Große Bühne für den Kanusport

Ball des Sports 2016

Roter Teppich, Blitzlichtgewitter, Sektempfang – alle nicht ganz normal – beim 46. Ball des Sports durfte die Kanu-Freestyle-Nationalmannschaft ihr können vor großem Publikum präsentieren.

Große Bühne für den Kanusport

Quelle: Deutsche Sporthilfe

Roter Teppich, Blitzlichtgewitter, Sektempfang – Bilder, die für die meisten Kajakfahrer, überhaupt für die meisten Normalos wie aus einer anderen Welt zu stammen scheinen. Aber so unwirklich es auch in den Augen der Verbandsvertreter für Kanu-Freestyle gewirkt haben muss, war unser Sport bei einer der hochkarätigsten Zusammenkünfte von Sportlern, Funktionären und Förderern des Leistungssports gefragt.
Deutsche Top Athleten des Kanu-Freestyle konnten sich beim 46. Ball des Sports der Stiftung deutsche Sporthilfe im, nicht nur sprichwörtlichen, Rampenlicht präsentieren. Das Ausmaß der Veranstaltung wurde den Kanusportlern erstmals bei den vorbereitenden Proben klar.

Mit der Hilfe finanzstarker Sponsoren war für Showeinlagen rund um das Thema Wasser ein 35 m langes und 2,5 m breites Wasserbecken errichtet worden. Neben den Kanuten fanden sich zur Eröffnungsshow Spitzensportler weiterer Disziplinen wie Windsurfen, Wasserball, Synchron- und Streckenschwimmen zusammen und fügten sich mit einer professionellen Tanz-Crew zu einer vom renomierten Choreografen Marvin A. Smith erdachten Show zusammen.

Quelle: Deutsche Sporthilfe

Musikalisch untermalt und rhythmisch abgestimmt demonstrierte sich jede Sportart im nassen Element. In der ersten Probenphase mussten die Athleten vorerst testen, was in dem nur gut 90 cm tiefen Becken so alles möglich war. Die Proben bestanden vor allem aus Wartezeit. Währenddessen liefen im Saal die Vorbereitungen für den großen Ballabend. Besteck wurde Millimeter genau ausgerichtet und der roter Teppich ausgerollt. Mit jeder perfekt platzierten Gabel stieg die Spannung, wie in einem mobilen Zeltsaal, der am Freitagmorgen noch komplett leer war, ein Galadinner erster Güteklasse stattfinden sollte. Und natürlich die Spannung, wie sich ungefähr 60 Show-Athleten, die sich noch nie zuvor gesehen haben innerhalb nur eines Tages zu einer gemeinsamen taktgenauen Performance zusammenfinden sollten.

Jedes Detail der Choreographie, jede Kopfdrehung, jeder Paddelschlag wurde geplant. Für die angereisten Freestyler also ein echtes Kontrastprogramm zum sonst ungebundenen Spaß. Bemerkenswert reibungslos wurden schon Freitagabend die einzelnen Parts der Choreografie zusammengefügt. Jeder Schritt und jede Position war eingeübt. Trotzdem dürfte am Samstag nicht nur den Paddlern die Pumpe schneller geschlagen haben. Vor einem so großen und bedeutenden Publikum aus 1600 geladene Gäste aus Sport, Politik und Wirtschaft und zig TV-Kameras, wurde zumindest der Nischensportart Kanu-Freestyle noch nie eine Bühne geboten.

Direkt vor der Veranstaltung am Samstagabend hatten die Show-Sportler noch eine Ruhepause. Sie konnten im nahegelegenen Hotel ausspannen, während sich im Kurhaus Wiesbaden Deutschlands Sportelite zum Sektempfang auf dem roten Teppich präsentierte. Die Veranstaltung begann, moderiert durch Joachim Kerner mit der Vorstellung der erfolgreichsten durch die deutsche Sporthilfe geförderten Athleten. Nachdem sich Olympisches Edelmetall, sowie Welt- und Europameister auf der Bühne versammelten, große und großartige Reden auf den Sport, Sportler und fördernswerte Werte gehalten wurden, verzehrten die Gäste die ersten Gänge des Galadinners. Hinter den Kulissen machten sie die Sportler bereit für ihren großen Auftritt.

Quelle: Holger Lenz

Eröffnet mit stimmungsvollem Live-Gesang waren die Synchronschwimmerinnen als erstes der nur gut 10-minütigen Eröffnungsshow im kühlen Nass. Während das Publikum gebannt zusah, wie Windsurfer ihre Segel schwenkten und Leistungsschwimmer ihre Bahnen zogen, wurden im Backstagebereich schon die Boote geschultert. Das knallrote Gummiboot gab dann endlich den musikalischen Einsatz für den Einzug der Kajaktänzer.

Von der vorherigen Anspannung war nichts mehr zu sehen, selbst mitten im Cartwheel verfielen die Sportler nicht in die sonst paddlerübliche Dicke-Backen-Grimasse, sondern konnten ihr Lächeln bewahren. Synchron wie nie zuvor führten die Sportler den Freestylesport vor dem wahrscheinlich größten und einflussreichsten Publikum der Geschichte des Kajak Freestyle vor. Die vordersten Reihen, in denen auch der Bundespräsident Joachim Gauck die Show genoss, entgingen nur durch vorher ausgeteilte Regenschirme einer Abkühlung durch unsere Kanuten. Die Sport Show bildete eines der Highlights des Abends und wurde von Publikum auch dementsprechend honoriert. Es gelang, durch den gelungenen Wechsel von Musik, Tanz und Sport, die Präsentationsfähigkeit von Kanu-Freestyle zu beweisen. Mit unserer Präsenz bei einem solchen Event ist es uns gelungen unseren Sport in den Vordergrund zu stellen und damit hoffentlich auch Fördergründe zu bieten. Erste Kontakte wurden geknüpft, denn bisher gibt es noch keine geförderten Freestyle-Kanuten in der deutschen Sporthilfe.

Text: Vera Nies

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Ausgebildeter Physiker, Redakteur, Herr über Tausend Zeilen Code auf 4-Paddlers.com und spätberufener zugereister Paddler aus Augsburg.

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