Kalt, Kälter, Südschwarzwald

Vor knapp einem Jahr waren die Jungs von 1596Productions im Südschwarzwald an Alp und Co. unterwegs. Zwar schon eine Weile her, doch bald beginnt auch in diesem Jahr wieder die Zeit der Schneeschmelze. Vielleicht sorgt's für Inspirationen.

TopSiteNews Schwarzwald

David Ernst von 1596Productions erinnert sich an seinen letzten Ausflug in den Südschwarzwald im letzten März. Zusammen mit Florian Petry war er dort fast ein Woche mit seinem alten VW Bus Camper unterwegs.

Es ist Sonntag der 2. März 2008 und die Wasserstände im Schwarzwald versprechen viel. Sogar weiterer Niederschlag für die kommenden Tage ist vorhergesagt. Die Murg im Nordschwarzwald läuft jetzt schon seit 3 Tagen. Also nix wie los, für die Untere reicht’s allemal! Filmkamera eingepackt und ab ging’s. Schließlich wollten wir schon länger einen Film über die Murg drehen. Endlich angekommen. Ab in die Paddelklamotten und ab zum Einstieg. Gleich am Einstieg bei Nieselregen die ersten Sequenzen aufgenommen und weiter. Es ist typisches Murgwetter – kalt, nass und grau. Doch noch vor dem ersten Wehr macht die Kamera schlapp: „zuviel Feuchtigkeit im Gerät!“ Egal wir lassen uns die Stimmung nicht vermiesen und paddeln dank unerwarteter Zeitersparnis gleich zweimal die Strecke. Dann am nächsten Tag Sachen packen in den Bus laden und in den Südschwarzwald düsen. Da stehen doch noch ein paar unbekannte Wasserfälle auf unserer Liste. Außerdem ist am Wochenende die Kanumesse bei LaCanoa in Konstanz, wo ich arbeiten muss und Flo und ich einen kleinen Filmvortrag halten sollen. So war unser Plan: Bis zum kommenden Wochenende im Südschwarzwald rumtouren und möglichst viele neue Bäche paddeln. Übernachten können wir ja im Bus irgendwo an der Straße oder im Wald – zu kalt wird’s schon nicht werden.

vwbus schnee

Quelle: 1596productions

So knattern wir am Montagmorgen im Dauerregen auf der A5 Richtung Freiburg in den Südschwarzwald. Am Prägbach legen wir einen Stopp ein. Total mit Bäumen verrammelt. Also weiter zur Wehra. Dort angekommen war es schon fast dunkel und wir suchten uns nach kurzem Pegelcheck einen Pennplatz. Genug Wasser ist im Bach und es kommt ja schon den ganzen Tag was von oben nach. Voller Vorfreude machten wir es uns im Bus gemütlich. In der Nacht ging der Regen dann aber in Schnee über und am nächsten Morgen war alles von einem weißen Teppich überdeckt.

Nochmal umdrehen vielleicht wird’s besser. Nix da. Das Wetter blieb so nur der Schneefall ließ nach. An der Wehra war nicht nur der Wasserstand, sonder auch unsere Motivation auf ein Minimum gesunken. Naja, fahren wir weiter an die Alb. Ein Blick auf die Karte zeigte uns, dass ein potentieller Wasserfall und die Murg (Süd) auf unserem Weg liegen. Also fahren wir dort erstmal vorbei. Den Wasserfall hackten wir unter der Rubrik „Nicht lohnenswert“ ab und die Murg (Süd) war ein Abenteuer für sich. Die Strasse entpuppte sich als einspuriger Forstweg und bei jedem einzelnen Tunnel musste Flo aussteigen und mich durchlotsen, da der Bus mit Booten auf dem Dach nur knapp durch die in den Fels gesprengten Löcher, denn mehr waren die Tunnel nicht, passte. Paddeln konnten wir schon wieder nicht und an der Alb angekommen war es schon zu spät um in die Schlucht einzufahren. Hier haben wir endlich einen passablen Wasserstand. Jetzt sind wir schon seit 2 Tagen unterwegs und saßen noch nicht einmal im Boot – fängt ja prima an. An der Alb machen wir die Bekanntschaft mit Vito. Der Vito ist kein Bus von Mercedes, aber selbst ein stolzer Busbesitzer und interessiert sich für unseres Gefährt und unser Vorhaben, bei so kaltem Wetter Paddeln zu gehen. Vito gibt uns dann noch einen Tipp zum Übernachten und kommt abends mit einem Kumpel auf ein gemütliches Bier vorbei.
Ausnahmsweise kann uns am nächsten Tag weder Kälte noch sonst irgendwas von einer Befahrung abhalten. Und so erleben wir einen super schönen, aber sau kalten Tag auf der unteren Albschlucht.

schwarzwald alb

Quelle: 1596productions

schwarzwald alb

Quelle: 1596productions

Flo in einer der schier unendlichen Stufen in der unteren Albschlucht

Die Albschlucht ist wohl eine der schönsten Schluchten Deutschlands. Josef Haas schrieb einst über die untere Albschlucht: „... es macht ab Tiefenstein sowie eine ganz andere Musik, deren noten, mit kaum endender Reihung von Paukenschlägen gespickt, erst noch zu schreiben sind.“ Nach der gelungenen Befahrung der Alb fahren wir weiter zur Wutach.

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Quelle: 1596productions

Nach der kältesten Nacht des Trips sind die Scheiben vom Bus sogar innen geforen und die Motivation der Wutach die Ehre zu erweisen ist minimal. Aber wenigstens anschauen wollen wir uns den Fluss. Also Wanderschuhe an und rein in die Schlucht. Unser Eindruck: Landschaft VI, Wildwasser II. Na dann, weiter. Der nächstgelegene Wildbach ist die Schlücht und verspricht den einzigen Felsentunnel des Schwarzwalds. An der Schlücht angekommen erwartet uns ein kleiner Bachlauf. Aber kurz vor dem Felsentunnel füllt ein Seitenbach die Schlücht auf, sodass das Wasser gerade für eine Befahrung reicht. Das kann ich mir nicht entgehen lassen!Bild links: Der Felsentunnel der Schlucht ist einzigartig im Schwarzwald

schwarzwald schwarzwald

Quelle: 1596productions

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Quelle: 1596productions



Bild oben: Die Kälte ist in diesem Bild deutlich spürbar

Bild rechts: Sonne tanken für die letzten Stufen und Rutschen



Abends fuhren wir dann noch bis Konstanz. Den Freitag gönnen wir uns einen achtstündigen Aufenthalt in der Bodenseetherme, um die Kälte der letzten Tage ab zu schütteln. Am Samstag und Sonntag ist Kanumesse bei LaCanoa und am Samstagabend entführen wir die Zuschauer für 1,5h nach Korsika, Norwegen und in den Schwarzwald.

Text: David Ernst/1596productions

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