Freestyle-Euro: Team Britain legt vor

Vier von fünf Wettkampfklassen sind nach den Vorläufen bei der Kanu-Freestyle-Europameisterschaft in Lienz (Österreich) in britischer Hand. Bei den K1-Damen konnte Titelverteidigerin Marlène Devillez (FRA) ihre Herausforderin Claire O’Harra (GBR) auf Rang 2 verweisen – vorerst. Team Deutschland ist in allen Klassen weiterhin vertreten.

Europameisterschaft Lienz Drauwalze

 

Strahlender Sonnenschein und ein konstant guter Wasserstand begrüßten am heutigen ersten Wettkampftag die Teilnehmer der Kanu-Freestyle-Europameisterschaft in Lienz. 145 Athleten aus 15 Nationen sind am Start um bis zum Samstag „Europas Beste“ zu küren. Um allen Teilnehmern faire Bedingungen zu gewähren sorgt die Tiroler Wasserkraft AG (TIWAG) die ganze Woche über für den idealen Pegelstand der Drau.

Den Auftakt der EM-Vorläufe übernahmen am Mittwoch die "Einarmigen in ihren Badewannen": Die Teilnehmer der Klasse OC1 sind mit Stechpaddel und offenen Kanus unterwegs, was bedeutet, dass der Innenraum der Boote nach und nach vom Spritzwasser der Walze geflutet wird. Mindestens 40 Liter passen laut Reglement in ein "Open Canoe", dadurch haben es die Athleten deutlich schwerer ihre Moves sauber auszuführen. Die beste Leistung auf der Drau zeigte am Mittwoch der Brite Paul King. Er führt mit 30 Punkten vor seinem Landsmann Josh Wedgwood und dem Spanier Aitor Goikoetyea. Punktgleich auf Rang vier liegen die beiden Deutschen Toby Hüther und Philipp Hitzigrath sowie der Pole Tomasz Czaplicki. Damit sind am Samstag sechs Athleten im Finale zu sehen.

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Quelle: OKC/Judith Prechtl

Paul King (GBR) führt in der Klasse OC1

Bei den K1-Damen verspricht der erste Wettkampftag ein spannendes Duell: Claire O’Hara (GBR) legte in zwei dynamischen Läufe zahlreiche sauber ausgeführte Top-Score-Moves vor und verbuchte 470 Punkte in zwei Läufen. Die amtierende Doppelweltmeisterin machte damit unmissverständlich klar, dass sie nicht umsonst als Favoritin gilt. Dennoch steht an der Spitze des Damenrankings eine andere: Titelverteidigerin Marlène Devillez (FRA) beanspruchte bereits vor zwei Jahren den Luftraum über der Drauwalze und auch heute setzte sie bei ihren Loops, McNasties und Space Godzillas voll auf den Arial-Bonus für besonders hoch ausgeführte Moves. Auf Rang drei liegt derzeit Nina Csonkova (SVK) mit punktgleich mit der Schwedin Maria Lindgren.

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Quelle: OKC/Judith Prechtl

Überfliegerin Marlène Devillez auf Frankreich will ihren Titel verteidigen.

Mit einer hervorragenden Leistung überraschte heute die junge Deutsche Andrea Kaspers. In zwei soliden Läufen konnte sie jeweils einen Loop punkten und platzierte sich so auf dem 6. Zwischenrang. Ihre Teamkollegin Anne Hübner belegte Rang 9, Sandra Sebelin aus Passau erreichte Rang 14. Österreichs Paula Gruber darf beide EM-Ziele als erreicht betrachten: Die junge Grazerin belegt Rang 16 unter insgesamt 25 Teilnehmerinnen. Am Freitag fahren die zehn bestplatzierten Damen der Vorläufe ihr Halbfinale aus: Weiters qualifiziert sind: Kari Olnes (NOR), Eva Filová (SVK), Alexandra Cisarová (SVK) und Tora Heggem (NOR).

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Quelle: OKC/Judith Prechtl

Paula Gruber aus Graz hat sich gut geschlagen: Rang 16 für die junge Österreicherin.

"Very British" sieht nach den Vorläufen das Favoritenfeld bei den K1-Junioren aus. Allen voran erreichte der WM-Dritte Bren Orton (GBR) von Plattling den sagenhaften High-Score von 1.115 Punkten. Alleine in seinem ersten Lauf legte der Überflieger über 700 Punkte vor – ein wahres Feuerwerk an High-Score-Moves. Ortons Teamkollegen James Benns, Brandon Hepburn und Sam Stephenson belegen die Plätze zwei bis vier. Auf Rang fünf liegt Yannick Münchow aus Deutschland, der der die britische Übermacht im Halbfinale der besten zehn am Freitag sicherlich angreifen wird.

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Den Traum-Score von 1.115 Punkten erreichte Bren Orten (GBR).

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Quelle: Prechtl OKC/Judith

Ebenfalls weiter im Rennen ist Deutschlands Michel Hasselwander auf Rang 8. In zwei soliden Läufen sammelte das Nachwuchstalent vom WSC Dormagen für das Halbfinale. Nils Sommer aus Heidelberg trennen davon nur 30 Punkte. Der 16-Jährige darf sich dennoch über den guten 11 Gesamtrang freuen. Insgesamt waren bei den unter 18-Jährigen 26 Teilnehmer am Start. Im Halbfinale am Freitag sind zudem Ander de Miguel (ESP), Sindre Slalien (NOR), Iker Carreto (ESP) und Lane De Meulenaere (BEL) zu sehen.

Alles offen ist nach den Vorläufen in der Klasse Canadier Einer (C1): Adam Ramadan (GBR) liegt mit 500 Punkten in Führung, 20 Punkte vor dem Tschechen Lukas Cervinka. Auf Rang 3 liegt derzeit Aitor Goikoetxea (ESP) vor Nicolas Fayol aus Frankreich. Deutschlands Vize-Weltmeister Philipp Hitzigrath liegt nach den Vorläufen auf Rang 5 vor seinem Teamkollegen Jonas Unterberg. Weiters für das Halbfinale qualifiziert sind: John O’Rourke (IRL), Bartosz Czauderna (POL), Jan Choutka (CZE) sowie die punktgleichen Sören Kohnert (GER) und Jack Gunter (GBR).

Präzision, Tiefgang und ein Hauch von Anmut waren beim der letzten Vorrunde des Tages gefragt. Im Squirt der Männer zwirbelten die Teilnehmer ihre Boote durch ein ca. 80 Meter langes Teilstück der Drau. Angetreten wurde im klassischen Freestyleboot oder in den superflachen Spezialkajaks – jede Bootsart birgt Vor- und Nachteile: Während die Squirtboote besser für die wichtigen Tauchgänge sind, so genannte Mystery-Moves, sind die kurzen Freestyleboote im relativ seichten Flussbett der Drau besser zu drehen.
So lässt es sich aushalten: Beste Stimmung auf den Zuschauerrängen im Draupark.

An die Spitze setzte sich heute ein klassischer Squirter, der – wie die meisten Führenden des heutigen Tages – aus Großbritannien kommt: Ben Aldred gelang trotz der erschwerten Bedingungen ein exzellenter Tauchgang, was die in einer präzisen Kür gesammelten Punkte auf 814 Zähler multiplizierte. Auf Platz 2 liegt derzeit der Pole Tomasz Czaplicki der solide Flachwasser-Moves mit klassichen Squirt-Elementen kombinierte und in der Walze wichtige Punkte machte. Sein Landsmann Bartosz Czauderna belegt derzeit Rang 3. Ebenfalls gut im Rennen liegt Deutschlands Altmeister Helmut Wolff auf Rang 4. vor Michal Wrzal (POL). Im Halbfinale treten zudem Bostjan Gomboc (SLO), Adrian Durrant (IRL), Jochen Eickhoff (GER) und die beiden Briten Tom Goddard und Paul King an. Am Freitag nicht mit dabei ist Jörn Hüsch aus Deutschland.

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Quelle: OKC/Judith Prechtl

Trotz der harten Konkurrenz in Freestyle-Kajaks setzte sich der Brite Ben Aldred im klassischen Squirtboot in Führung.

Heute, Donnerstag, geht es in Lienz zunächst mit den K1-Juniorinnen weiter. Ab 10 Uhr zeigen die Mädels auf der Drau ihr Können. Ab ca. 10:45 folgt schließlich die Königsklasse: Die K1-Herren betreten den Ring. Dann wird sich zeigen ob die Favoriten James Bebbington (GBR) und Peter Csonka (SVK) ihrem Ruf gerecht werden und mit wem in den kommenden Tagen sonst noch zu rechnen ist.Alle Ergebnislisten, Fotos, Gezwitscher und mehr gibt's unter www.euro-lienz.com.

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