Wintersport Kanu: Auf dem Neckar ab Rottweil

Zwischen Berufsschifffahrt von Schleuse zu Schleuse, eine sonntägliche Wanderpaddelei, flankiert von malerischen Rebhängen – so kennen die meisten Kanuten den Neckar. Im Winter jedoch zeigt sich der Württemberger als Junger Wilder: Ganz weit oben ab dem Städtchen Rottweil hat sich der Fluss durch eine tiefe Waldschlucht geschnitten. Axel Kühn freute sich über flotte Strömung, spritzige Spielwellen und leichte Verblockung, tolle Landschaft inklusive.

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Artikel Wintersport Kanu: Auf dem Neckar ab Rottweil Neckar

Quelle: Axel Kühn

6. Januar 2015:Unsere heutige Fahrt führt uns an den Neckar bei Rottweil, der trotz sinkender Pegel noch hinreichend viel Wasser für eine spritzige Abfahrt bietet. Die tief im Tal liegende Einsatzstelle in Rottweil macht eine längere Fahrt über holprige Wege erforderlich, da der Neckar in Rottweil von zahlreichen kaum umtragbaren Wehren blockiert wird.
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Gleich  zu Anfang beschreibt der Neckar in diesem tiefen Tal einige scharfe Kehren und hat ordentlich Gefälle, so dass sich hohe Wellen aufbauen, die ab und an mal einen Schwall Wasser über die Bordwand ins Boot befördern.

Unter der hohen Brücke der Autobahn 81 sorgen zwei Surfwellen für willkommene Abwechslung. Schon an der ersten machen wir Halt. Die Soloboote surfen, wir leeren Thermoskannen und verspeisen die mitgebrachten Butterbrote. Immer wieder geht es in die Welle – dazwischen wird Schlange gestanden und wer will bekam einen Schluck Espresso aus der Thermoskanne ans Boot serviert.

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Quelle: Axel Kühn

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Quelle: Axel Kühn

Schließlich paddeln wir weiter und überwinden die zweite Surfwelle. Wer sie mittig durchfährt, kassiert einen leichten Schlag aufs Heck, weil die verursachende Schwelle nicht besonders weit überspült ist.

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Quelle: Axel Kühn

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Quelle: Axel Kühn

Nicht nur eine schöne Holzbrücke überspannt den Fluss zwischen Rottweil und Epfendorf: Meiner Zählung nach sind es drei. Ein stilechtes Holzboot macht sich besonders gut im Vordergrund, wenn man so eine Holzbrücke fotografiert.<br />
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Je nach Talseite sind die Ufer sonnenbeschienen und vergleichsweise warm, oder es ist durch und durch frostig und jeder noch so kleine Zweig von Reif überzogen. Alles in allem freuen wir uns über milde Temperaturen, die es ermöglichen irgendwann auf Handschuhe zu verzichten.<br />
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Ein weiteres Wehr - nur wenige Kilometer vor Epfendorf  - müssen wir umtragen. Die vom Reif gefrorene Wiese ermöglicht eine komfortable Schlittenfahrt mit den Booten. Weniger komfortabel ist der Wiedereinstieg unterhalb des Wehres.<br />

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Quelle: Axel Kühn

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Quelle: Axel Kühn

Das Ziel in Epfendorf erreichen wir am Ende fast zu früh. So kommen die auf den Rückholservice Wartenden immerhin in den Genuss der strahlenden Nachmittagssonne.
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Wenn die Pegel es wieder einmal erlauben diesen Neckarabschnitt zu befahren, wollen wir weiter bis Sulz fahren. Der Charakter des Flussabschnitts ist der eines spritzigen Wanderflusses mit ein paar leichten Wildwasserpassagen, in denen man auch mal dem einen oder anderen Felsen ausweichen muss. Schwierig wird es nirgendwo, so dass - bei günstigen Witterungsbedingungen - auch Anfänger auf diesem Neckarabschnitt gut zurecht kommen.
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Quelle: Axel Kühn

Autor und Fotos: Axel Kühn || www.paddelblog.blogspot.de

Winterzeit ist Paddelzeit! Das gilt zumindest in den deutschen Mittelgebirgen und Hügellandschaften. In den nächsten Wochen stellen wir in loser Folge Touren rund ums Winterpaddeln vor. Egal ob elegant-gleitend über stille Seen, spritzig-verspielt auf dem Hausbach oder in Abenteurer-Manie durchs Unterholz der persönlichen Erstbefahrung – die 4-Paddler-Redaktion freut sich über eure Geschichten. Wer mitmachen möchte, mailt Text und Fotos an scheuer@4-paddlers.com.

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TrustedPaddler
Diplom-Geograph, fester Autor fürs KANU-Magazin, Südosteuropa-Spezialist, Kajakreiseveranstalter und vor allem seit 25 Jahren so oft es geht im Boot. Der Genuss auf dem Wasser zu sein, gemeinsam mit alten und neuen Freunden, darüber zu schreiben, sich connecten. Love it! Für alles weitere.

2 Kommentare

  1. Foto
    Anne Stavor 1 Monat

    Ich habe mich heute über Kanufahrer auf dem Neckar geärgert. Zur Zeit haben die Wasservögel mit dem Wetter und Schnee zu kämpfen, fahren den Motor runter um so wenig wie möglich Energie zu verbrauchen. Dann tauchen zwei Kanus mit grellen Taschenlampen auf und erschrecken die Gänse. Die fliegen vor Panik davon. Ist Ihnen bewusst daß die Tiere im Winter wenig Nahrung haben und durch dIe Kälte und Frost zusätzlich Energie verbrauchen. Hier kann ich nicht nachvollziehen warum man im Dunkeln auf dem Neckar mit greller Taschenlampe unterwegs sein muss! Lasst den Tieren ein Stück Lebensraum. Der Neckar ist Lebensraum vieler Tihre. Nehmt Rücksicht auf die Mitgeschöpfe. Danke

  2. Foto
    Anne Stavor 1 Monat

    Ich habe mich heute über Kanufahrer auf dem Neckar geärgert. Zur Zeit haben die Wasservögel mit dem Wetter und Schnee zu kämpfen, fahren den Motor runter um so wenig wie möglich Energie zu verbrauchen. Dann tauchen zwei Kanus mit grellen Taschenlampen auf und erschrecken die Gänse. Die fliegen vor Panik davon. Ist Ihnen bewusst daß die Tiere im Winter wenig Nahrung haben und durch dIe Kälte und Frost zusätzlich Energie verbrauchen. Hier kann ich nicht nachvollziehen warum man im Dunkeln auf dem Neckar mit greller Taschenlampe unterwegs sein muss! Lasst den Tieren ein Stück Lebensraum. Der Neckar ist Lebensraum vieler Tihre. Nehmt Rücksicht auf die Mitgeschöpfe. Danke

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