Harte Männer, harter Wettkampf - Dolomitenmann 2006

Die "härtesten Männer unter der Sonne" trafen am vergangenen Wochenende in Lienz zusammen um ihre Meister zu küren. Beim 19. Dolomitenmann wurde ein gewohnt großartiger Wettkampf geboten. Bitterer Beigeschmack. 31 Teams wurden wegen Problemen mit GPS disqualifiziert.

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Zum 19. Mal trafen sich am vergangen Wochenende die härtesten Männer unter der Sonne beim Dolomitenmann. 110 Teams aus Bergläufer, Paragleiter, Paddler und Mountainbiker war in diesem Jahr beim ältesten Extrem-Staffel Bewerb der Welt am Start.

dolomitenmann 2006 prechtl

Als ob sie alles genau im Blick haben wollte, lachte die Sonne Samstag Früh vom Osttiroler Himmel. Kein Wölkchen trübte die Stimmung, beste Voraussetzungen für einen gelungenen Wettkampf. Pünktlich um 10:00 Uhr starteten die Bergläufer vom Lienzer Hauptplatz in Richtung Dolomiten. Auf nur zwölf Kilometern führte die Berglaufetappe 1700 Meter in die Höhe. Teilweise absolvierten die Athleten die Strecke auf allen Vieren. Schon nach wenigen Minuten setzte sich der Tscheche Magal Jiri vom Team Fakelmann dicht gefolgt vom Zillertaler Markus Kröll (Red Bull) an die Spitze. Magal konnte seine Führung im schroffen Gelände der Dolomiten bis zum Ziel halten und erreichte nach 01:23:06 das Kühboden-Törl 2441 Metern Höhe. Kröll übergab mit 1:05 Minuten Rückstand als zweiter an seinen Paragleiter Wendelin Ortner aus Osttirol. Dicht dahinter erreichte der Schweizer David Schneider das Ziel.Nach der Übergabe mussten die Paragleiter in einem hals- oder besser knöchelbrecherischen -Sprint etwa 200 Meter zum extrem steilen und steinigen Startplatz laufen. Durch Probleme des Fakelmann-Paragleiters Stepan Pavel erhob sich Wendelin Orthner vom Team Red Bull als Erster in die Lüfte.

dolomitenmann 06 orthner

dolomitenmann 06 hudetz

Der Osttiroler Wendelin Ortner......übergab als Erster an Harald Hudetz vom Team Red Bull

dolomitenmann 2006

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Vorbei an zwei Pylonen am Spitzkofel, die in einem 60 Meter Radius passiert werden mussten, führte die erste Etappe hinüber auf die Moosalm. Mittels GPS sollte später festgestellt werden ob die Flugstrecke genau eingehalten wurde.

Nach der Zwischenlandung an der Moosalm war bei den Fliegern wieder Beinkraft gefragt. Mit dem Schirm auf der Schulter mussten etwa 500 Höhenmeter bis zum "Damenstart" bewältigt werden. Von dort ging es in direkter Fluglinie hinunter zum Sportplatz in Leisach wo die Paddler schon sehnsüchtig gen Himmel starrten.

dolomitenmann prechtl

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dolomann 2006

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Mike Küng übergab......an Olli Grau

Kurz vor Zwölf segelte Ortner als erster Paragleiter über die Fichten am Sportplatz und krönte sich mit einer Zeit von knapp über 34 Minuten zum Sieger der Paragleit Einzelwertung. Nun lag es am Klagenfurter Harald Hudetz die Führung des Red Bull Teams auf der Kajak-Etappe weiter auszubauen aber auch die Verfolger standen bereits in den Startlöchern. Etwas überrascht über das frühe Eintreffen seines Fliegers Mike Küng zeigte sich Olli Grau der für das www.global-lotto.at Team am Start war.

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Blockabfertigung

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Die Kajak-Etappe wurde heuer vom Osttiroler Kajak Club mit zusätzlichen Aufwärtspassagen verschärft. Unverändert blieb jedoch der Start: Kurzer Sprint nach der Übergabe zur Drau, durchschwimmen und weitere 150 Meter Sprint zum Alpinstart aus etwa sechs Metern Höhe - danach der prüfende Blick zur Spritzdecke.

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Der obere Abschnitt der Drau wurde bestimmt durch die fünf Kräfte zehrenden Aufwärtspassagen. Ein ebenfalls recht tückisches Kriterium war der Baum, der knapp oberhalb der Drauwalze platziert war und unterrollt werden musste. Entscheidend dabei war, das Tor dahinter nicht zu versäumen.

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kajak.at Rookie 06 Jan Gatterer von den Cafe Wah Allstars

Auf den letzten 1300 Metern wartete die Regatta-Etappe zum Zusammenfluss Drau/Isel. Von dort mussten wieder 300 Meter flussaufwärts zum Iselkatarakt bewältigt werden um schließlich den Katarakt hinauf zu tragen. Die tückisch platzierten Tore im Katarakt forderten den die Paddler bis zum Ende ihrer Kräfte was am Übergabeplatz Kanute-Mountainbiker oft recht deutlich wurde.

dolomitenmann prechtl

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Nach 28:09,5 Minuten Paddelzeit schickte Harald Hudetz mit Tagesbestzeit den Mountainbiker Roland Stauder auf die letzte Etappe. Über 1300 Höhenmeter führte die Strecke durch extrem steiles Gelände hinauf zum Hochsteinkreuz. Oft mussten die Sportler die Bikes schultern um vorwärts zu kommen. Vom höchsten Punkt ging es in rasanter Fahrt über die Abfahrtspiste H2000 zurück nach Lienz. Mit mehr als sechseinhalb Minuten Vorsprung brachte Stauder den Sieg der Red Bull Mannschaft ins Ziel wo kurz darauf eine rege Diskussion um Disqualifikationen und GPS laut wurde.

Link: Ergebnislisten

dolomitenmann 2006

dolomitenmann arnd schäftlein

Auf zum Start!Arnd Schäftlein im Ziel

Insgesamt 31 Teams mussten von der Jury wegen Ungereimtheiten infolge der neuen GPS-Regelung aus der Wertung genommen werden. Nicht abgegebene GPS-Geräte, versäumte Kontrollpunkte und streckenwidrige Flugrouten hatten ebenso eine Disqualifikation zur Folge wie Fehler in der Datenübertragung. Davon betroffen waren keineswegs nur Amateur-Teams. Auch Top-Flieger wie Christian Amon, Mike Küng oder Kaspar Henny konnten ihre Flugrouten nicht belegen.

dolomitenmann prechtl

Team Red Bull gewinnt vor Robotunits und Skoda Auto

Die Diskussionen über den Entscheid der Jury waren Samstagabend auch lange nach der Siegerehrung nicht verstummt. Gefeiert wurde trotzdem denn der Dolomitenmann ist schließlich das Treffen der Härtesten unter der Sonne – und die sind auch im nehmen hart!

Fotos & Text: Judith Prechtl
Link: Dolomitenmann

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