Welcome to the jungle - Wildwasser in Ecuador

Der Winter bekommt Europa immer fester in seinen Griff, so schweifen wintermüde Paddler wieder ihren Sonnenquatieren entgegen. Dass Südamerika nicht nur Chile als erstklassiges Paddelziel zu bieten hat, weiß Norbert Blank in einem Vierteiler zu berichten.

TopSiteNews Norbert Blank

Seit Jahr und Tag flüchten wintermüde Paddler nach Chile, wo sie abertausende Straßenkilometer auf der Suche nach erstklassigem Wildwasser abspulen. Dabei bietet Südamerika noch ein zweites Wildwasserparadies mit 1a-Dschungelflüssen, bei dem der Kosten & Nutzenfaktor deutlich besser ausfällt: Ecuador.

- ein Vierteiler von Norbert Blank -

Ecuador Am Fluss

Quelle: nblank

Endlich fühlen wir die Kraft des Flusses unterm Flachboden. Der mächtige Strom nimmt uns mit wie ein Fließband in den Zeiten der Hochkonjunktur. Die winzigen Kajaks scheinen ein Spielball der Wellen, Brecher und Walzen, doch zum Glück haben wir ja noch das Paddel. Brodelnd zischt das Wasser des Rio Yatunjacu vor uns zwischen den Felsen durch das Grün des ecuadorianischen Dschungels. Unter Lianen und Urwaldriesen bahnt er sich seinen Weg von der Quelle bis zur Mündung in den Amazonas. Wieder Mal sind wir in Ecuador unterwegs, haben sehnsüchtig auf diesen Moment gewartet.

Ecuador Rio Yatunjacu

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Ecuador Rio Yatunjacu

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Kids am Rio JatunyacuPowerwoman Abby am Rio Yatunjacu

Die freundliche Dame am Check-In-Schalter staunt nicht schlecht, als wir mit unserem Equipment vor ihr auftauchen. Kajaks sind mittlerweile tabu im Flieger, aber unsere Packsäcke sind bis zum Rand mit Ausrüstung vollgestopft, dazu das gewohnt unschuldige Lächeln aufgesetzt. Es hilft. Freundlich werden wir zum Sperrgepäckschalter eskortiert, denn eine solche »Unmenge« sei schließlich Tagesgeschäft auf der Lateinamerikaroute, wie uns die Dame versichert. Wahrscheinlich ist sie bloß froh, dass wir keine Hühnerkäfige angeschleppt haben. 18 Stunden später passiert unser Konvoi den schläfrigen Zöllner am Airport von Quito. Unbehelligt, fast gleichgültig lässt er die seltsamen »Gringos« ziehen. Intensive Kontrollen stehen uns erst bei der Rückkehr bevor, wenn europäische Drogenfahnder jede Neoprensocke, bei der die Spürhunde längst kapituliert haben, auf links drehen.

Ecuador Quito

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Quito

Quito, Airport Mariscal Sucre: Pur, laut, impulsiv: Südamerikanische Millionenmetropole, bekannt für ihre grandiose Altstadt und Weltkulturerbe der UNESCO. In der zweithöchsten Hautstadt der Welt stürzen sich die »Choferes« draußen am Taxistand wie die Hyänen auf uns. Wenig Schlaf, fünf Stunden Zeitverschiebung und die merklich dünnere Luft auf 2800 Meter verschaffen uns keine gute Ausgangsposition für die Verhandlungen um den Fahrpreis nach Tena. Unsere des Spanischen unkundigen Mitpaddler behalten das Gepäck im Auge und versuchen mit Händen und Füßen die Fragen der Neugierigen zu beantworten. Der erste »Chofer« zerrt mich zu seinem Van. Auf Spanisch erläutert er das Dilemma der gestiegenen Preise, der Steuererhöhungen durch den neuen Präsidenten, die überzogenen Benzinpreise, die Anzahl seiner hungrigen Kinder und multipliziert dies mit der Länge der »ach so gefährlichen« Strecke ins »Oriente« Ecuadors. Die Fahrpreisverhandlungen ziehen sich in die Länge. Die zwei dünnen, ausgefransten Schnüre, mit denen er unsere – von unserem Freund Mike anglieferten - Kajaks schon mal auf dem Dach festbinden will, ersetzen wir schnell durch unsere eigenen, mitgebrachten Spanngurte (Kajakverleih in Ecuador: www.ecuador-kajak.com ). Südamerikanische Lässigkeit hin oder her, bei der Ausrüstung setzten wir auf europäische Standards.

Ecuador Quito

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Ecuador Tena

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Der Chickenbus nach Tena

Ecuador Tena

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Busbahnhof in Tena

Im Teil 2 von Wildwasser in Ecuador geht es um 'Winterpaddeln in Shorts' auf den Flüssen Tena, Yatunjacu, Pusuno, Napo und vielen andern.

Text und Fotos: Norbert Blank
www.ecuador-kajak.com

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