Kummerbrücke bei 6 m3/sec

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Einstieg: Nach den ersten 600 Metern, weil wir nicht dachten, daß eine Befahrung oberhalb überhaupt möglich ist.
Ausstieg: Am Beginn des Stausees nach der Strecke (Normalausstieg)

Pegel: 6 m3/sec

Gruppe: Hans Tertsch, Jürgen Pulkrab, Florian Primetzhofer und Martin Skopal

Ausrüstung: eigentlich Standard... vom Spielboot bis zum Topo war alles vertreten. Wurfsäcke zur Sicherheit, da bei den oft sehr engen Durchfahrten Steckgefahr herrscht.

Nachdem wir in Wildalpen vor einer "fast" trockenen Salza (Pegel 135 (geschätzt, da Wasserstand schon unter dem Pegelende) gesessen sind, erzählt mir doch glatt ein Freund, daß er gestern die Kummerbrücke gefahren sei... bei der Mindestabflußmenge von 6 m3/sec. Und alles sei gegangen... nur bei einer Stelle sei Vorsicht angeraten, wegen Steckgefahr.
Nachdem ich den Flo und den Hans überzeugt hatte, daß es sicherlich mehr Spaß machen würde, die im Moment wirklich "Kümmerliche" bei Minimalwasser zu fahren als auf der Salza Steine zu polieren, gings dann am nächsten Tag zu Mittag los. Beim Wegfahren fällt mir da noch das strategisch sehr ungünstig geparkte Auto vom Pulli auf, den ich kurzerhand dazu verpflichte mitzukommen. Nach der kurzen Autofahrt und dem Umstellen gings los. Wir kommen zum Wasser, naja, Wässerchen. Mir fällt spontan "Mondlandschaft" dazu ein. Wenig Wasser verschwindet zwischen zum Teil haushohen Felsen, die wunderschöne Auswaschungen zieren. Zum Teil geht es soweit, daß der Fluß zwischen den Felsen verschwindet und wir immer wieder schauen müssen, wo eine Durchfahrt auf uns wartet. Gefunden haben wir aber wirklich immer eine. Auffällig bemerkbar ist auch das Fehlen der Wasserwucht. Ohne weiteres kann man jede Stelle dieses Naturslaloms passieren. Technisch versiert sollten die Befahrer dann doch sein, weil es eben durch kaum bootsbreite Durchfahrten zu treffen gilt. Natürlich bleiben auch die üblichen Geschichten nicht aus, wie Hans die Kummerbrücke schon bei etwas mehr Wasser gefahren ist. Er deutet dabei auf eine Wasserlinie ungefähr 2 Meter über unseren Köpfen. Pulli träumt bei dieser Vorstellung vor sich hin und versinkt ebenfalls in Erinnerungen. Ich denke mir nur, daß ich die Strecke wirklich gern einmal bei Normalwasser gefahren wäre. Aber da hat mir die Wasserwirtschaft einen Strich durch die Rechnung gemacht.
Das Nadelöhr war ohne Probleme fahrbar, einfach nur eng. Wie halt der Name schon sagt. Das Hartelsgraben S war da schon etwas komplizierter. Der Syphon war ungefähr einen halben Meter über uns, also kein Problem. Die Standartstrecke unfahrbar, da viel mehr Felsen da waren als üblich. Wir fanden aber eine, bootsbreite Durchfahrt durch dieses Gewirr und konnten das S ohne Probleme bewältigen. Mehr Aufregung verursachte da die oben erwähnte Stelle mit Steckgefahr. Ungefähr 2 bis 300 Meter nach dem S. Ein Abfall auf rechter Seite. Hans fährt vor und schaut es sich an. Und kann dann mit Ellbogenschmerzen die Stelle fahren. Sein linker Ellbogen hat bei der Befahrung Bekanntschaft mit einem Stein geschlossen. Von unten gibt er Anweisung. Pulli fährt los und entschließt sich dann doch noch zu einer genaueren Betrachtung, steigt aus, wieder ein, und kommt heil unten an. Flo und ich folgen in der selben Spur nach weiteren Einweisungen von unten. Aus dieser unteren Perspektive kann ich mir die Stelle dann auch noch genauer anschauen. Im Unterwasser liegt ein Felsen. Gerade so, daß man wunderbar steckt, wenn man den Abfall gerade anfährt. War unsere Linie mit schief anfahren nicht schlecht, allerdings hab auch ich mangels Anschauen die kleine Felsnase übersehen, an der man knapp vorbeifahren sollte, und mir den linken Ellbogen leicht angehaut. Aber alles kein Problem. Der Rest danach ist dann wunderschönes Wildwasser mit vielen Steinen gewesen.
Am Austieg fällt uns noch der, wie auf der Salza, schon unnütz gewordene Pegel auf. Das Wasser fließt seelenruhig unter dem unteren Brettrand durch.
Zurück beim Auto lassen wir diese Befahrung bei Bier und Orangensaft nochmals revuepassieren.
Alles in allem hat es sehr viel Spaß gemacht, aber es ist wirklich schade um eine der herausragendsten österreichischen Wildwasserstrecken.

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