Radlbach II - Auf unbekanntem Terrain

Mal sehn, wie’s weiter oben ist... Diesmal wagte sich unser Trupp gute zwei Kilometer tiefer in den Radlbachgraben hinein. Eine spannende Expedition zwischen Riesenschotter und Bilderbuchhupfern.

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Mal sehn, wie’s weiter oben ist... Diesmal wagte sich unser Trupp gute zwei Kilometer tiefer in den Radlbachgraben hinein. Eine spannende Expedition zwischen Riesenschotter und Bilderbuchhupfern.

Vorgeschichte: Radlbach, unterer Teil

radlbach bernd penker

Gemütliches Einpaddeln am Radlbach

Nach einer längeren Diskussion ob des niedrigen Wasserstandes fällt die Entscheidung am vergangenen Dienstag schlussendlich zu Gunsten des oberen Radlbaches aus. Angesichts der engen und schwierigeren Passagen erscheint der fehlende Wasserdruck geradezu verlockend, zumindest einen Teil des uns unbekannten Baches genauer zu erkunden. Das Bodenspionageteam war bereits mehrmals vor Ort um sich ein grobes Bild zu machen – was uns erwartet, ist höher, steiler und steiniger als der untere Abschnitt.

radlbach heinz jaklitsch

radlbach heinz jaklitsch

Wenig Wasser......und viele große Kieselsteine

radlbach florian hubmann

Nur nicht stecken bleiben. Abschnittsweise wird's eng.

Zunächst gilt es, einem passenden Einstieg zu finden - man will ja nicht gleich oberhalb der ersten Schwierigkeit einsteigen. Die Entscheidung fällt auf ein "gemütliches" Platzchen unter einem mit Bäumen verlegten Katarakt. Ein genauerer Blick bringt die rasche Ernüchterung: was von der Straße aus als einpaddeltauglicher Abschnitt interpretiert wurde, stellt sich, vom Ufer aus gesehen, doch als die erste Schwierigkeit heraus. Egal, 20 Meter Steinslalom müssen zum einpaddeln reichen. Mehr ist in diesem Bereich sowieso nicht zu finden.

radlbach florian hubmann

radlbach georg worsche

FahrfehlerSlalom

Viel muss man über den Oberen Radlbach nicht schreiben. Der Bach bahnt sich einen Weg durch eine dicke Schicht Gletschergeschiebe und ist daher mit runden Felsen und Steinen stark verblockt. Eine Schwierigkeit reiht sich an die nächste - anzusehen ist nahezu alles aber auch Umtragen ist überall möglich. Zwischen den Engstellen mit vielen schönen Hupfern liegen kurze, stark verblockte Abschnitte auf denen die Hauptkunst darin liegt, zwischen den riesigen "Kieselsteinen" nicht stecken zu bleiben.

radlbach judith prechtl

radlbach georg worsche

Rein in den Tumpf...... raus aus dem Tumpf

Besonders beeindruckend ist ein etwa zwei Meter hoher Abfall der auf der linken Bachseite um eine Kurve in einen türkisblauen Tumpf führt, die rechte Spur ist mit einem dicken Wurzelstock verlegt. Aus dem Tumpf hinaus führt ein weiterer schöner Hupfer.

radlbach judith prechtl

Ab durch die Mitte!

Unbedingt gut anzusehen ist ein etwa eineinhalb Meter hoher Sprung der auf etwa halber Strecke von der Straße aus sichtbar ist. Schon in der Anfahrt erfordern einige Walzen etlichen Schwung. Vor der Stufe verteilt sich das Wasser auf drei Arme. Links ist klemmgefährlich und unbedingt zu vermeiden, rechts wartet ein Felsen unterhalb des Abfalles. Der einzige Weg führt über die mittlere Spur, die es mit einer überspülten Felsnase und einem nicht ganz sauberen Unterwasser in sich hat.

radelbach worsche

radelbach bernd penker

Und noch ein Hupfer...Rechts halten!

Wenig später ist eine Stelle auf etwa 15 Metern aufgrund zu vieler Bäume derzeit unfahrbar. Zahlreiche weitere Baumhindernisse konnten händisch rasch aus dem Weg geräumt werden.

Im Zweifelsfall lieber umtragen

Die Einschätzung des "zweifelhaften Wasserfalles" (Radlbach Teil 1) etwa 200 Meter nach Beginn der Forststraße stellte sich als Richtig heraus. Rechts bis Mittig kann die etwa vier Meter hohe Wasserfallrutsche zwar recht gut gefahren werden, jedoch sollte die Spur sicher erwischt werden. Zu weit links bedeutet einen Frontalcrash mit einem Felsen im Unterwasser zu riskieren – schmerzhaft für Boot und Paddler! Umtragen beidseitig möglich.

radlbach georg worsche

3,5 Stunden für knappe zwei Kilometer und trotzdem gut gelaunt!

Nach gut 3,5 Stunden erreichen wir mit einigen blauen Flecken den Ausstieg am Beginn der Forststraße. Eine aufregende Expedition liegt hinter uns und alle sind begeistert. Trotz etlicher wasserarmer Passagen machen die vielen schönen Hupfer den Radlbach für uns zu einer lohnenden Fahrt die - bei mehr Wasser - sicherlich wiederholt werden wird. Eins ist aber zweifelsfrei klar, den letzten Wasserfall nehm ich beim nächsten Mal zu Fuß.

Fotos: Georg Worsche, Bernd Penker, Florian Hubmann, Heinz "Jacky" Jaklitsch, Judith Prechtl
Text: Judith Prechtl
Mehr Fotos: kajaking.sharepointservice.at

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