Achterbahnfahrt im Zweierraft

Was ist R-2-Rafting? Diese Frage klärten Ende April zwei holländische Raft-Teams in Guangzhou im Südwesten Chinas. Casper van Kalmthout berichtet vom Wildwasser-Flipper im Reich der Mitte.

no-avatar

Was ist R-2-Rafting? Diese Frage klärten Ende April zwei holländische Raft-Teams in Guangzhou im Südwesten Chinas. Casper van Kalmthout berichtet vom Wildwasser-Flipper im Reich der Mitte.

Anmerkung: Rechts der englische Orginaltext, links die deutsche Übersetzung.

van kalmtouth mini raft

Foto: Koos van Raalte

Letzten März erhielten wir eine Einladung des Chinesischen Wassersport-Verbandes. Als drittes und viertes Team unserer nationalen Meisterschaft wurde uns die Ehre zuteil, nach Guangzhou im Südwesten Chinas zu einem international besetzten Wettkampf für Zweier-Rafts (R-2) fliegen zu dürfen. Dies war für uns alle eine großartige Gelegenheit, nicht nur eine neue Gegend unseres Planeten zu erkunden sondern auch eine neue Disziplin namens "R-2 Rafting" kennenzulernen, die sich schließlich als eine Art "Treibenlassen" auf einem engen WW-Kurs herausstellen sollte.Last March we received an invitation from the Chinese water sports federation. As 3rd and 4th national Rafting team we had the honour to fly out to Guangzhou in South-West China for an international R-2 event.For all of us it was a great opportunity to discover a new area on the planet and of course to get introduced to a new discipline called "R-2 rafting", which later turned out to be more of a "drifting" down a narrow whitewater course.

casper van kalmthout china

casper van kalmthout china

Fotos: Casper van Kalmthout

Folglich fanden wir uns also am 24. April am Flughafen von Guangzhou wieder, eine Stadt mit neun Millionen Einwohnern und gleichzeitig Hauptstadt der Provinz Guangdong (Kanton). Jedem Wettkampfteam wurde ein persönlicher Dolmetscher zur Seite gestellt, der es durch dieses Abenteuer leiteten sollte. Als wir dann am Flughafen unsere Dolmetscherin Sarah trafen, wurden wir langsam neugierig auf das, was uns hier erwartete.This is how we ended up on the Guangzhou airport on April 24. Guangzhou counts nine million inhabitants and is know as the capital of the province Guangdong, also Canton. To guide us through this adventure every team of the competition was handed a personal interpreter. When we met our interpreter Sarah on the airport the curiosity about this event started to rise.

casper van kalmthout china

capser van kalmthout china

Fotos: Casper van Kalmthout

Unsere Neugier wuchs weiter beim Anblick der riesigen Werbetafeln auf der anderen Seite der Schnellstraße, und vor allem, als wir dann, nach einer einstündigen Taxifahrt, in einem vier Sterne Hotel ankamen, um mit den anderen zwölf, extra für den Wettkampf eingeflogenen, ausländischen Teams zu Abend zu essen.This curiosity rose even more when we saw the huge billboards on the side of the highway and when we then arrived after a one hour taxi drive at a four star Hotel to have diner dinner together with the 12 other international teams that were flown in for this event.

china kasper van kalmthout

Foto: Koos van Raalte

Die Teams kamen von überall her: aus Ungarn, USA, Australien, Japan, von den Philipinen und aus Indonesion. Ich muss zugeben, ein erster Anflug von peinlicher Beklemmung machte sich breit, als wir uns nun inmitten internationaler Raftingteams und olympischer C-2 Slalomfahrer wiederfanden, wo wir doch selbst nur zwei Kajakfahrer waren, die im Jahr zuvor eine Menge Spaß bei der holländischen Raftingmeisterschaft gehabt hatten. Zum Glück hatten wir ein professionelles, zweiköpfiges Trainerteam dabei, das uns aus diesen Momenten der Zögerlichkeit zurückzuholen verstand, indem es die Pflege des Spaßfaktors als beste Vorbereitung für das Rennen propagierte.

So hatten wir also neben dem Wettkampf ein wenig Zeit, die chinesiche Kultur zu erkunden. Dies beinhaltete eine Menge Massagen, Nachtclubs, Smog, Ni Hao ("Hallo" auf Mandarin) und Xie Xie ("Danke"), Schuhgeschäfte und Reis ohne Ende.The teams came from everywhere: Hungary, USA, Australia, Japan, Philippines and Indonesia. I have to admit that the first small embarrassment came up when we were seated in between international rafting teams and Olympic C-2 slalom racers, while we were just two kayakers that really enjoyed their national Rafting Championships last year. Luckily we had brought a strong team of two really professional coaches that pulled us through these moments by putting in a high fun factor as a preparation for the race.Beside the competition we had some time to discover the Chinese culture a little more. Including a lot of massages, night clubs, smog, ni hao or pitsjoe xie xie, shoe shops, rice, rice, rice, rice and rice...

china casper van kalmthout

china  casper van kalmthut

Foto: Koos van Raalte

Als wir dann, am Tag vor dem Wettkampf, zum ersten Mal die Raftingstrecke sahen, waren wir erstaunt: Fünf Kilometer lang mit einem Höhenunterschied von mindesten 300 Metern! Der Parcour war steil und eng, mit wenigen flachen Abschnitten. So ein kleines R-2 Raft konnte darin gerade drehen, und es gab nur eine fahrbare Linie. Der Anblick der Raftkunden, die in ihren kleinen Booten da hinunterrauschten, erinnerte an eine Achterbahn, oder doch eher an einen Flipperautomaten?

An einem guten Tag schickt die örtliche Raftfirma um die 10.000 Kunden die Strecke hinab, und es gibt offenbar zehn vergleichbare derartige Strecken in der Region – äußerst bemerkenswert!
When we first saw the rafting course the day before the competition we were astonished. A five kilometer course with a gradient of at least 300 meters! The rapids were steep and small and with little flat sections. A R-2 'mini' raft could just turn around in it and there was only one line to run. Seeing the clients coming down in the small boats, just holding on to the handles, looked like a rollercoaster, or even better; a pinball machine?On a good day this company has about 10.000 clients running down this course and there seem to be 10 comparable courses in this region. Amazing!

china casper van kalmthout

Foto: Koos van Raalte

Bei der Eröffnungszeremonie am nächsten Tag wurde uns dann langsam das Ausmaß der Veranstaltung bewußt: Direkt neben einer großen Bühne mit bekannten Schriftzügen und riesigen Konfetti-Kanonen durften wir uns mit über hundert chinesischen Studenten zusammen fotografieren und von chinesische Zeitungen und Fernsehsendern interviewen lassen.

So lagen dann auch unsere Nerven blank, als wir am Start des 5 km-Parcour ankamen, dessen Ufer sich zunehmend mit schaulustigem Volk füllten. Nachdem wir eine erste Übungsfahrt nicht besonders sauber bewältigt hatten, mussten wir gegen die internationalen Koryphäen dieser Disziplin antreten.

Zum Glück war Muskelkraft nicht der leistungsbegrenzende Faktor auf dieser Strecke. Während wir nämlich in den Flachstücken Zeit verloren, gelang es uns, sämtliche Linien in den Schwällen perfekt zu treffen, so dass wir die Vorläufe als fünfte abschlossen und es als sechste in die Gesamtwertung schafften - hinter Japan und einigen Fahrern der chinesischen Slalom-Nationalmannschaft.On the next day, at the open ceremony, we started realizing that this was going to be kind of a big happening: Next to a great big stage with some important names on it and huge confetti canons we had to take pictures with over a hundred Chinese students and were interviewed by national papers and television. This is how the nerves came up when we arrived at the put in of the 5 km downriver course that was filling up with public on the sides. After one practise ride in the pocket that didn’t go that clean we had to race the international heroes in this sport. Luckily the muscles were not really needed on this section. And while we were losing time on the flat parts we managed to perfectly nail every single rapid and make it to the 5th place in the prelims and 6th place overall behind Japan and some Chinese national slalom racers.

casper van kalmthout china

casper van kalmthout china

Fotos: Koos van Raalte

Mit diesem Ergebnis, einem Bonbon sowie einem Umschlag mit Preisgeld heimzukehren rundete die Reise perfekt ab. Selbst wenn China einige negative Seiten hat, so hat es uns doch enorm beeindruckt. Land und Kultur haben mich wirklich in ihren Bann gezogen, und vieles hat sich mir noch überhaupt nicht erschlossen. Wer weiß, wie lange es dauern wird, bis wir wieder einmal die Gelegenheit bekommen werden, in das Reich der Mitte zu reisen.
Not too bad at all, and going home with this result, a toffee and an envelope with price cash made the journey complete. Even if China has a lot of negative sides, it left an overall great impression. A country and culture that really interested me and I didn’t get to figure out yet at all. Who knows how long it will take for the next journey to the eastern side of the World.

china capser van kalmthout

china chasper van kalmthout

Foto: Casper van Kalmthout

Text: Casper van Kalmthout
Übersetzung: Robert Platzer

Im Social-Web teilen:

1 Kommentar

  1. BIEN01 MERvor 19 Tagen

    Howdy! I 'm myself browsing your blog from my new iphone! Just wanted to

    say I love reading through your blog and look forward to your posts

    hocasino.newone2017.com

Hinterlasse einen Kommentar

Deine Mailadresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert mit *.

Deine Daten

Bitte achte auf eine korrekte Mailadresse. Wir schicken dir gleich eine Mail, um deine Identität zu verifizieren. Dein Eintrag wird erst danach angezeigt.