Südamerika, Teil 10

Gut ausgeruht nach einer Nacht in warmen Betten starten wir in den Tag. Erst gibt es Frühstück und Mate - das argentinische Nationalgetränk, eine Art Tee - dann wandern wir zurück in die Schlucht zu unseren Booten. Auf den nächsten Kilometern erwarten uns noch einige [...]

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Gut ausgeruht nach einer Nacht in warmen Betten starten wir in den Tag. Erst gibt es Frühstück und Mate - das argentinische Nationalgetränk, eine Art Tee - dann wandern wir zurück in die Schlucht zu unseren Booten. Auf den nächsten Kilometern erwarten uns noch einige tolle Rapids, die wir heute auch so richtig geniessen können, denn wir wissen ja: das schwerste Stück liegt bereits hinter uns!

Die Verblockung und das Gefälle sind jedoch auch hier immer noch beträchtlich: ein ums andere Mal müssen wir aussteigen und zunächst vom Ufer aus schauen, bevor wir uns für eine Route entscheiden. Der Fluss ist breit, so dass schon bei der Anfahrt an die Katarakte die Frage im Raum steht: besser am linken oder am rechten Ufer anhalten? Eine Seilfähre noch knapp oberhalb des Rapids ist bei der Strömungsgeschwindigkeit nämlich nicht immer möglich.

Das Wetter zeigt sich heute leider nicht von seiner besten Seite: der erste Regentag, den wir auf dem Manso während unserer Tour erleben. Doch heute stört es uns nicht sehr, denn wir können alles fahren und müssen nicht über rutschige Felsen umtragen.

Jutta Kaiser Manso

Die Schlucht liegt hinter uns

Nach ca 1,5h Paddeln kommen wir an die Mündung des Rio Steffen und finden unsere Ausrüstung (Schlafsäcke, Isomatten, Proviant etc.) am Ufer. Hier hat Cayuco unsere Trockensäcke gestern für uns deponiert, bis hierhin wollten wir eigentlich fahren. Doch die Nacht im warmen Bett und das leckere Essen bei den Bauern gestern Abend waren bestimmt besser als eine weitere Nacht auf einer Kiesbank direkt am Ufer.

Nach der Mündung des Rio Steffen wird es deutlich leichter. Es gibt immer noch etliche Katarakte, doch die Verblockung nimmt zusehends ab. Der Manso erinnert uns hier oft an den Futaleufu: hohe, sich brechende Wellen und starke Verwirbelungen in den Kehrwässern gibt es hier genauso wie am Futa.

Nach dem letzten Rapid ändert sich das Landschaftsbild. Wir kommen um eine Kurve und sehen, wie im weiteren Verlauf die Schluchtwände niedriger werden und das Tal sich öffnet. Kurz darauf sind auch bereits die ersten Anzeichen sichtbar, dass wir uns wieder in der Nähe einer Strasse befinden: Weideflächen links und rechts vom Fluss, erste Häuser.

Auf den letzten Kilometern fliesst der Manso immer noch schnell dahin: und während wir uns mit unseren Booten mit der Strömung flussab treiben lasen, wandern unsere Gedanken noch einmal flussauf. An den Beginn unserer Tour oben am Gletscher, an die tollen Landschaften rund um die grosen Seen, die wir mit dem Manso durchquert haben und natürlich in die Schlucht. Im Geiste fährt jeder von uns noch mal den ein oder anderen Katarakt, tauchen die Linien, die wir gefahren sind wieder vor uns auf.

Jutta Kaiser Manso

Jutta und Diego

Dann ist es soweit: von links kommt der Rio Puelo, wir sind an der Mündung des Rio Manso in den Puelo angekommen!!!

8 Tage lang waren wir auf dem Fluss unterwegs, gut 100km und ca. 1000 Höhenmeter haben wir dabei zurück gelegt. Eine komplette Befahrung vom Ursprung zur Mündung.....

Fotos und Text: Jutta Kaiser
www.juttakaiser.de

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Südamerika - Jutta Kaiser und Manfred Beer

2 Kommentare

  1. TrustedPaddler

    Ich finde es richtig schön, dass es noch eine weitere Folge gab! Die Bilder laden zum Träumen ein und machen den Bericht noch anschaulicher, als er schon ist. Weiter so!!

  2. TrustedPaddler

    wirklich eine super befahrung und ein super berricht mach so weiter so etwas zu lesen gefallt mir .

    frgr erik eradus

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