Alara - Märchenschlucht der Wassernixe

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Das Hauptziel unserer Reise war die riesige Alaraschlucht. Vor zwei Jahren hatten wir wegen Schlechtwetter und logistischer Probleme vor der 35 km - Strecke kapitulieren müssen, nun aber war der Wettergott auf unserer Seite. Vom Bergdorf Güzelbag, eine Autostunde von Alanya, führte uns ein Feldweg zum Rande der Schlucht. 800 m tief unter uns schlängelte sich das blaue Band des Alara, der Weg hinunter kann nur abgebrühten Offroad-Piloten empfohlen werden. Glühend heiß empfing uns der Talboden, und wir freuten uns auf das kühle Wasser.

Durch niedrige Klammen glitten wir der ersten Rast entgegen, einer uralten Steinbrücke, welche die Karawanenpfade im sicheren Hinterland verband. Bis jetzt hatten wir nur wenige kräftige Schwälle zu meistern, hier sollte es los gehen! Schon nach wenigen Kurven das Warnsignal - raus ans Land! Ein wuchtiger Katarakt, hinter einem frischen Konglomeratblock ein U-förmiger Rücklauf, nichts für mich! Unsere Rafter sind aber schon unterwegs, treffen die Spur gut, haben aber im Rücklauf gewaltig zu kämpfen. Wir sind uns einig, die Stelle zu umtragen. Wenig später erreichten wir den berüchtigten Wasserfall, in dem vor mehreren Jahren ein Paddler ertrunken war. Ein großes Kehrwasser erleichterte den Ausstieg, und mit kurzer Seilhilfe umtrugen wir den 6 m hohen Absturz. Noch einige rassige Stellen hatte der Alara zu bieten, noch kurz vor dem Schluchtende meinte Okiay: "You should not swim here"! Evi, sonst sehr wohl des Englischen mächtig, probierte es trotzdem, und auch sie erreichte samt Boot und Paddel das ruhige Unterwasser.

Nach fast fünfstündiger Fahrt erkannten wir hoch über uns die Festung Alarakale, von der wir vor zwei Jahren begeistert in die Schlucht geblickt hatten, wir waren am Ziel. Den mühevollen, aber wildromantischen Aufstieg zur Burg ersparten wir uns diesmal, das wohlverdiente Abendessen im Hotel wartete ("i schlag a Schneis`n ins Buffet").
Ein Teil unserer Gruppe hatte nur eine Woche Urlaub, sodass ein weiterer Höhepunkt noch rasch "erledigt" werden musste: Die mächtige Karstquelle des Alara, die schon auf einigen Ansichtskarten zu sehen war. Wir wählten die etwas mühsame Anfahrt am linken Flussufer, um den noch unbekannten Oberlauf zu erkunden. Schon aus der Ferne sieht man den 20 m hohen Wasserfall, der in den Wänden der schmalen Klamm aus Felsspalten herausschießt. Knapp davor steht man mitten in der tobenden Gischt, ein Großteil des Flusses scheint hier vom Himmel zu stürzen. Vielleicht wäre im Herbst eine Fahrt durch die Klamm möglich, jetzt läßt uns der Winddruck nur wenige Meter heranpaddeln. Nachdem wir die letzten 6 km erkundet hatten, beschlossen wir, vor dieser spektakulären Szenerie zu starten. Recht flott kamen wir auf dem wuchtigen Wasser voran, schon hier führt der Alara fast die volle Wassermenge ( 20 m3/s). Nach zwei besichtigungswerten Katarakten erreichten wir unseren Ausstieg, eine Holzbrücke bei der Einmündung eines rechten Seitenbaches. In der Folge fließt der Alara durch eine nicht einsehbare Schlucht, dann wieder neben der Strasse durch eine niedrige Klamm, die im Herbst vielleicht befahrbar wäre. Wir mussten uns von unseren Freunden verabschieden und legten zunächst einen wohlverdienten Ruhetag am Meer ein.

Bericht von Walter Mück

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