Lofer, was sonst? – ein Novembersonntag in der Teufelsschlucht der Saalach

Wenn gar nichts läuft, läuft Lofer. Diese Weisheit lernen Paddler in den Ostalpen früh. Und so wundert es wenig, dass auch letzten Sonntag, einem durch und durch trist-grauen Herbsttag ein gutes Dutzend Wildwasserfahrer den Paddlerparkplatz des Pinzgauer Örtchens bevölkerte.

Lofer, was sonst? – ein Novembersonntag in der Teufelsschlucht der Saalach
Artikel Mal wieder richtig durchgelofert – ein Novembersonnt Artikel Mal wieder richtig durchgelofert – ein Novembersonnt

Quelle: Plank Sandra

Überraschungen bietet die Teufelsschlucht der Saalach keine. Außer ein kürzliches Hochwasser hat fröhlich Steine gerückt, den Hang weggedrückt und den Triftsteig geknückt. Kurzum, wer die Saalach das letzte Mal vor dem 2. Juni 2013 gepaddelt ist, tut gut daran, sich einigen Stellen mit Vorsicht zu nähern. Auch routinierten Fahrer sei die Erstbesichtigung der Dreier-Kombi empfohlen. Beim ersten Hinschauen kommt Freude auf: Der riesige Quader rechts nach der Eingangsstufe ist zumindest bei Mittelwasser deutlich weniger angespült, der durchflussstarke Siphon vermutlich seit dem Hochwasser weniger gefährlich.Im Gegenzug hat sich direkt neben dem Block eine Stufe mit veritabler Walze gebildet. Wer hier drinhängt, hat gute Chancen im Boot zu entkommen, zumindest wenn er in den goldenen Nullern öfter beim Bergheim-Rodeo zu Gast war. Ganz im Ernst, die Größe der Walze steht und fällt mit dem Pegel. Was bleibt ist der Block am linken Walzenende, unter dem das ein oder andere Kubik das Weite sucht. Ansehen! Schwimmen will hier ohnehin keiner, weil die Strömung im ICE-Tempo in die nächste Stufe zieht.Diese ist locker 1,5 Meter hoch, der Boof über die Traumschanze überrascht mit verblockter Ausfahrt. Bei viel Wasser ist das Anhalten vor und nach der Stufe schwierig. Der dritte Abfall wirkt nun deutlich enger, lässt sich aber auf sauberer Zunge schießen.Bild links: Andreas »Stocki« Stockinger im letzten Drittel der Dreier-Kombi.Bild unten: Robert Machacek schießt ins Kehrwasser über die Zunge der letzten Stufe.

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Quelle: Sandra Plank

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Keine Veränderungen an der flussbreiten Boofstufe und im »S«, dass wegen der bekannten Siphone zu klarer Linie drängt. Zu guter Letzt ein Hinweis zur »Abschlussstufe« vor der Mystery-Move-Stelle. Der Chickenchannel ganz rechts fasst nun deutlich mehr Wasser und ist für unsichere Paddler mehr als einen Blick wert. Die eigentliche Stufe im Hauptwasser lässt sich zwar gut boofen, zieht aber im Auslauf auf einen schaurig-überhängenden Block links. Am besten treffsicher verpassen oder die Ausweichroute nehmen! Achja, und apropos »Triffsteig geknückt«: Der Wanderweg durch die Schlucht ist derzeit gesperrt, der Steig an vielen Stellen unterbrochen. Es fehlen Geländer und ganze Brücken, wer an der Dreier-Kombi besichtigt, steigt im abgerutschten Hang durch knöcheltiefen Schlamm. Angeblich soll der Steig ob der immensen Schäden nicht wieder aufgebaut werden.Und wo bleiben die Paddler in der Story? Die trifft man beim Booteladen am Ausstieg in Au zum Après-Sport. Nach zwei Saisonen im extra-alpinen Terrain war's für mich einfach nur nett, alte und neue Gesichter zu entdecken. Egal, ob mit oder ohne Dreier-Kombi, egal ob im Dickschiff oder River Player – in der Loferschlucht hat jeder sattelfeste Viererpaddler seinen Spaß. Und weil die Schlucht ebenso schön wie kurz ist, heißt's in Lofer: Nach der Fahrt ist vor der Fahrt. Da kommt ja auch schon das Shuttle ...Bild links: Robert in der Anfahrt zum Lieferanteneingang.Bild unten: Tobi Nietzold nimmt die Boofstufe vor dem »S«.Bild ganz unten: Stocki beim Cruisen in der Teufelsschlucht.

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Quelle: Sandra Plank

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Alle Bilder vom 17.11.2013, aufgenommen bei einem Pegel von 0,39 m (Mittelwasser, 32 Kubik am Pegel Unterjettenberg).
Vielen Dank an Sandra fürs Fotografieren, Robert und Stocki fürs Shutteln nach dem ersten Run. See ya soon!
Autor: Christoph Scheuermann

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TrustedPaddler
Diplom-Geograph, fester Autor fürs KANU-Magazin, Südosteuropa-Spezialist, Kajakreiseveranstalter und vor allem seit 25 Jahren so oft es geht im Boot. Der Genuss auf dem Wasser zu sein, gemeinsam mit alten und neuen Freunden, darüber zu schreiben, sich connecten. Love it! Für alles weitere .

1 Kommentar

  1. TrustedPaddler
    waveplayvor 5 Jahren

    Danke Christoph für die gute Beschreibung der Veränderungen: Kleine Anmerkung noch. Zwischen Lieferanteneingang und Abschlussstufe vorm Mysterymove befindet sich noch eine Stelle die man rechts fährt und aufgrund eines von rechts kommenden Luftpolsters stark auf einen unterspühlten Stein in der Mitte zieht. Die Stelle sieht im ersten Moment sehr unscheinbar aus, sollte aber mit Vorsicht und kräftigen Schlägen nach rechts genossen werden. See you

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