Dietmar Fries berichtet über eine Reise nach Sri Lanka, einem Land, dass unter Wildwasserpaddlern noch relativ unbekannt ist.

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Sri Lanka Fries

Hulu Ganga

Im Frühjahr 2003 fasste ich den festen Entschluss zu einer Paddelreise nach Sri Lanka (ehemals Ceylon).
Dank der Unterstützung und Vermittlung von Wolfram Steinwendtner – er war 1976 der Organisator einer Expedition nach Ceylon und besuchte später oftmals dieses Land – konnten die Vorbereitungen neben unserem Beruf zügig getroffen werden und auch die Buchung eines Fluges, samt Bootstransport, zur Weihnachtszeit von München nach Colombo war nicht sehr schwierig.

Fries Sri Lanka

Magal Ganga

Wir wollten nicht nur die damals beschriebenen Flüsse befahren, sondern auch, wenn möglich, den einen oder anderen neuen Fluss kennenlernen.
Am 21. Dezember war es dann so weit. Nach einem ca. 10-stündigen Flug mit Zwischenlandung in Sharjah wurden wir von unserem Chauffeur Michel, einem sehr freundlichen und wegen seines großen Engagements sehr hilfreichen Singalesen, mit unserem Mietauto vom Flugplatz abgeholt.
Unser erster Weg führte uns in das "Survey Department" in Colombo, wo wir uns mit Kartenmaterial versorgten.

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Agra Oya

Noch am selben Tag fuhren wir weiter nach Kitulgala, wo wir im selben Resthouse wie unsere Vorgänger gut untergebracht waren, und alles so wie im damaligen Bericht vorfanden.
Unser erster Fluss sollte der direkt an unserer Unterkunft vorbeifließende Kelani Ganga sein, den wir auf einer Strecke von 17 km befuhren.

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Mahaweli Ganga

Die nächste Station unserer Reise sollte Ratnapura sein. Auf der langen Fahrt dorthin – eine Reisegeschwindigkeit von 20 bis 30 km/h ist die Norm – wurde so mancher Fluss auf Befahrbarkeit angeschaut und beim Magal Ganga wurden wir fündig. Nachdem wir bei der Anfahrt einer Kobra von Angesicht zu Angesicht ins Auge schauen konnten, wurde ein günstiger Startpunkt an einer Brücke gefunden. Auf Grund des niedrigen Wasserstandes und des anfangs geringen Gefälles rechneten wir mit einer leichten Dschungelfahrt weit abseits der Straße. Zur Halbzeit änderte sich aber das Gefälle und es folgten etliche Gefällsstufen von bis zu 8 Meter Höhe, die oftmals – vielleicht auch wegen der geringen Schüttung – nur durch Übertragen überwunden werden konnten. Ziemlich abgekämpft erreichten wir den Ausstieg an einer Brücke, bei der schon die Baustelle für einen Kraftwerksbau mit Wasserableitung zu sehen war.

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Magal Ganga

Das als Edelsteinzentrum bekannte Ratnapura wird vom Kalu Ganga, einem der größten Flüsse des Landes durchflossen. Nachdem wir erfolglos einen anderen scheinbar interessanten Fluss (Rat Ganga) aufsuchten – leider war wegen Wasserableitung eine Befahrung nicht mehr möglich – starteten wir eine Unternehmung zum Oberlauf des Kalu Ganga. Obwohl er auch in diesem Bereich sehr gemächlich dahinfließt, sollte es eine landschaftlich sehr eindrucksvolle Fahrt werden. Nach kurzer Fahrt wurde der Fluss zirka alle 100 m von durch Stangen gebildete Stauanlagen unterbrochen, die jeweils mit einer Arbeitsgruppe von Edelsteinsuchern besetzt waren. Für die freundlichen Männer war es eine erfreuliche Abwechslung zu ihrer eintönigen Arbeit, alle winkten uns zu, zeigten uns die günstigsten Durchfahrten oder öffneten kurzfristig die Sperren und zogen notfalls unsere Boote über die seichten Stellen. Vorbei an Affenherden und einigen badenden Elefanten war bald das Ziel erreicht.

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Edelsteinsucher am Kalu Ganga

Befahren wurde noch der Agra Oya, Maha Oya und der Mahaweli Ganga und der Hulu Ganga, letzterer mit zum Teil wasserfallartigen Passagen. Dieser Fluss kann auf alle Fälle weiterempfohlen werden.

Zusammenfassend möchte ich sagen, dass Sri Lanka 2003/04 ein sehr ereignisreicher Urlaub gewesen ist; da wir 7 Tage auf verschiedenen Flüssen verbrachten, kamen die Besichtigungen natürlich zu kurz, sodass für einen weiteren Besuch Sri Lankas genügend interessante Ziele übrigblieben.

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Kelani Ganga

ANREISE:

Preis der Flugtickets nach Veranstalter und Termin sehr unterschiedlich (Preisbeispiel: München – Colombo retour 999 €; Bootstransport 80 €)
Bootstransport muss bei der Buchung angemeldet werden.

TRANSPORT UND UNTERKUNFT:

Mietwagen mit Chauffeur ist sehr preisgünstig (ca. 30 € pro Tag) und unbedingt zu empfehlen. Hotels verschiedener Güte sind meist ohne Vorbestellung zu bekommen (eventuell für die erste Nacht bzw. am Meer); die Preise sind, nicht nur für die Unterkunft, sehr günstig.

BESTE ZEIT:

Die Weihnachtszeit kann wegen der zu geringen Wassermenge nicht als ideal bezeichnet werden; ein Besuch ca. 1 Monat früher dürfte wahrscheinlich günstiger sein; unterwegs sahen wir so manches Bachbett, das bei genügend Wasser für eine Befahrung von Interesse sein dürfte.

KARTEN:

„Road Map of Sri Lanka“ im Maßstab 1 : 500 000 als gute Übersichtskarte
Karten im Maßstab 1 : 50 000. Zumindest Nr. 53 (Kagalla), Nr. 54 (Kandy), Nr. 67 (Avissawella), Nr. 68 (Nuwara Eliya), eventuell Nr. 55, 60, 61, 62, 69, 74, 75, 76.
Alle Karten erhältlich bei:
Surveyor General’s Office, Kirula Road, Narahenpita, Colombo 05
Map Sales Centre, Nr. 62, Upper Chatham Street, Colombo-01.

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Kelani Ganga

Zusammengestellt von Dietmar Fries, Stand 2003 / 2004.

Der gesamte Reisebericht ist in der Zeitschrift "Österreichischer Kanu Sport" Ausgabe 2 / 2004 nachzulesen. (Zeitschrift des österr. Kanuverbandes www.kanuverband.at)

Flussbeschreibungen in der Flussdatenbank.

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