Kalte Nächte am Fuße des Spantik

Die Tiroler Extrempaddler und –bergsteiger Bernhard Mauracher und Bernhard Steidl haben das Base Camp am 7028 Meter hohen Spantik erreicht und warten nun auf ihre Bergsteigerkollegen Gerhard Wegmair und Hermann Arnold. Aufstieg bisher ohne Probleme.

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Foto: Peter Fink

Seit drei Tagen sind die beiden Tiroler Extrempaddler und –bergsteiger Bernhard Mauracher und Bernhard Steidl nun im Base Camp des 7028 Meter hohen Spantik in Pakistan. Als sich Bernhard Mauracher am Samstagabend über das Satellitentelefon meldet ist ihm vor allem eines: kalt! "Derzeit liege ich im Schlafsack komplett eingepackt im Zelt und werde nicht warm. Es hat etwa minus 25 bis minus 30 Grad und ist sehr ungemütlich!" Gesundheitlich geht es ihm und Bernhard Steidl jedoch gut. Auch der Aufstieg ins Base Camp hat beiden keine Probleme bereitet.

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Foto: Peter Fink

Nach dem erfolgreichen Abschluss des Paddelteiles der kombinierten Berg- und Kajakexpedition "Sturzfahrt vom Nanga Parbat" haben sich die beiden Tiroler in der Vorwoche zum nächsten Ziel dem Spatnik im Karakorum aufgemacht. Dort will sich das Bergsteigerteam für den 8125 Meter Hohen Nanga Parbat akklimatisieren.

"Wir sind von Islamabad nach Skardu geflogen und konnten den Nanga Parbat sehen." In Skardu haben sich die beiden einen Tag lang aufgehalten um dann weiter nach Arandu, dem Ausgangspunkt für den Spantik weiter zu reisen. Die Ortschaft liegt im Basha-Tal im Norden von Pakistan. "Dort konnten wir ziemlich viel machen. Wir konnten eine Schule filmen und auch ein paar Frauen. Uns wurden einige Häuser gezeigt, wir konnten sehen wie die Leute leben und wurden zum Essen eingeladen", erzählt Mauracher. "Das sind sehr nette Leute."

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Foto: Peter Fink

Von Arandu aus sind Mauracher und Steidl 47 Kilometer ins Base Camp marschiert. "Wir haben uns sehr viel Zeit gelassen damit wir wenig Höhenmeter machen um uns gut akklimatisieren zu können. Ich denke das ist uns gut gelungen. Bernhard Steidl und ich sind ohne Probleme und Kopfschmerzen ins Base Camp gelangt." Wenn es so bleibt, rechnen die Beiden mit guten Chancen weit hinauf zu kommen. Vorerst müssen sich die beiden Tiroler aber noch gedulden bis die Kollegen im Camp eintreffen und sich die Zeit vertreiben. "Heute bin ich ins Lager 1 hinauf gegangen", erzählt Mauracher. "Das liegt ungefähr in 5000 Metern Höhe. Die Verhältnisse sind sehr gut. Untertags ist es warm und es hat schönes Wetter."
Bernhard Steidl wird versuchen am Sonntag ins Lager 1 hinauf zu gehen und ebenfalls am selben Tag wieder abzusteigen. Danach stehen drei Tage Ruhepause am Programm. "Ansonsten sitzen wir hier im Base Camp und langweilen uns ein bisschen. Wir wissen nicht so recht was tun und warten eigentlich nur auf die anderen Expeditionsteilnehmer. Wir freuen uns schon, wenn sie kommen."

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Foto: Nanga Parbat Expedition 2006

Derzeit sind die Beiden allein im Camp, da die meisten Expeditionen am Spantik erst im Juni oder Juli unterwegs sind. "Wir sind die erste Expedition die so früh hier ist." Zu schaffen macht den Tirolern vorerst noch die große Schneemenge. "Unser Lager liegt derzeit etwa 100 Höhenmeter unter dem Normal-Base Camp da dort oben noch zu viel Schnee ist. Wir liegen jetzt direkt auf dem Gletscher auf 4187 Metern Höhe." Diesen Lagerplatz möchten die beiden sobald es geht verlassen. "Tagsüber ist es brutal warm und der Schnee schmilzt. Dadurch öffnen sich immer wieder Spalten. Wir müssen die Zelte fast jeden Tag versetzen. Teilweise gehen direkt unter dem Zelt Spalten auf", sagt Mauracher, der hofft mit dem Eintreffen der anderen Expeditonsteilnehmer "umziehen" zu können.

Die Bergführer Gerhard Wegmair und Hermann Arnold sind bereits in Skardu und werden das Base Camp voraussichtlich am 7. Mai erreichen. "Sobald die Anderen da sind werden wir versuchen die Zelte ins Lager 1, 2 und 3 hinauf zu bringen. Wir werden uns akklimatisieren und schließlich den Gipfeltag machen", sagt Mauracher und verabschiedet sich mit "viele Grüße an Alle" bis zum nächsten Anruf.

Text: Judith Prechtl

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Sturzfahrt vom Nanga Parbat

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