Traumtour auf dem Tambopata - Teil 3

Nach den Tagen in der Schlucht weitet sich der Fluß. Es folgen nur mehr einzelne Rapids, dafür mit umso schöneren Surfwellen. Aber auch der unberührte Regenwald und seine Bewohner ziehen Thomas Gradl in den Bann.

TopSiteNews Tambopata

Dschungelfeeling live am Tambopata! Nach den Tagen in der Schlucht weitet sich der Fluß mehr und mehr. Es folgen nur mehr einzelne Rapids, dafür mit umso schöneren Surfwellen. Aber auch der unberührte Regenwald und seine Bewohner ziehen Thomas Gradl im dritten Teil seiner Berichtserie in den Bann.

Kaiman Thomas Gradl

KaimaneFrüh weckt uns die Sonne auf. Überall um unseren Lagerplatz finden wir Tapirspuren. Die dazugehörigen Tiere zeigen sich uns leider nicht. Unsere Lebensmittel in den stabilen Alukisten sind nicht angerührt. Gut, dass wir am Abend immer alles sorgfältig aufräumen und verschließen. Wir lassen das Frühstück noch warten und brechen zu einem morgentlichen Dschungelspaziergang auf. Mit Macheten bewaffnet tauchen wir in das satte Grün ein. Augenblicklich ändert sich unsere Welt.

Das Licht verschwindet, der Blick zum Himmel ist durch das Blätterdach der Urwaldriesen versperrt. Die schwüle unbewegte Luft hüllt uns ein. Ein Vorwärtskommen fällt uns schwer. Überall krabbelt und summt es. Mühsam bahnen wir uns unseren Weg. Frech schaut eine Horde Affen auf uns herab und lacht sich wohl kaputt über die arme Zweibeiner, die sich so armselig am Boden in all dem Unterholz und Schlamm fortbewegen müssen, anstatt den viel bequemeren Weg von Ast zu Ast zu nehmen. Nach 1 Stunde schuften reicht es uns. Der Magen knurrt, Zeit für ein anständiges Frühstückmüsli und frische Pfannkuchen. Trotz Dschungelexpedition lassen wir es uns nicht schlecht gehen denke ich. Der Abbau und das Verstauen der gesamten Ausrüstung auf die beiden Rafts geht immer zügiger voran. Der Fluss weitet sich mehr und mehr. Es folgen nur mehr einzelne Rapids, dafür mit umso schöneren Surfwellen. Sind die beiden Rafts einmal um die nächste Kurve verschwunden, genieße ich es mich mitten in dieser Umgebung einem Endlossurf hinzugeben. Als ich mich der Pflicht des Weiterpaddelns erinnere, steigt in mir schon ein schlechtes Gewissen auf, als ich sehe, dass die anderen scheinbar auf mich gewartet haben und mir winken. Wegen mir haben sie aber nicht angehalten. Sie haben unseren ersten Kaiman am Ufer liegen sehen. Weiß und ca. zwei Meter lang liegt er am Ufer in der Sonne und lässt sich von unserer Anwesenheit nicht im geringsten stören. Gefrühstückt scheint er Gott sei Dank auch schon zu haben, denke ich mir und paddle etwas näher heran.

Tapir Thomas Gradl

Die vielen Kroks am Zambezi in Afrika sind zwar um ein Vielfaches größer und kräftiger als dieses hier, aber auf eine Meinungsverschiedenheit möchte ich mich auch hier nicht einlassen. Der Fluss wird träger und breiter, wir lassen uns treiben. Bunte Papageien und Tucan Pärchen fliegen kreischend über uns weg. Leider zu hoch um sie mit bloßen Auge erkennen zu können.Tapir –leider nur Spuren

Aber an ihrem Geschrei können wir schon im Voraus hören, dass sie kommen und rechtzeitig die Ferngläser herausholen. Während bei unseren Touren am Zambezi im Herzen Afrikas, die vielen Großtiere deutlich aus der Umgebung hervorstechen und leicht zu erkennen sind, müssen wir unsere Sinne hier im primären Regenwald erst an die Wahrnehmung der vielfältigen Fauna gewöhnen. Belohnt für die Mühen werden unsere Augen mit einer Vielzahl von verschiedenen Vögel, Affen in den Baumkronen, Schildkröten, Kaimanen, Capibaras, den südamerikanischen Riesenmeerschweinchen, Tapiren, großen Ottern und buntesten Schmetterlingen, die sich in Scharen an unserer farbigen Ausrüstung erfreuen.

Tambopata 20 Thomas Gradl

immer breiter wird der TamnbopataNatürlich halten wir gespannt die Augen offen, ob sich vielleicht zufällig ein Puma oder gar Jaguar ans Ufer verläuft. Dies bleibt aber leider ein frommer Wunsch. Lagerplätze gibt es nun genug und wir können uns ewig nicht entscheiden welcher denn jetzt der schönste ist.

Schließlich mahnt uns das Knurren in unseren Mägen endlich zum Campaufbau und Kochen. Ein weiteres Mal dürfen wir den Abenddschungel eintauchen. Die nächsten beiden Tage wird der Fluss noch träger, brauner und breiter. Die mehren Tausend Kilometer durch ganz Peru und quer durch Südamerika muss unser Fluss nachdem er in den Amazonas gemündet ist kaum mehr als 200 Höhemeter zurücklegen. Ich binde mein Kajak auf unser Kataraft und mach es mir gemütlich. Mit Fernglas und Bestimmungsbuch mache ich mir völlig unbekannte Vögle aus, liege in der Sonne und relaxe, döse vor mich hin und freu mich an den vielen bunten Liebellen und Schmetterlingen.

Fan Thomas Gradl

Gegen Mittag des 7ten Tages treffen wir auf die ersten Spuren der Zivilisation. Fischer mit langen Motorbooten kommen uns entgegen. Von Puerto Maldonado unserem Ziel aus ist der Tambopato bis zur Mündung des Rio Tavara flussauf mit Motorbooten und geschickte Kapitänen zu befahren.lachende Gesichter

Wir winken freundlich und die Fischer schauen uns mit großen Augen an. Natürlich wollen sie wissen wo wir herkommen. Von Putina Punto auf der anderen Seite des Nationalparks erklären wir. Ehrfurchtsvoll nicken sie uns zu. Für uns brechen die letzten Stunden auf unseren Rafts an. Am späten Nachmittag erreichen wir das Tambopato Resarch Center, gleich neben der berühmten Salzlecke Colpa de los Guacamayos. Morgen früh erwartet uns ein weiterer Höhepunkt unseres Trips. Hunderte von Papageien und anderer Vögel werden sich an einer lehmigen Felswand sammeln um das so lebenswichtige Salz zu lecken. Wir genießen zuerst einmal die angenehmen Seiten der Zivilisation in Form von Duschen, kaltem Bier und einem gepflegten Abendessen auf Kosten des Hauses. Das Tambopata Reserch Center beherbergt nicht nur Touristen und bringt Ihnen mit ausgebildeten Führern den Dschungel näher, sondern ist auch Forschungsstation.

Sonnenaufgang Thomas Gradl

Bilder, Text & Copyright: Thomas Gradl
Tambopata Expedition 2008 unter www.canyon-sport.com

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Traumtour auf dem Tambopata

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