Traumtour auf dem Tambopata - Teil 4

Sieben Tage lang war Thomas Gradl in Begleitung einheimischer Wissenschaftler am Tambopata in Südamerikas größtem Schutzgebiet unterwegs. Am Ende der mehrtägigen Wildwassertour warten noch ein buntes Naturschauspiel an der berühmten Salzlecke und eine abenteuerliche Rückfahrt.

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Südamerika Thomas Gradl

Wildwasser nicht zu schwer und genugHerzlich werden wir von allen begrüßt.Jorge und Louis unsere beiden Professoren aus Lima kennen viele der hier arbeitenden Wissenschaftler persönlich. So wird der Abend lange, jeder erzählt von seiner Arbeit und ich muß unzählige Male von dem getrennten und geeinten Deutschland erzählen. Das Gespräch kommt aber immer auch wieder zurück auf die großen aktuellen Probleme des Regenwaldes und Perus. Viel kann ich dazu lernen. Ich bin Peru wieder einen kleinen Schritt näher gekommen.Müde lege ich mich viel zu spät ins Bett, dankbar für die Gastfreundschaft, die nach so vielen Monaten des Reisens in Südamerika uns fast schon zur Selbstverständlichkeit geworden ist. Kaum bin ich eingeschlafen klingelt auch schon der Wecker. 4.30 Uhr, die Papageien warten. Ob ich überhaupt die Augen aufkriege denke ich mir.Aber die Kollegen schieben mir einen heißen Kaffee unter die Nase und wir machen uns mit unseren Ferngläsern auf zu der berühmten Salzlecke. Natürlich sind wir nicht mehr alleine. Aber die Zahl der anderen Touristen, vorwiegend Vogelkundler aus aller Herren Länder hält sich in Grenzen. Erst sind nur wenige Vögel zusehen, aber mit zunehmender Helligkeit werden es mehr und mehr. Bald ist der ganze Hang bunt und es herrscht ein ständiges Kommen und Gehen.

Intenetcafe Thomas Gradl

Unsere Begleiter erklären uns, dass im Jahresgang fast alle Arten von Papageien zu sehen seien. Ich bin über die Vielzahl, die ich alleine heute zu sehen bekomme schon begeistert. Die Vogelkundler neben mir, können hier an ihrem Mekka kaum mehr vor Begeisterung innehalte. Schweigen und Haltung gehört aber zum Gehabe, also ruhig und beherrscht bleiben. Die Papageien würden ein paar menschliche Freudenschreie kaum stören, nehme ich an. Gegen 9.00 Uhr gehen wir zurück zu unserem zweiten Frühstück. Leider bleibt uns nicht die Zeit einige Tage hier zu verweilen.

Nach einer Führung durch die angelegten Lehrpfade um das Gelände, heißt es Abschied nehmen. Das Motorboot wartet um uns mit all unserer Ausrüstung zurück nach Puerto Maldonado zu bringen. Mehrere Stunden fliegt der Dschungel nun an uns vorbei. Der Kapitän und sein Gehilfe leisten ganze Arbeit auf dem ca. 15 Meter langen Boot. Mit unbeweglicher Mine sitzt der eine vorne am Bug und dirigiert den hinten sitzenden Kapitän mit kleinen Handzeichen durch die Stromschnellen und an den beängstigenden Baumblockaden vorbei. Stillepost mit hohem Einsatz denke ich mir und beschäftige mich lieber wieder mit anderen Dingen. Ich schließe die Augen, lass die vergangen 10 Tage von unserem Start in Cusco bis in die totale Einsamkeit des Regenwaldes noch einmal an mir vorbei ziehen.Internet Cafe im Urwald

Schließlich werden die Ansiedlungen der Urwaldbauern immer zahlreicher. Unser Ziel Puerto Maldonado mit der Mündung des Tambopato in den Rio Madre de dos Dios rückt näher. Kurz nach Einbruch der Dunkelheit stehen wir mit all unseren Booten und Gepäck am Ufer in Puerto Maldonado und suchen einen Pickup, der uns zu unserem Hotel schafft. Gott sei Dank ist dies hier in Peru das kleinste aller Probleme und 2 Stunden später sitzen wir geduscht, in frischen Klamotten und schön gemacht an der Plaza und lassen uns die leckeren Riesenpizzas eines hier ansässigen Italieners und das peruanische Bier schmecken.

Taxi Thomas Grad

Wassertaxi Thomas Gradl

zu Lande...und zu Wasser

Am nächsten Morgen kommt anstatt des bestellten Pickup ein Dreirad Taxi, wie sie überall in Peru herumfahren. Wir wollen dem Chauffeur klarmachen, dass wir viele Gepäckstücke haben, mit insgesamt mehr wie 700 Kilo und schon spät dran sind und einen Pickup kein Dreirad brauchen. Si, si meint er und beginnt unbeirrt einzuladen. 10 Minuten später staunen wir. Es ist alles drin, inclusive des Kajaks oben auf dem Dach. Wir schnappen uns weitere Taxis und flitzen zum Flughafen. Erstaunlich unkompliziert checken wir mit 700 Kilo Übergepäck ein, sitzen wenig später im Flugzeug und können große Teile unseres Tambopato von oben überblicken. Nach einer guten Stunde landen wir in der berühmten Inka Hauptstadt Cusco. Schmale Gassen, schöne Kaffees, nette Kneipen und der immer noch vorhandene Zauber und Mythos des Inkareichs warten auf uns.

Machu Pichu Thomas Gradl

Cusco Thomas Gradl

Machu PichuCusco

Das Gebiet um Cusco stellt für Wildwasserfahrer wohl eine einmalige Kombination dar. Wildwasser aller Schwierigkeitsgrade, ob als Tagestour oder Expedition, eingerahmt von hohen Eisriesen und die überall vorhanden Inkakultur. Machu Pichu, Saqusaiwaman, Inkatrail, Titicacasee sind nur ein paar der vielen Ziele, die sich auch ein Paddler in Peru auf keinen Fall entgehen lassen darf. Peru, seine Menschen, seine Landschaft und seine Kultur sind in ihrer Gesamtheit wohl einzigartig. Bald werde ich wieder hier sein. Diesmal auf dem Weg durch die beiden tiefsten Schluchten der Welt, den Colca und Cotuhuasi Canyon. Ich freu mich drauf.

Bilder, Text & Copyright: Thomas Gradl
Tambopata Expedition 2008 unter www.canyon-sport.com

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Traumtour auf dem Tambopata

2 Kommentare

  1. TrustedPaddler

    Hallo, ich hab euren Bericht mit begeisterung verfolgt - da frisst einen der Neid.
    Danke für die schönen Bilder und un die tollen Geschichten dazu.

    lg Hacki

  2. TrustedPaddler

    Wirds einen Diavortrag oder ähnliches von der Tour geben ?
    lg Hacki

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