein weiterer Schwall. Auch diesem wurde durch Sicherungsmaßnahmen von der Urkraft genommen. Eine schmale Hängebrücke schließt diesen Schwall ab und leitet in eine dunkle Konglomeratschlucht über. Die fünfte Autobahnbrücke überspannt diesen kleinen Canyon. Direkt unter der Brücke lauert am rechten Ufer eine hell aufschäumende Deckwalze. Mit Schwung ist sie leicht zu durchfahren und geübte Paddler können in das rechte Kehrwasser ausschlingen. Die Selzthalbahn mit einer architektonisch eindrucksvollen Eisenbrücke markiert die Mündung des Hinteren Rettenbaches. Glasklares Wasser strömt von rechts zu. Nach einigen Kehrwassern ist die sechste Autobahnbrücke erreicht. Das von Autofahrern so geliebte Asphaltband verläßt mit dem Lainbergtunnel das Teichltal und die ursprüngliche Landschaft in ihrer Natürlichkeit kehrt zurück. Eine kleine Schotterinsel taucht auf und Kanuten mit dem Hang engere Kanäle zu befahren wählen, falls genug Wasser einfließt den rechten Flussarm. Nach ruhiger Fahrt taucht in einer scharfen Rechtskurve das einzige Wehr der Teichl auf. Eine häßliche schwarze „Gummiwurst“ und große Felsblöcke im Unterwasser machen diese Wehranlage unfahrbar. Daher links anlanden und von einer Schotterrampe wieder zusteigen. Beim aufgelassenen Sägewerk Steinwurf mit Eisenträgern. Rechts der Mitte ist die beste Durchfahrtsroute. Umtragung des Steinwurfwehres am rechten Ufer problemlos möglich. Am Werkskanalzulauf befindet sich eine Pegellatte. Eventuell als Hilfspegel von Bedeutung. Der nun folgende zweite Flussabschnitt (viele Paddler beginnen besonders bei NW erst hier die Fahrt) unterscheidet sich vom soeben befahrenen grundsätzlich. Die Teichl wird zunehmend zum Schluchtenfluss und kann obwohl WW III- nicht überschritten wird mit Teilen der steirischen Salza verglichen werden. Hoch aufragende Konglomeratwände mit den typischen Kolken prägen das Bild. In regenreichen Sommern kommt es immer wieder zu kleineren Felsstürzen oder fallen Bäume in die Schluchten. Manche Stellen werden daher mit gemischten Gefühlen und eher zügig durchfahren. Die Unterspülungen sind teilweise sehr lang und tief. Bei niedrigeren Wasserständen bieten sie sogar Schutz vor plötzlich auftretenden Gewittern. Bei Hochwasser hingegen sind sie die Gefahrenstellen der Teichl! Nach Einstimmung auf die neue Flussnote und Durchfahrung mehrerer eingesenkter Mäander taucht die Teichlbrücke von St. Pankraz auf. 1998/99 wurde, um die Brückenpfeiler vor Auskolkung zu schützen, unmittelbar nach der Brücke eine wasserbremsende Steinwurfstufe angelegt. Links der Mitte ist bei Mittelwasser eine Ablaufzunge ausgebildet. Spielstelle (!). Am rechten Ufer Pegelstandort. Dieser Pegelstand ist für die nun folgende Teichlschlucht von Bedeutung. Ab 170 cm ist mit ordentlichen Bedingungen in der Schlucht und in den darauffolgenden Schwällen zu rechnen. In der Teichlschlucht rücken die Felswände auf 3 - 4 m zusammen, wodurch das Wasser entsprechend verpresst wird. Durch diese Engstelle wird man wie in einem Wildwasserkanal eines Erlebnisbades durchgespült. Bei höheren Wasserständen wird der Spülvorgang leichter empfunden als bei Niedrigwasser. Nach einer Linkskurve nochmals nett verblockter Schwall mit schönen Durchfahrten. Kurz vor der kleinen Ortschaft Dirnbach mit Straßenbrücke zum Bahnhof Hinterstoder muss nochmals aufgepasst werden. Holzpfähle stehen teilweise überspült von der Flussmitte bis zum linken Ufer. Ab Dirnbach noch einige enge Kurven mit heftiger Strömung. Die siebente und letzte Autobahnbrücke und eine Eisenbahnbrücke kündigen das nahe Ende der Fahrt an. Nach einem riesigen Felsblock macht sich der Rückstau des Kraftwerkes Klaus bemerkbar. Die Teichl mündet in die Steyr. Dies merkt man auch im Hochsommer an der unterschiedlichen Wassertemperatur. Besonders wohltuend wird aber die Badewassertemperatur des Elisabethsees empfunden.

Aktualisierter Bericht: 21. Oktober 2003

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