Die Wellen auf der Kippe - Protest am 26.9.

Auch vor den bekannten Mur Wellen in Graz macht die Kraftwerksfront nicht halt und so soll die freifließende Mur hier einem "Schlammsee" weichen. Protesttag am 26.9. [br][/br]"[b]Wir zählen auf euch![/b]"

TopSiteNews Murkraftwerk

Auch vor den Grazer Wellen macht die Kraftwerksfront nicht halt. Pläne die seit langem in einer Schublade liegen, werden wieder herausgekramt und so soll die Mur zum "Schlammsee" werden. Dagegen wehren sich die Grazer am 26.9. mit einer Protestveranstaltung!

Wie vor kurzem bekannt wurde, plant der steirische Energieversorger ESTAG ein Wasserkraftwerk am südlichen Stadtrand von Graz. Dies hätte zur Folge, dass einer der letzten frei fliesenden Abschnitte der Mur aufgestaut werden müsste und der Rückstau bis ins Grazer Stadtzentrum, in etwa bis zur Murinsel reichen würde.

Graz Rodeowelle

Quelle: heimur77


Genau in diesem Bereich befinden sich auch die beiden bekannten Kajak-Freestyle-Spots Radetzkybrücke und Terminator (Hauptbrücke), welche gerade in den letzten Jahren, nicht zuletzt durch den Einsatz des KC Graz, immer beliebter wurden. Diese beiden Hot-Spots würden vom Stausee für immer verschluckt werden. Die internationale Kajakszene wäre um zwei hervorragende Wettkampfstätten ärmer - und diese zählen immerhin zu den Besten Europas. Bereits 2003 wurde die Freestyle-WM in Graz ausgetragen und jedes Jahr sind die Graz-Rodeos ein Fixpunkt im österreichischen und internationalen Freestyle-Kalender. Gerade die Lage im Stadtzentrum macht die beiden Spots hervorragend erreichbar und somit sowohl für den Breiten- als auch für den Spitzensport interessant.Protestfahrt auf der Mur mit anschließender Kundgebung am Grazer Hauptplatz!Wenn dir die Mur in Graz nicht egal ist, dann komm!Wenn du keinen schlammigen Stausee in Graz willst, dann komm!- falls du WW II beherrscht - komm mit deinem Boot, deinem Surfbrett oder als Murschwimmer/in   am Sa. 26.9. um 10:00 Uhr zum Kraftwerk Weinzödl!- falls dir das zu nass oder zu schwierig ist, dann komm bitte trotzdem   am Sa. 26.9. um 12:30 Uhr zur Schlusskundgebung am Hauptplatz.Wir zählen auf Dich!Michael Strömer, Linda Künstl, Anselm Kraft (Kanu Club Graz)

Abgesehen vom schmerzlichen Verlust jener beiden Sportstätten die im Moment, je nach Wasserstand, fast das ganze Jahr über benutzt werden können, wurden noch weitere Details über das Kraftwerk bekannt:

Durch das Ansteigen des Wasserpegels müssten rund 50% der Bäume am Flussufer entlang des neuen Aufstaugebietes entfernt werden, weil sie knapp am Wasser stehen. Dies führt sowohl zu einem Verlust des grünen Charakters der Murpromenade, als auch zu negativen Auswirkungen auf das Stadtklima. Die kühlende Wirkung des fließenden Gewässers und der dadurch entstehende leichte Wind sind gerade im stark feinstaubbelasteten Graz ein wesentlicher Punkt für eine gute Lebensqualität.

Stausee Stange

Quelle: KC Graz

Stausee Lebensraum

Quelle: KC Graz

Sechs Meter hoch soll das Wasser beim KW in Puntigam aufgestaut werden...So in etwa würde das von Bgm. Nagl neu geschaffene Naherholungsgebiet aussehen - eine stehende Brühe...

Da die Mur viel Schlamm transportiert (Gewässergüte Klasse 2 = mäßig belastet) und stehende Gewässer mehr verschlammen als fließende, würde aus Graz, der „Stadt am Fluss“ die „Stadt am Schlammsee“ werden. Die zu erwartende Insektenplage im Sommer möchte man sich außerdem gar nicht vorstellen.

Ein gutes Beispiel für eine aufgestaute Mur kann man schon jetzt besichtigen - in Weinzödl, nördlich von Graz. Dort steht bereits ein Kraftwerk und die Auswirkungen auf die Mur können kilometerweit flussaufwärts beobachtet werden. Hier bildet sich oberhalb der Staumauer ein brauner See, in dem man sicher nicht freiwillig baden geht oder eskimotieren übt.

Graz Radetzkybrücke

Quelle: Kajak.at

Wir zählen auf Dich!

Euch alle laden wir, vom Kanu Club Graz in Zusammenarbeit mit der Plattform "Lebendige Flüsse" (www.lebendigefluesse.at), ein, am Aktionstag am Samstag, 26. September gegen das Kraftwerk Puntigam teilzunehmen. Geplant ist eine Protestfahrt / ein Protestschwimmen auf / in der Mur mit anschließender Kundgebung am Hauptplatz. Eine möglichst zahlreiche Teilnahme Eurerseits verschafft unserem Anliegen Rückhalt!

Wir treffen uns um 10:00 Uhr beim Kraftwerk Weinzödl, Abfahrt/Start um 11 Uhr, Durchfahrt unter der Hauptbrücke zwischen 11.45 und 12 Uhr, Ausstieg bei der Radetzkybrücke und anschließend Treffpunkt mit Boot und Paddel, Surfbrett… zur Schlusskundgebung um 12:30 Uhr am Hauptplatz.

Wir bitten jeden Einzelnen von Euch diesen Aufruf an Interessierte weiterzuleiten, sei es für die Kundgebung oder für die Fahrt.Durch Wasserkraft kann nur noch wenig zusätzlicher Strom gewonnen werden, da sie schon weitgehend ausgereizt ist. Hinzu kommt, dass Wasserkraft gerade im Winter, wenn der meiste Strom benötigt wird, sehr wenig Strom liefert. Die Aufrüstung alter Kraftwerke mit modernen Generatoren und Turbinen oder die Förderung des Austausches von alten Elektroheizungen und der Isolierung von Gebäuden wären ein wesentlich sinnvollerer Beitrag zur nachhaltigen Nutzung unserer Energie- und Umweltressourcen als die Errichtung eines neuen Kraftwerkes von dem weder die Bevölkerung noch die Umwelt profitiert.Eine Erhaltung dieses Murabschnittes mit seinen einzigartigen Erholungs- und Sportstätten liegt somit im Interesse Aller, auch von uns Paddlern.Web-Tipp: www.kajakgraz.comText: Claudia Beisl, Heimo Streif, Michi Strömer, Peter Feldhammer

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2 Kommentare

  1. TrustedPaddler

    Und da gibt's schon wieder was zum unterschreiben!

    www.grazertrinkwasseringefahr.at/

    LG Peter

  2. TrustedPaddler

    Die Schlusskundgebung findet auf der Hauptbrücke und NICHT am Hauptplatz statt!

    Wer nicht nach Graz kommen kann:

    Nicht nur die Grazer Locals freuen sich über jeden Unterzeichner damit Radetzkywelle und Terminator nicht im nächsten Kraftwerk absaufen:

    www.grazertrinkwasseringefahr.at

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