Salzach – Freiraum statt Staustufen

Der letzte freifließende Fluss in den nördlichen Voralpen ist von Kraftwerksplänen bedroht. Der Bayerische Kanuverband fordert gemeinsam mit Natursschutzvertretern die Aufweitung und Reaktivierung der Auwälder anstatt dem Bau neuer Staustufen. Am 17. und 18. Mai demonstrieren die Veranstalter für die Salzach als Naturfluss.

Salzach – Freiraum statt Staustufen
Artikel Salzach – Freiraum statt Staustufen Salzach

Quelle: Bayerischer Kanu-Verband

Den Auftakt macht eine gemeinsame Wanderfahrt auf der Salzach von Laufen nach Burghausen. Um 11 Uhr startet der Paddlertross zur 37 Kilometer langen Fließstrecke. Zur Rückholung der Autos steht ein Bus-Shuttle zur Verfügung. Im Anschluss trifft man sich zum Abendessen in der Gaststätte »Schlosstaverne zur Reib« auf der österreichischen Flussseite. Ab 20 Uhr zeigen Rolf Renner und Paul Kratz ihren Film »Salzach und Dona von oben«.»Nein gegen den Ausbau der Salzach mit Kraftwerken, Ja zur Naturflussvariante« – das ist die Prämisse, unter der die Demonstrationsveranstaltung am folgenden Sonntag in Burghausen steht. Um die Öffentlichkeit aufmerksam zu machen, dass hier ein lebendiger Fluss dem Energiehunger der Stromkonzerne geopfert werden soll, laden der Bayerische Kanu-Verband mit dem Bund Naturschutz in Bayern, der Landesfischereiverband Bayern, der Landesbund für Vogelschutz, der Verein zum Schutze der Bergwelt und die Aktionsgemeinschaft Lebensraum Salzach ihre Mitglieder und alle, denen eine intakte Umwelt am Herzen liegt, ein zu einer gemeinsamen Kundgebung »Für die Salzach als Naturfluss« um 13.30 Uhr auf dem Stadtplatz in Burghausen.

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Quelle: Bayerischer Kanu-Verband

Auch nach einem Jahr der Beratung und Prüfung der verschiedenen Sanierungsvarianten für die Salzach ist noch keine Entscheidung in Sicht. Die Gefahr der weiteren Eintiefung auf Grund des Geschiebedefizits ist nach wie vor gegeben.

Die Hochwasser des vergangenen Jahres haben gezeigt, dass nur die Aufweitung der Flussläufe und die Renaturierung der Ufer und Auen die wachsende Gefahr von sturzflutartigen Hochwässern mildern können. Auch an der Salzach mit ihrem engen, fest versteinten Ufern ist es unbedingt notwendig, dem Fluss mehr Platz zu geben.

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Quelle: Ilse Entner

Darum ist das von der oberösterreichischen Umweltanwaltschaft vorgeschlagene Konzept der Aufweitung und mehrerer Nebenarme die bessere Lösung. Die Errichtung von Querverbauungen oder gar, wie es die Energielobby will, von mehreren Wasserkraftwerken ist der falsche Weg. Die Sohlstabilisierung durch einen großzügigen Gewässerrückbau ist technisch machbar, ökologisch umsetzbar
und noch dazu kostengünstig!

Es gilt, eine Jahrhundertchance zu wahren und damit für den Erhalt einer freifließenden Salzach und hier lebenden seltenen Fisch- und Vogelarten einzustehen!

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Quelle: Ilse Entner

Der Kundgebung vorgeschaltet ist eine Demonstrationsfahrt in Kanus auf der Salzach von Tittmoning nach Burghausen über 16 Flusskilometer. Die Pressevertreter und geladenen Gäste erhalten während der Fahrt auf der Plätte (einem historischen Salzkahn) Informationen, die sie hautnah nachvollziehen können und erleben, welch einmalige Landschaft durch den Bau von Kraftwerken ein für alle Mal verloren ginge. Start ist um 11 Uhr an der Schiffslände/ Plättenanlegestelle in Tittmoning.

Text: Bayerischer Kanu-Verband, Christoph Scheuermann

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TrustedPaddler
Diplom-Geograph, fester Autor fürs KANU-Magazin, Südosteuropa-Spezialist, Kajakreiseveranstalter und vor allem seit 25 Jahren so oft es geht im Boot. Der Genuss auf dem Wasser zu sein, gemeinsam mit alten und neuen Freunden, darüber zu schreiben, sich connecten. Love it! Für alles weitere .

1 Kommentar

  1. TrustedPaddler
    KanuKurtvor 5 Jahren

    Als allererstes möchte ich mich bei den "unsichtbaren Helfern" des SV Wacker Burghausen ( www.paddeln.sv-wacker.de ) für Ihren Einsatz bedanken. Die für uns Teilnehmer "sichtbaren Organisatoren" Karin Fraundorfer - Wanderwartin und Alfons Kettner-Umwelt und Gewässer waren auch unermüdlich im Einsatz und Ihnen gebührt ebenfalls unser ( mein ) Dank. Ganz besonders hat mir die Idee gefallen, am Samstag ein gemeinsames Paddeln zum gegenseitigen Kennenlernen zu veranstalten. Leider ließen sich fast alle Paddler wegen des nicht ganz optimalen Wetters und des höheren Wasserstandes von einer Teilnahme abhalten. Aus Sicht des Veranstalters war mir die Absage einleuchten, als ich am nächsten Morgen die große Anzahl der doch schon älteren Paddler sah. Gerade deswegen wären wir Jüngeren gefordert gewesen, zahlreich zu erscheinen. "Frustrierende 3 Boote" waren anwesend. Ein großer Kanadier mit 8 Paddlern aus Passau, ein Zweierkajak ( dürfte Deggendorf gewesen sein ) und ich in meinem Jukon Expedition- Einer. Das Umsetzten von uns " 3 Kapitänen" wurde netterweise von Alfons Kettner auf dessen Kosten erledigt. Die rege Anteilnahme beim Vortrag am Abend ließ mich dann doch etwas Hoffnung gewinnen, daß am Sonntag mehr als 3 Paddler erscheinen würden.
    Das Umstellservice am Sonntag hatte bestens funktioniert und Karin Fraundorfer hatte sogar für die ganz hungrigen unter uns für eine Verpflegungsmöglichkeit am Ausstieg gesorgt. Da ich am Einstieg übernachtet hatte, war ich erleichtert, als am Sonntagmorgen die ersten Paddler aus Rosenheim eintrafen. Als wir dann mit dem Umstellbus wieder am Einstieg ankamen waren nach meiner Schätzung ca. 50 Paddler anwesend. Ich war sichtlich über die große Anzahl älterer Paddler überrascht und möchte mich bei Ihnen noch einmal besonders bedanken, das Sie die Veranstaltung derart unterstützt haben.
    Uns "Jüngeren" kann ich leider kein gutes Zeugniß ausstellen, ganz speziell auch den Österreichern nicht - ganze 4 Paddler waren aus Österreich bei der Demofahrt anwesend ! Wenn wir in so mickriger Anzahl auftreten werden uns die zuständigen Politiker sicherlich nicht beachten und unsere Anliegen in Zukunft nicht fördern. Wir haben es in diesem Falle selbst in der Hand etwas zu unternehmen. Vom österreichischen Kanuverband bin ich ganz besonders endtäuscht- dort glaubt man anscheinend die Salzach sei ein deutscher Fluß und alleinige Angelegenheit der Bayern. Als Teilnehmer konnte ich da keinerlei Zusammenarbeit erkennen. Mit so wenig Zusammengehörigkeit spielen wir nur den Krafwerkserbauern und Spekulanten in die Karten. Die Terminwahl für Ihre "Frühlingsfahrt durch die Wachau" einiger österreichischer Paddler finde ich auch sehr seltsam- muß es sein, daß man die Wachau, die man ja das ganze Jahr paddeln kann, genau zur selben Zeit befährt wo man doch jeden Paddler und jedes Boot an der Salzach gebraucht hätte um in "demonstrativer Anzahl" auftretten hätte können um der Politik und der Bevölkereung ein sichbares Zeichen zu setzen. Weiters sollten wir uns auch gemeinsam Gedanken machen, wie wir es schaffen unseren Paddelnachwuchs mehr für den Erhalt der Gewässer und der Teilnahme an solchen Prodestveranstaltungen zu motivieren. Ganz besonders möchte ich mich nochmals für das zahlreiche Erscheinen der Älteren unter uns bedanken. Auch wenn sich für mich einige kritische Gedanken gestellt haben, war es doch ein sehr anregendes und schönes Wochenende. Besten Dank nochmals an Karin und Alfons und die SV Wacker-Paddler für die geleistet Arbeit. LG Kurt

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