3. Münchner Freestyle Meisterschaft

Die Münchner Floßlände zählt zu den anfängertauglichsten und populärsten Spots Deutschland. Traditionell stand am ersten [b]Oktoberfest[/b] Sonntag das München Freestyle auf dem Programm. Matthias Breuel berichtet von [b]Dauerregen und Sauwetter[/b].

München Freestyle

Die Organisatoren der Münchner Freestyle Meisterschaft haben eigentlich einen bombensicheren Pakt mit den Wiesenwirten geschlossen. Rotiert wird am ersten Oktoberfestsonntag und da haben die Festwirte Sonnenschein und Wärme fest abonniert. Doch dieses Jahr hatten die Herrschaften offenbar nicht den richtigen Draht zu Petrus – vielleicht war er auch einfach über den hohen Bierpreis erzürnt.

Artikel 3. Münchner Freestyle Meisterschaft München

Quelle: Matthias Breuel

Von Tag zu Tag wurde die Wetterprognose für den entscheidenden Sonntag schlechter, zuletzt war von ergiebigem Dauerregen mit möglichen Überflutungen bei maximal 12 bis 14 Grad die Rede. Letzte Hoffnungen auf ein Einsehen des Himmels zerschlugen sich am Sonntagmorgen, als pünktlich zur Anmeldung Dauerregen einsetzte, der sich zwischendurch zu wahren Sturzfluten steigern und bis zum Abend anhalten sollte.Zumindest der Aufbau der Zelte an der Theo-Bock-Walze an der Münchner Floßgasse konnte aber noch im Trockenen durchgezogen werden und auch fast alle der etwa 50 angemeldeten Teilnehmer holten sich tatsächlich ihre Startnummer ab. Die wenigen Ausfälle wurden durch einige Nachmeldungen schnell wieder kompensiert und fast pünktlich um 10 Uhr konnte Cheforganisator und Moderator Julian Mihé die 3. Münchner Freestyle Meisterschaft mit den Vorläufen der Junioren eröffnen. Bis zur Mittagspause folgte ein Heat auf den nächsten und nicht wenige Zuschauer verweilten trotz Dauerregen länger an der Walze, um die spektakulären Moves zu bewundern.

Noch vor dem Essen folgte mit dem Gaudirennen einer der Höhepunkte der Münchner Freestyle Meisterschaft. Dieses Jahr hatten die Organisatoren wie angekündigt das kameradschaftliche Gekloppe um feinsinnigere Elemente ergänzt und so eine besonders teuflische Mixtur kredenzt. Die erste Aufgabe bestand darin, nach dem traditionellen Le-Mans-Start wieder eine Badeente in einem der Kehrwasser am sogenannten Sauloch zu schnappen. Die Enten waren dieses Jahr nummeriert, wobei jede Nummer in beiden Kehrwasser je ein Mal vorhanden war. Nun galt es, den Paddler mit der gleichen Entennummer zu finden, die Enten mittels eines Fadens aneinander zu binden und als Team über die Ziellinie an der Walze zu bringen. Wobei es für die erste Mannschaft wie immer nur einen Trostpreis (dieses Jahr ein paar alte Sandalen) gab und die tollen Sachpreise der Sponsoren erst unter den folgenden Teams in der Reihenfolge des Zieleinlaufs verteilt wurden.

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Quelle: Matthias Breuel

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Quelle: Matthias Breul

Die Zuschauer erwartete wie gewohnt ein sehenswertes Spektakel. Bereits beim Start mussten die Teilnehmer dem nassen Untergrund Tribut zollen und schlitterten nahezu ungebremst den Booten beziehungsweise sogar dem Wasser entgegen. Auch die Suche nach dem richtigen Entenpartner (oder der Partnerente) war ein lautstarkes Schauspiel. Kurz vor dem Ziel aber stockte die Meute, offenbar wollte sich keiner dieses Jahr den Trostpreis schnappen.


Nur kurz war zu befürchten, dass sich der Bootsstau erst mit Einbruch der Dämmerung auflösen würde, dann ergriffen einige Teams die Flucht nach vorne und wie gewohnt kugelten viele Paddler grinsend auf einmal durch die Walze. Den Abschluss bildete ein Münchner Lokalmatador, der bei der Partnervermittlung offenbar leer ausging und unterwegs auch noch sein Boot verloren hatte, aber tapfer zwei Enten in der Hand hielt. Dieser Einsatz wurde mit der goldenen Ananas, dem zweiten Trostpreis belohnt. Die anderen Gewinner erwarteten unter anderem ein Paddel von Kober, eine Spritzdecke von paddle-people und viele weitere attraktive Sachpreise der Sponsoren.

 

Galerie: 3. Münchner Freestyle Meisterschaft

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Artikel 3. Münchner Freestyle Meisterschaft Floßlände

Quelle: Matthias Breuel

Zur Stärkung standen nach der Preisverleihung bereits Leberkäse und Käsesemmeln bereit, bevor es mit den Halbfinal- und Finalläufen weitergehen sollte. Bei mittlerweile gerade noch 10 Grad und Dauerregen seit fast fünf Stunden entschieden sich die C1-Fahrer, die Juniorinnen und die Junioren unter 16 Jahren jedoch geschlossen dazu, die Ergebnisse der Vorläufe als Endergebnisse zu werten. Die älteren Junioren zogen noch ihr Halbfinale durch, ehe auch sie sich der Kälte geschlagen gaben.


Wahre Härte bewiesen neben den Herren vor allem die Damen. Obwohl die Damenklasse mit nur zwei Teilnehmerinnen dieses Jahr (wohl aufgrund der gleichzeitig stattfindenden Kanumesse) dünn besetzt war, stürzten sich Sandra Sebelin und Sandrina Hornhardt noch ein zweites Mal in die kühlen Fluten, um die verdiente Siegerin zu ermitteln. Am Ende hatte Sandrina Hornhardt die Nase vorne und konnte ihre Führung aus dem Vorlauf bestätigen.


Bei den Junioren und Herren hingegen kam es im Halbfinale und Finale zu einem munteren Favoritensterben. Scheinbar sichere Anwärter auf das Siegerpodest oder gar den Titel fielen teilweise weit zurück, während sich einige Paddler, die bestenfalls als Geheimfavoriten zählen konnten, ganz nach oben kämpften.

Als Abräumer des Tages erwies sich das Team des WSC Bayer Dormagen, das gleich drei Goldmedaillen aus der Theo-Bock-Walze fischte. Bei den C1-Fahrern ging der erste Platz erwartungsgemäß an Vizeweltmeister Philipp Hitzigrath vom Team Baden, bei den Juniorinnen an Julia Spaaij ebenfalls vom Team Baden.

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Quelle: Matthias Breul

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Quelle: Matthias Breul

Bayerische MeisterschaftWie schon im Vorjahr zählte die Münchner Freestyle Meisterschaft zugleich auch als Bayerische Meisterschaft. Die Meistertitel gingen dieses Jahr an Daniel Kazemi (Junioren), Anne Grüb (Juniorinnen), Otto Armando (Herren) und Sandra Sebelin (Damen). Besonders spannend war die Entscheidung wieder bei den Junioren, bei denen Daniel Kazemi zunächst nur knapp das Halbfinale erreichte. Janosch Plathner, der in den Vorläufen noch Rang drei in der Gesamtwertung belegte, wurde im Halbfinale mehrmals aus der Walze gespült und musste sich am Ende mit Rang drei der bayerischen Meisterschaft hinter Daniel Kazemi und Patrick Feldl begnügen.

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Quelle: Matthias Breul

Trotz der widrigen Bedingungen gelang es den Organisatoren, die dritte Münchner Freestyle Meisterschaft ohne größere Abstriche über die Bühne zu bringen. Lediglich der geplante Team-Freestyle-Wettbewerb fiel dem nassen und kalten Wetter und dem engen Zeitplan zum Opfer. Doch das ist keine Schande, war es doch laut Medienberichten der kälteste und nasseste erste Wiesnsonntag seit 30 Jahren. In diesem Sinne hoffen wir auf eine sonnigere Zukunft der Münchner Freestyle Meisterschaft und bedanken uns bei allen Teilnehmern fürs Kommen. Besonderer Dank gilt den Sponsoren Kober, Paddle-People, Fluid, Kober, Wildmountain sowie Numismed und den Helfern, allen voran Chef-Organisator Julian Mihé, den Backoffice-Managern Andreas Strüwing, Frederik Völkl und Matthias Breuel sowie den Spezialeinsatzkräften Anett, Thimo, David, Uschi und Volker. Tausend Dank auch an Ingrid Schlott und Helmut Wolff, alle Judges und Schreiber und an die Landeshauptstadt München, die den Wettkampf ermöglicht.Die vollständige Ergebnisliste findet ihr demnächst auf www.freestyle-muc.de

Text: Matthias Breuel für das Organisationsteam

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Ausgebildeter Physiker, Redakteur, Herr über Tausend Zeilen Code auf 4-Paddlers.com und spätberufener zugereister Paddler aus Augsburg.

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