Sicherheitsbekleidung im schweren Wildwasser

Wie sicher sind die gängigen Paddel-Bekleidungsformen im schweren Wildwasser? Dieser Frage widmete sich im vergangenen Spätherbst der AKC. Das Ergebnis des Feldtestes ist nun als Broschüre downloadbar.

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Dass man in schwerem WW einen Helm aufsetzt war nicht immer so. Die Entwicklung neuerBootsformen brachte aber andere Möglichkeiten im WW Sport mit sich. Es wurdesteiler. Die Eskimorolle war keine technische Kosmetik mehr, sondern für den Erfolg einerBefahrung zwingend notwendig. Und wenn der Kopf oft unter Wasser ist, hat man auch malSteinkontakt. Also wurde ein Helm aufgesetzt. So kam eins zum anderen. Die Industrie hatin den letzten Jahren viel dazu beigetragen, dass man es heute als Paddler bequem undwarm hat. Modischer Chic macht vor den Paddlern natürlich auch nicht halt. Warum auch?

peter lintner schwimmer

peter lintner eiskanal

Die Kleiderordnung der Wildwasserfahrer hat sich in den letzten Jahren völlig verändert.Die Meinungsbildner zeigen sich auf Bildernund in Videos mit Textilhosen ("Trocken–hosen") oder mit Surfershorts. Cagdecks,bekannt aus Slalom, Rennsport und Freestyle, werden jetzt auch bei eiskaltemSchmelzwasser benutzt. Die neuen Klamotten sind herkömmlicher Bekleidung invieler Hinsicht überlegen. Der Tragekomfortund die Bewegungsfreiheit eines Cagdeckswird mit traditioneller Ausrüstung nichterreicht, Textilhosen mit Latex-Knöchelabschluss sind leichter, beweglicher undüberzeugen am Ufer durch Atmungsaktivitätund Windschutz.

Tatsache ist auch, dass Leute sich seitJahrtausenden über ihr Outfit definieren(Mode). Das Image des klassischen LongJohns entspricht nicht den Erwartungen derjungen Kayaker-Generation mit ihrem lässiglegerenLifestyle, auch deshalb wird er vonden Jungen weniger benutzt.

peter lintner schwimmer

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Nach dem tödlichen Unfall von Tim Weinmann im vergangenen Oktober hatten einige Paddler des Alpinen Kajak Club (AKC) das Cag Deck als mögliches Risiko im Verdacht. Daher sollten alle gängigen Bekleidungsformen, mit Ausnahme von Neoshorts, im vergangenen Herbst einem Sicherheitstest unterzogen werden. Am 18. November traf sich das Testteam in Augsburg, die Außentemperatur war anfangs bei-1° und stieg später auf +3°C. Die Wassertemperatur betrug 3,6°. Die Schwimmstrecke warvon Waschmaschine bis Zielsteg, vor dem Schwimmen war ein Spurt angesagt um denPuls hochzufahren und etwas außer Atem zu kommen. Um die subjektiven Eindrücke zu überprüfen wurden Thermometer ander Haut angebracht und die Temperaturen sofort nach der Schwimmphase abgelesen.

peter lintner schwimmer

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AKC Cober

Der Verdacht gegenüber dem Cagdeck hat sich nach dem Versuch als gerechtfertigt erwiesen. Wir haben bestätigt gefunden, dass dieKombination aus trägerloser Textilhose undCagdeck heutiger Bauweise bei Fahrten aufGletscherbächen, bei Frühjahrsfahrten imSchmelzwasser und in ähnlichen Situationentatsächlich sehr gefährlich sein kann, weildas Cagdeck keine feste Verbindung zumKörper hat, sofort hochgeschoben wird undder ganze Oberkörper sofort naß und auchständig umspült wird.

Das gesamte Ergebnis des Versuches sowie die Empfehlungen des AKC wurden nun unter dem Titel "Kanugefahren - Sicherheitsbekleidung im schweren Wildwasser" zusammengefasst. Die Broschüre gibt es auf der Webseite des AKC zum downloaden. >>> AKC-Online





Fotos: Peter Lintner
Text: AKC
Link: www.alpiner-kajak-club.de

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2 Kommentare

  1. Helga Lehnervor 9 Jahren

    gute arbeit habt ihr da geleistet! danke!
    ist ein sehr nützlicher artikel, und hut ab, dass ihr bei der kälte freiwillig schwimmen gegangen seid!

    lg helga

  2. no-avatar

    Interessanter Artikel, gute Zusammenschau, schön, dass ihr euch die Mühe gemacht habt! Ich gehöre der nicht mehr ganz jungen Generation an, mag's gerne warm, und finde hier bestätigt, was ich an meinem uncoolen LongJohn und den vielen Fleeceschichten darunter habe!

    Netten Gruß aus Graz,, IRENE!

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