Sturzfahrt am Spantik abgebrochen

Bis zu zwei Meter Neuschnee machen die Berge im Norden Pakistans für das Expeditions-[br][/br]team der "Sturzfahrt vom Nanga Parbat" unbezwingbar. Nach einer Schlechtwetternacht in den Hochlagern am Spantik sind die Bergsteiger im Base Camp. Expedition abgebrochen.

TopSiteNews mauracher

"Es schaut mit der Expedition nicht mehr gut aus", sagt Extrempaddler und –bergsteiger Bernhard Mauracher am Sonntagabend am Telefon. Eigentlich hätte das Expeditionsteam der "Sturzfahrt von Nanga Parbat", Expeditionsleiter Gerhard Wegmair, Hermann Arnold, Bernhard Steidl und Bernhard Mauracher, in den vergangenen Tagen den Gipfel des 7000ers in Angriff nehmen wollen. Am Samstag wurde die Expedition jedoch abgebrochen.

nanga parbat mauracher

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"Wir sind aufgestiegen bis Lager zwei und haben dort alle gemeinsam die Nacht verbracht. Am nächsten Tag sind wir weiter aufgestiegen. Dann habe ich ein Magenleiden bekommen und bin ins Base Camp abgestiegen", sagt Mauracher. Bernhard Steidl stieg zunächst mit Arnold und Wegmair weiter auf, musste später jedoch ebenfalls wegen gesundheitlicher Probleme umkehren.

Bernhard Mauracher: Aufstieg


Schließlich schlug das Wetter um. "Es ist total schlecht geworden und es sind total schnelle Wolken gekommen. Hermann und Wegi mussten auf Lager drei in 6200 Metern Höhe eine Nacht bei Sauwetter ausharren", sagt Mauracher. Steidl verbrachte diese Nacht allein in Lager zwei. Am folgenden Tag konnten die Bergsteiger den Abstieg fortsetzen. "Die Lawinengefahr war relativ groß da es sehr viel geschneit hat", berichtet Mauracher über seine Bergkameraden. "Sie haben eine große Schneewechte ausgelöst wobei Gerhard Wegmair bald hinunter gefallen wäre. Dort hatten sie Riesenglück und es sind alle gesund ins Base Camp zurückgekommen."

Bernhard Mauracher: Abstieg

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Bleibt unerreicht: Auch an eine Besteigung des 8125 Meter hohen Nanga Parbat ist nicht mehr zu denken.

Die vergangenen zwei Tage verbrachte das Team bei Schlechtwetter im Base Camp wo gestern die Entscheidung zum Abbruch fiel. "Es hat 1,5 Meter Neuschnee gemacht, das heißt, der Berg wäre in den kommenden zwei Wochen nicht mehr zu bewältigen. Wir haben die Expedition nun abgebrochen weil es nichts mehr bringt noch zwei Wochen herumzuwarten", erklärt Mauracher. Die derzeitige Wettersituation betrifft nicht nur den Spantik. Am Nanga Parbat, dem höchsten Ziel der Expedition, fielen rund zwei Meter Neuschnee. "Derzeit besteht überhaupt keine Chance irgendwo hinauf oder hinein zu gehen", sagt Mauracher. Mindestens vierzehn Tage und wärmere Temperaturen wären nach Einschätzung der Bergsteiger notwendig um wieder an einen Aufstieg zu denken. "In einem Monat wäre die Expedition ohnehin vorbei, daher haben wir beschlossen abzubrechen und heimzufahren."

Bernhard Mauracher: Abbruch


Übermorgen werden die vier Bergsteiger den Rückweg nach Skardu antreten. Von dort geht es zurück nach Islamabad wo sie versuchen werden, die Flüge umzubuchen. "Bernie Steidl und ich sind ohnehin schon lange unterwegs - zwei Monate - und wir freuen uns sehr auf daheim."

sturzfahrt fink

Gut gelaufen: Den Kajakteil der "Sturzfahrt vom Nanga Parbat" konnten Ron Fischer, Peter Fink, Bernhard Mauracher und Bernhard Steidl erfolgreich abschließen. | Foto: Peter Fink

Mauracher ist trotz des Abbruches mit den bereits erreichten Expeditionszielen zufrieden. Den Kajakpart der Sturzfahrt konnten Mauracher und Steidl gemeinsam mit Peter Fink und Ron Fischer erfolgreich zum Abschluss bringen. "Bei der ganzen Bergsteigerei braucht man Glück mit dem Wetter und natürlich auch mit der eigenen Gesundheit. Wir haben viele Ziele erreicht, das Bergsteigen hat nun eben nicht funktioniert oder nicht sollen sein", sagt Mauracher.

Bernhard Mauracher: Bergsteigen

Fotos: Archivbilder Nanga Parbat Expedition 2006
Text: Judith Prechtl

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Sturzfahrt vom Nanga Parbat

1 Kommentar

  1. TopSiteNews mauracher
    Markus Gschwendtvor 11 Jahren

    Schade, die Bedingungen am Nanga Parbat waren in der Kinshofer nicht so schlecht. Vom DAV-Summitclub waren 6 Leute am Gipfel, von Amical 2 und dann noch einige Iraner. Ich selbst musste leider in der NW-Flanke auf 7750m aufgeben da Anfang Juli zu viel Schnee gefallen ist und wir keine Zeit mehr hatten...

    Markus (www.nangaparbat.at)

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