Expedition ins nördliche Thailand- Part III

Drei neuseeländische Paddelprofis unterwegs in Thailand: Im dritten Teil der kajak.at Serie haben Josh Neilson, Will Clark und Sam Ward denkwürdigen Kontakt mit den einheimischen Guerillas, bezwingen den Tard Luang in zwei Etappen und machen eine Mehrtagestour auf dem Nam Wa.

TopSiteNews Thailand

Josh Neilson, Will Clark und Sam Ward bereisten im Oktober 2007 ein kanutechnisch ziemlich weißes Fleckchen Erde im norden Thailands. Einige Erstbefahrungen, aber auch erfolglose Suchen nach Wasserfällen gingen auf ihr Konto.

Bei kajak.at berichtet Josh in einer fünfteiligen Serie von ihrem sechs wöchigen Trip, hier ist der dritte Teil:

Thailand Tuard Luang

Am zweiten Oktober sind wir nun in der Provinz Nan angekommen um diese sehr bergige Gegend zu erkunden.

Paddlersparadise: 80% des Lands steiler als 45%?!

Wir kamen spät in der Nacht an und blieben über Nacht im Nan Guest Hostel. Am morgen bekamen wir von einigen Locals den Tipp, dass es in nördlicher Richtung am Tard Luang einige Wasserfälle gebe. Wir beluden unseren Wagen und brachen mit großer Erwartung auf. Am Fluss trafen wir einen Einheimischen, der auf uns gewartet zu haben schien. Interessiert zeigte er flussaufwärts und wollte uns führen. Wir luden die Boote ab und folgten. Er lief und lief, kannte alle Abkürzungen und Furten. Als wir dachten, es ging nicht mehr höher, griff er eines unser Paddel und forderte uns auf ihm weiter zu folgen.
Oben angekommen sahen wir das Ziel unserer Bemühungen, ein sauberer 15 Meter Fall gefolgt von einer Reihe kleinerer.Mit gezügter Kamera machten wir uns auf den Weg abwärts zum Ausstieg. Vom zweiten zum letzten Fall sahen wir unseren Führer in der Nähe des Pools wartend. Bei ihm einige Männer in Tarnfleck mit Waffen, waren wir also doch auf den netten Mann hereingefallen? Wir kamen langsam näher und hofften in ihrem Herrschaftsbereich willkommen zu sein. Der Mann mit der Waffe sah mir in die Augen und über sein Gesicht folgte ein breites Lachen.erste Rutsche am Tard Luang River

Thailand Luang Tard

Begrüßungskommision mit späterem Gemeinschaftsfoto

Nach ein paar „team Photos“ stiegen wir aus und fuhren zurück nach Nan, wo Essen und ein Bier auf uns wartete.

Am 4. Oktober nach einem Tag erfolgloser Suche nach Traumwildwasser machten wir uns auf in Richtung Silaphect River, etwa eine halbe Stunde nordwärts des Tard Luang.
Dieser Fluss besteht aus zwei Schluchten, die wir nur teilweise hatten einsehen können. Auch der Weg durch den Dschungel zu unserem Einstieg ließ uns nur erahnen was hier auf uns wartet, so machten wir uns auf zum Einstieg mit Vorfreude aber auch mit einer gehörigen Portion Respekt. Nach einer Stunde ließ unser Dschungelpfad nur noch einen Weg in Richtung Fluss frei, so stiegen wir hinab. Direkt unterhalb zweier großer Fälle begann unsere Fahrt durch die erste Schlucht.

Thailand Silophect

Thailand Siophect

Sam boofet den SilophectAusgangsstufe zweite Schlucht

Im Hauptfall zwang uns mal wieder ein Baum zu einer längeren Umtrage, ansonsten gab es viele saubere Linien und klassische Drops. Auch die zweite Schlucht war gut zu fahren.

Am Ausstieg warteten junge Thailänderinnen mit gebratenem Huhn, Truthahn und Ei am Spieß auf uns, das perfekte Ende eines Klassikers und unserer Erstbefahrung Nummer 4.

Nach einigen Tagen Suchen und wiederum nicht Finden weiterer Flüsse haben wir uns wieder zum Tard Luang aufgemacht. Nachdem es nun ein paar Tage regen gegeben hatte, sollte die untere Schlucht eigentlich genug Wasser haben und auf ihren Erstbefahrer warten.
Als wir ankamen waren wirklich ein paar Zentimeter mehr Wasser im Bach und es schien angerichtet für die untere Schlucht. Nachdem wir in den letzten Tagen nicht wirklich viel Wildwasser zu sehen bekommen hatten, entschieden wir uns auch den oberen Teil bei diesem Wasserstand noch einmal zu befahren. Also Boote geschultert und wieder bergauf auf dem Pfad des altes Mannes.

Thailand Ameisen

Kurz vor dem Ziel fühlte ich, wie mich etwas in den Arm biss. Über und über war ich bedeckt mit Roten-Riesen-Ameisen. In weniger als einer Sekunde hatte ich meine wenigen Paddelklamotten von mir gerissen und versuchte die Ameisen los zu werden. Die anderen kamen aus dem Lachen nicht mehr heraus.Nach der Ameisenschlacht setzten wir ein, mussten uns diesmal allerdings mit weitaus größeren Löchern und Walzen auseinandersetzen. Ein paar Zentimeter machen halt schon eine Menge! Am Ausstieg von vor fünf Tagen angekommen, paddelten wir diesmal weiter.

Nach einigen Abfällen, die schön und sauber zu befahren waren, tauchte eine Rutsche auf, die direkt auf eine Wand zu ging, also rechts halten und durch ein wenig Bambus runter. Alle kamen gottseidank sauber durch und nach einigen weiteren Abfällen von Medium bis Klein waren wir im Flachwasser angekommen. Rechts von einem Reisfeld gesäumt, paddelten wir noch ein paar Meter bis zur Hauptstraßenbrücke. Papier, Stein, Schere und wir wussten wer das Auto zu holen hatte, Sam. Will und ich platzierten uns an der Brücke und wurden von den Passanten neugierig beäugt, was machen die nur hier?

Thailand Luang Tard

Tard Luang Impressionen

Um ein bisschen Variation in unseren Trip zu bringen, planten wir eine Mehrtagesfahrt auf dem Nam Wa. Aus einem eigentlichen Dreitagestrip wollten wir als fittes Team ein Zweitagestrip machen und noch ein Extrastück von 40km durch den wunderschönen Nationalpark südlich des Ausstiegs hinten dranhängen.

Am 8. Oktober stiegen wir gegen Mittag ein und paddelten circa drei Stunden bevor wir an einem wunderschönen Campingplatz direkt am Fluss stoppten. Mit einem kurzen Tag im Nacken, wussten wir, dass wir morgen mehr als 100km zurückzulegen hatten. So starteten wir früh um halb sieben(!!) zu unserer Mission. Nach zweieinhalb Stunden und den drei Stunden vom Vortag hatten wir aber schon die Dreitagestour hinter uns und nun Zeit um die letzten 40km zu genießen. Der Fluss wird hier einfacher, verliert aber nicht an Reiz, da die Landschaft grandios ist. Viele Bambusboote einheimischer Fischer kreuzten unseren Weg und ihre Blicke zeigten uns, dass sie solch merkwürdiges noch nie gesehen hatten. Am späten Nachmittag stiegen wir aus.

Thailand Ma Wa

Nam Wa River Wuchtwasser auf thailändisch

Serie:

Expedition ins nördliche Thailand- Part I (Ankunft und Mae Taeng) >>
Expedition ins nördliche Thailand- Part II (Mae Sa & Jae Sawn Falls) >>

Joshs Blog: whitewater-koa.blogspot.com/
Wills Blog: www.thenileprogression.blogspot.com/

Bilder, Text & Copyright: Josh Neilson/Southern Underground Productions, Will Clark
Übersetzung & Layout: Sebastian Lüke

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TrustedPaddler
Ausgebildeter Physiker, Redakteur, Herr über Tausend Zeilen Code auf 4-Paddlers.com und spätberufener zugereister Paddler aus Augsburg.

Expedition ins nördliche Thailand

2 Kommentare

  1. TrustedPaddler

    Eindrucksvolle Flüsse gibt's in Thailand, super Story! Danke, LG Peter

  2. TrustedPaddler

    finde ich auch! tolle Serie und super Bilder!

    LG Florian

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