Paddler rockt

Interview mit Peter Suntinger

Peter Franz Suntinger paddelt und macht Musik. In seinem Song »Wildwossa« beschreibt er die Liebe zum Fluss und zum Sport. 4-Paddlers hat dem Kärntner ein paar Fragen gestellt.

Offenseebach

Sunte, paddelnder Musiker oder musikmachender Paddler?
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Das ist jetzt gar nicht so einfach zu beantworten ... Mit dem Kauf einer E-Gitarre im Jahr 1999 hat alles begonnen und seitdem habe ich in den verschiedensten Rockbands gespielt. Von Anfang an übte aber vor allem das Komponieren von Liedern eine Große Anziehung auf mich aus und so entstanden nach wenigen Wochen schon die ersten Lieder. Damals noch im Punkrockstyle und auf Englisch.
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Die Bäche und Schluchten rund ums Kärntner Mölltal faszinierten mich bereits in der frühen Kindheit. 2009 belegte ich schließlich einen Kajakkurs bei Hans Mayer in Osttirol und von da an hat mich der Paddelvirus nicht mehr losgelassen.
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Über Bekannte und das Internet fand ich Anschluss zu Paddlern wie Robert Machacek, Franz Puckl und Bernd Penker – was Erfahrung und Können über die Jahre deutlich steigerte. Mittlerweile paddle ich auch schweres Wildwasser. Vor allem Wasserfallbäche wie Malta oder Untertalbach haben es mir angetan. Aber auch eine gut eingeschenkte Koppentraun macht mir Spaß, genauso wie ein paar gemütliche Fahrten durch die Lammeröfen oder eine Befahrung der fantastischen Hinteren Isel. Nicht zu vergessen mein Heimatbach, die Obere Möll, und die wunderschöne Soca.
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Kurz gesagt: »Egal ob ich die Saiten meiner Gitarre zum Klingen bringe oder den Untertalbach paddle – für beides schlägt mein Herz.«

Peter Franz Peter Suntinger

Die Menschen hinter Peter Franz. | Quelle: www.peter-franz.at

Wer und was steckt hinter deiner Band »Peter Franz«?
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Viel Wildwossa würde ich sagen. Denn aus meiner Leidenschaft zum Paddeln und meiner Affinität zum Wasser ist Peter Franz vor sechs Jahren als Soloprojekt entstanden.
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Der Grundstein für das Projekt war ursprünglich das Lied »I bin a Fluss«, welches Kritik an dem sauberen Image der Wasserkraft übt und diese aus der Sicht eines Flusses formuliert. Dieses Lied war eine Herzens-Angelegenheit für mich, da ich als Paddler die negativen Auswirkungen der Wasserkraft auf unsere Gewässer am eignen Leib erfahren musste. Das Engagement für unsere Gewässer ist nach wie vor für mich sehr wichtig. Die Gewässer sind die Lebensadern unseres Planeten. Über die Jahre entstanden weitere Lieder, so dass ich schlussendlich auf einige Konzerte, drei selbst produzierte Soloalben, einige Demotapes mit der Band und zu guter Letzt das Album »A neie Foab« zurückblicken kann. Letzteres habe ich 2015 gemeinsam mit meinen Bandkollegen eingespielt und mit David Piribauer produziert.
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Die drei Musiker die mich nun begleiten, sind nicht nur ein wichtiger Bestandteil von Peter Franz, sondern auch gute Freunde geworden. Was den Musikstil betrifft so definiert sich Peter Franz im Bandgefüge als Dialektrock, die Solostücke als Liedermachermusik. Textlich gesehen handeln die Lieder von Geschichten, die das Leben schreibt. Eine Prise Sozialkritik ist natürlich auch dabei ...

Laussafall Wasserfall

Peter am steirischen Laussafall. | Quelle: Peter Suntinger

Kunst und Sport gehen bei vielen nicht gerade Hand in Hand. Ist Paddeln für dich der Ausgleich zur Musik?
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Paddeln ist für mich nicht der Ausgleich von etwas, sondern vielmehr ein Lebensstil. Am Ufer eines Flusses im Zelt oder Auto zu übernachten hat seinen ganz eigenen Reiz. Beim Paddeln musst du Entscheidungen im Moment treffen und genau darum liebe ich es so sehr. Ich finde, man kann sehr viel fürs eigene Leben lernen und mitnehmen.
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Was treibt dich an? Beim Paddeln und bei der Musik?
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Beim Paddeln ist es vor allem die leidenschaftliche Suche nach neuen Bächen und Herausforderungen insbesondere das Gefühl eins mit der Natur zu sein. Da bin ich mir auch sicher, dass es selbst in Österreich noch einiges zu entdecken gibt. Ganz nach der Devise: »Wer suchet, der findet!« Aber natürlich treiben mich auch meine Paddelkollegen gewaltig an – ganz besonders Bernd Penker und Paul Sack. Ein weiterer Ansporn ist mein vierjähriger Sohn, der bereits mit dem Paddelfieber angesteckt ist und es liebt, Papas Geschichten am Ende eines Paddelwochenende zu lauschen.
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Bei der Musik hingegen ist es mehr der Gedanke, Geschichten und Gefühle zu vermitteln und Menschen zum Nachdenken anzuregen. In beiden Fällen finde ich Unterstützung, Inspiration und Motivation bei meiner Familie.

Peter Suntinger Peter Franz

Peter Suntinger, wenn er nicht im Kajak sitzt. | Quelle: www.peter-franz.at

Lampenfieber? Eher auf der großen Bühne oder vor der Befahrung eines Wasserfalls?
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Ist beides gut miteinander zu vergleichen, finde ich. Lampenfieber bedeutet aus meiner Sicht den Respekt vor der bevorstehenden Aufgabe zu haben. Respekt zu haben, ist im Wildwasser wie auch auf der Bühne unabdingbar!
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Natürlich kann ein Fehler im Wildwasser höhere Konsequenzen nach sich ziehen, als ein kurzer Verspieler auf der Gitarre. Das technische Können, die mentale und die körperliche Fitness sind für mich Grundvoraussetzungen zum Befahren eines Baches. Beim perfekten Zusammenspiel dieser Komponenten sinkt der Lampenfieberspiegel deutlich.
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Was sind deine Pläne? Wohin zieht es »Peter Franz« hin?

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Im Moment schreibe ich ununterbrochen neue Lieder und probe auch viel mit der Band, damit wir bald wieder die Bühne rocken können. Konzerttermine sind schon in Planung und ein weiterer Studiotermin steht bereits auf dem Programm.

Untertalbach Peter Suntinger

Auf dem Untertalbach bei Schladming. | Quelle: Peter Suntinger

Und Sunte, der Kajaker?
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Ein großer Traum wäre es, nächstes Jahr für drei Wochen nach Norwegen paddeln zu gehen. Weiters, den ein oder anderen Kajakmoment mit meinem Sohn zu teilen. Und zu guter Letzt meinen Traum der Erstbefahrung eines steilen Oberkärntner Baches endlich erfolgreich zu realisieren.
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Sunte, vielen Dank für das Gespräch. Wir wünschen dir viel Erfolg im Boot und auf der Bühne.
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Den Song »Wildwossa« gibt’s übrigens zum Gratis-Download unter https://www.reverbnation.com/peterfranz/song/25642383-wildwossa
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Weitere Infos zu Peter Franz findet man unter www.peter-franz.at
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Zu kaufen gibt‘s das Album »A neie Foab« als MP3 Download unter https://www.amazon.de/dp/B0132BWD08 oder als CD auf www.peter-franz.at.

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