Paddeln im Südwesten Australiens, Teil 2

Nach der ernüchternden Erfahrung mit den Westaustralischen Flüssen machte ich mich auf, den Wellen eine Chance zu geben und mich davon zu überzeugen, daß Westaustralien ein Paddelziel [...]

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Nach der ernüchternden Erfahrung mit den Westaustralischen Flüssen machte ich mich auf, den Wellen eine Chance zu geben und mich davon zu überzeugen, daß Westaustralien ein Paddelziel ist.

Meinen ersten Versuch startete ich an den örtlichen Stränden der Landeshauptstadt Perth. Das Meer ist etwa 10km westlich vom Stadtzentrum. Ich nahm den Zug und stellte mich auf Fragen über mein "Gepäck" ein.

In einer Ticketkontrolle wurde mir erklärt, es sei ganz normal, alles Tragbare im Zug zu transportieren - Surfbretter, Longboards und Bodyboards sowieso, auch so manch Grosseinkauf sei schon gesichtet worden. Die Wellen waren zu meiner Enttäuschung nicht allzu gross, schulterhohe Wellen waren eine Ausnahme.

Minkus Australien

Aber ich gab den örtlichen Stränden noch ein paar Chancen. So verbrachte ich am Meer einige Stunden, wobei diese mehr kommunikativ als sportlich waren. Ich konnte erfahren, dass Rottnest Island den Swell abblockt und daher die Strände von Perth so gut wie nie Wellen ueber 2m bekommen. Rottnest Island liegt 12km westlich im Meer und soll ein Surfparadies sein, falls man über ein Motorboot verfügt, das einen zu Breaks bringt.

Am Wochenende ging es raus aus der Stadt. 120km nördlich von Perth, in Lancelin, schafft ein Outer Reef Wellen wie aus einem Surfmagazin. Nachdem man ungefähr 15min hinaus gepaddelt ist, erreicht man die Wellen.

Wir hatten Wellen um die 3m. Es ist ein komisches Gefühl "mitten" im Meer zu surfen. Die Wellen entstehen wie aus dem Nichts und verschwinden nach ungefähr 200m im Wasser.
Beim Zurückpaddeln zum Take-Off nimmt man den Weg um die Wellen und kann zuschauen wie Andere an einem vorbei surfen.

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Aber ein Outer Reef hat auch seine Schattenseiten. Es gibt in nächster Nähe kein Ufer, also darf einem unter keinen Umständen die Spritzdecke aufgehen. Auch Fotografieren ist schwierig, da man zum einem in den Wellen das Gewicht seiner Kamera nicht im Boot haben will und zum anderen will man die Kamera nicht unbedingt "mitten" im Meer auspacken. Für das Spritzdeckenproblem gibt es eine einfache und praktische Lösung: Surfwachs.

Ich musste die Erfahrung machen, dass die normalen Freestyle-Kajaks mit den groesseren Wellen etwas überfordert sind. Es mangelt an Top Speed und auch die Carve-Eigenschaften lassen zu wünschen übrig. Für die kleineren Wellen, nicht mehr als 2m, sind sie aber wie geschaffen.

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Der Strand ist in West Australien ein zentraler Ort der Freizeitbeschäftigung. Man kann sich sorglos austoben und so manche Idee von fragwürdigem Sinn in Realität umsetzen. Nur etwas Vorsicht ist geboten, da es am Strand keine Geschwindigkeitsbeschränkung gibt.

Ob West Australien ein gutes Paddelziel ist, ist fraglich. Flüsse gibt es zu wenige, aber super Wellen dafür umso mehr. Eine Reise wert war und ist es auf jeden Fall.

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Text & Bilder: Christian Minkus

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Bootfahren macht Spaß - Momente davon "einzufrieren" auf einem Bild, macht auch Spaß ...Zum Fotografieren nehm ich oft die Paddler her. Freude und Begeisterung, Mut, Respekt & Ehrfurcht ist aus den Gesichtern zu lesen.

1 Kommentar

  1. no-avatar

    naja generell ist Australien halt nicht so der platz zum WW Kajak fahren. Die besseren Flüsse gibt es eher noch in NSW und in den Snowy mountains zw. Canberra und Melbourne. Da gibt es übrigens auch einen Murray river der gar nicht ma so schlecht ist. Auch zur Zeit der Schneeschmelze, jawohl Schneeschmelze! gibt es ein paar echt schöne Flüsse wie z.B den Snowy, Swampy plains, oder Goodradigbee die sogar mit Mehrtagestouren und glasklarem Wasser aufwarten können.

    Ansonsten wissen die meisten schon warum sie eher wegen der Wellen, oder zum tauchen kommen. Ein Kajak (schon gar ein übergewichtiges WW Kajak) ist in einer Meereswell imho gegenüber einem Board immer benachteiligt und erinnert, sorry, stets etwas an versehrtensport...Einzige Vorteile sind das leichtere Anpaddeln von sehr langsamen Wellen wegen der größeren Eigengeschwindigkeit und die (zumindest subjektiv) größere Sicherheit gegenüber den großen Weissen die es leider an fast allen breaks in Australien (ausser vielleicht gold coast) gibt.

    Sorry ist mir nur spontan eingefallen weil man nicht oft von WW in Australien liest hoffe es langweilt nicht

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