Diskussion »Fehlkauf oder "nur" zu wenig Übung?«

Diskussion »Fehlkauf oder "nur" zu wenig Übung?«
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  1. Uli Strat.02.08.15 13:23

    Hi,
    bin grad zum ersten mal "untergegangen" :), inkl. teure Fotoausrüstung, Handy...
    ...allerdings hilt die Ortlib Tasche komplett dicht.
    Aber etwas langsamer. Vor vielen Jahren bin ich Faltboot gefahren, auch mal einige hundert Kilometer. Dann ab und zu ein Kajak ausgeliehen und vor zwei Jahren hab ich mir nach langer Überlegung ein Zweier Wilderness Pamlico gekauft. Das war super, - aber es wollte doch zu selten Jemand mitfahren. Auch als Einer war das ok, - nur zu blöd das Kajak auf das autodach zu hieven.
    Deshalb hab ich das vor wenigen Tagen verkauft und mir ein gebrauchtes Prion Invader gekauft. Eigentlich war mir auch klar, das das ein "anderes" Boot ist.
    Eben bin ich zum ersten mal damit gefahren. Auf einem eher sanften, breiteren, nicht schnellem Fluß. Und ich hab es nicht mal geschafft ohne sofort zu kentern einzusteigen.
    Krass wie schnell sich das Kajak "aufschaukelt". Mir kommt mein Gewicht mit 77kg (1,78m) für das Boot auch viel vor. Die Spitze ragt nur noch wenig (vielleicht 10cm) über das Wasser. Gegen die leichte Strömung fällt es mir sehr schwer die Spur zu halten und nicht ungewollt zu drehen, - Kentern passiert so ganz schnell. Wenn ich im Boot den Oberkörper nicht mal weit zur Seite neige, kippt das Boot und läuft "voll".
    Also erstmal auf einem See üben.. :)
    Sicher fehlt mir die Erfahrung und die Technik. Aber erschrocken bin ich doch wie schnell das Kajak kippt und dreht.
    Die Fotoausrüstung kommt wohl kaum wieder in das Boot, - der Einstieg ist eh sehr eng.
    Prinzipiell werde ich immer auf solchen leichten kleineren, eher ruhigeren zum Teil aber sehr flachen Flüssen fahren.
    Ist das Prion Invader doch ein Fehlkauf dafür? Das Wilderness Pamlico kippt nie, - ok war ein Zweier, u.a. breiter, länger und viel schwerer.
    Ein paar "aufmunternde" Tipps wären nett. Leider gibt es in meiner näheren Region keinen passenden Verein.
    Liebe Grüße

  2. TP seit 2014

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    wolfo aus Nürnberg02.08.15 15:52

    Hi,
    ich glaub das Dein erstes Kajak eine Familiencouch (fast 80cm breit :) ) war und der alte Invader als Wildwasserkajak ganz was anderes ist. Für Dein Gewicht wäre vielleicht der Taifun besser gewesen, aber auch der ist was anderes als der Pamlico.
    Du musst mit dem Boot etwas üben. Das was Du beschreibst ist ganz normal wenn Du das erste Mal in so einem Typ Boot sitzt.
    Wenn ich Du wäre , dann würde ich mir mal die Crossoverkajaks anschauen. Solche wie den Jackson rouge (9+10),den Robson Apex, Wavesport ethos und so weiter. Oder gleich auf die kürzeren  Wandereiner (zB Prijon Cruiser 320, Dagger Approach) umsteigen und das mit dem WW sein lassen-sagst ja selber dass du eher ruhig fahren wirst. Diese Boote haben oft auch wasserdichte Lucken.
    Meiner Meinung nach hast Du also einen Fehlkauf gemacht.
    lg

  3. TP seit 2002

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    fst aus Pfäffikon02.08.15 22:34

    Erzähl uns doch erstmal, wo genau Du paddeln willst. Auf Kleinflüssen oder im Wildwasser?
    Prinzipiell bist Du nicht zu schwer für den Invader. Das Boot ist über 20 Jahre alt, inzwischen hat sich einiges getan. Deswegen solltest Du Dir klar werden, wo Du hinwillst, dann könnte Dir geholfen werden.

  4. TP seit 2008

    24 Posts

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    Hallo
    Ein Invader ist nie ein Fehlkauf, es ist eines der universellsten Boote am Markt, überall ausser auf grossen Seen und im wirklich schweren Wildwasser zu Hause, und wenns sein muss als Dolomitenmann-Rennboot auch weiterverkaufbar.
    Ich habe auch ein super Crossover Boot (Wavesport Ethos), es deckt einen noch weiteren Bereich ab, ist aber weniger spritzig-dynamisch, und von der Materialqualität her vergleichsweise deutlich schwächer.
    Eine Gewöhnungszeit über den Rest dieses Sommers könntest du dem Oldie gönnen...
    Andy

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    Event RE: RE: RE: Fehlkauf oder

  5. Uli Strat.04.08.15 16:37

    Hi,
    vielen Dank für Eure Antworten! Scheint ja ein brauchbares :) Forum zu sein.
    Den "zweiten" Tag, - Gestern war ich mit dem Kajak an einem See,-  sauberes Wasser, kaum Wellen.
    Das Boot macht hier Spaß! Auch nach einigen bewussten Kenterungen wächst das Gefühl für das Boot.
    Einsteigen im tiefen Wasser ohne festen Halt ist aber (für mich) fast noch unmöglich.
    Im Fluß war auch leichte Gegenströmung für mich ein großes Problem weil das Kajak sich zu schnell ungewollt "dreht". Sicher ebenfalls mehr oder weniger ein Lernprozess.
    Super ist, das man das Boot mit nur 19kg leicht ausleeren kann :).
    Ich hatte den Tag vorher die Fotoausrüstung im Bug. Vielleicht 9kg machen sich da auch negativ bewerkbar. Mit meinen 77kg finde ich das Invader "so" nicht wirklich gut ausbalanciert. Der Sitz müsste wenige Zentimeter nach hinten, - lässt sich aber nicht verstellen (oder)? Auf jeden Fall ist die Bugspitze (nicht das Heck, - hatte ich glaub ich falsch geschrieben..) tiefer als das Heck. Wenn ich mich zurücklehne läuft und dreht das Boot leichter.
    Das Liquid Logic Remix 10 würde ich gern mal testfahren :) - auch zum Vergleich. Etwas kippstabiler wäre mir (noch) recht.
    Naja, - weiter fahren... :)
    LG uli

  6. TP seit 2008

    24 Posts

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    Hi Uli
    -Wildwasserboote sind nicht fürs Wiedereinsteigen im Wasser designed, und bei breiteren wäre es leichter.
    -Die Drehfreudigkeit brauchst du im WW sehr, sie nervt aber speziell am See bei Seitenwind.
    -Sitz: Tu dein Gepäck mal hinten rein: Problem wunderbar gelöst.Vorne spürt man jedes Viertelkilo, der Platz ist fast nur für Daunenzeugs geeignet.
    -Fahr mit aufrechtem Oberkörper in leichter Vorlage sodass du die Bootsspitze im Wasser "spürst", ohne Spiel zwische dir und den vier Auflagepunkten der Sitzanlage, dann ist Kippen kein so grosses Thema mehr, ausser in schweren Turbulenzen, und da hilft gnadenlose Beschleunigung.
    Beim invader leiert die Rückenlehne gerne mit der Zeit aus, besser irgendwie nachspannen!
    -LL Remix: Träge und sicher, der Invader hängt jedes Crossover Boot ab, muß er auch, denn er ist schmäler und länger. Siehe dazu im Crossover-Thread im Forum aus dem heurigen April nach:
    Gibt es Crossover Kajaks die bis WW IV geeignet sind ?
    viel Freude, Andy

    Bilder

    Event RE: RE: RE: RE: RE: Fehlkauf oder

  7. TP seit 2010

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    Hi,
    mir ging es am Anfang meiner Paddlerkarriere ähnlich. Hatte mir mein erstes Boot,l einen Jumbo Tramper, gekauft und kam überhaupt nicht damit zurecht. Ich glaubte tatsächlich, das Boot wäre fehlerhaft und habe beim Verkäufer reklamiert. Daraufhin wurde ich zu einem Testwochenende eingeladen, bei dem ich mein Boot mitbringen sollte. Wir fuhren dann zu zweit eine Runde auf einem See und siehe da, es funktionierte einwandfrei.
    Was war passiert? Es stellte sich heraus, daß ich überhaupt keine Ahnung vom paddeln hatte und er mir erst mal die Basics der Paddeltechnik beibringen mußte.
    Was ich damit sagen will: Wenn Du Probleme mit einem neuen Bootstyp hast, laß dich erstmal über das Fahrverhalten dieses Bootes aufklären. ( ist ja jetzt schon von den anderen Schreibern erklärt worden) . Grundsätzlich taugt ein WW-Kajak wenig auf Seen oder ruhigen Flüssen und andersrum ein Wanderkajak nichts im WW. Deswegen gibt es ja verschiedene Bootstypen.
    Mein Tip: Überlege, was Du fahren willst und entscheide Dich dann für das richtige Boot.Dann hast Du auch wieder Spaß auf und nicht im Wasser.

  8. TP seit 2014

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    wolfo aus Nürnberg05.08.15 22:01

    Hi,
    so war das bei mir auch- nicht das ich jetzt aber ne große Karriere gestartet hätte. :)
    Ich hab mir am Anfang den Salto gekauft und fast nix zamgebracht. Mit einem Kumpel hab ich dann die Pegnitz gemacht- ausgerüstet wie als wärs der Stikine :D. Hat uns auch gut durchgewaschen. Irgendwann ging das mit dem "Geradeaus" plötzlich und wir haben alle Flüsse in der fränischen Gegend befahren. Dann gings mal bei Hochwasser auf die Waldnaab und den Schwarzen Regen- hat gut geklappt. Die nächste Tour ging dann mit der Bahn in die Berge, auf Salzach und Saalach. Später dann nochmal nur auf die Saalach ab Saalfelden-Schneizlreuth. Bei Pass Luftenstein hat's uns dann fast in den "Siphon" vor der Stufe hinter dem Wasserrücklauf vom E-Werk gezogen. Das war der Moment in dem wir uns entschlossen haben noch nicht zu den Engeln gehören zu wollen und nun doch besser mal einen soliden Kurs zu machen :))). Der war dann auf der Salza und echt geil. Ich machs jetzt seit 5 Jahren. Wird immer besser wenn man dran bleibt. toi toi toi
    Viel Glück

    ==========================

    Hi,
    mir ging es am Anfang meiner Paddlerkarriere ähnlich. Hatte mir mein erstes Boot,l einen Jumbo Tramper, gekauft und kam überhaupt nicht damit zurecht. Ich glaubte tatsächlich, das Boot wäre fehlerhaft und habe beim Verkäufer reklamiert. Daraufhin wurde ich zu einem Testwochenende eingeladen, bei dem ich mein Boot mitbringen sollte. Wir fuhren dann zu zweit eine Runde auf einem See und siehe da, es funktionierte einwandfrei.
    Was war passiert? Es stellte sich heraus, daß ich überhaupt keine Ahnung vom paddeln hatte und er mir erst mal die Basics der Paddeltechnik beibringen mußte.
    Was ich damit sagen will: Wenn Du Probleme mit einem neuen Bootstyp hast, laß dich erstmal über das Fahrverhalten dieses Bootes aufklären. ( ist ja jetzt schon von den anderen Schreibern erklärt worden) . Grundsätzlich taugt ein WW-Kajak wenig auf Seen oder ruhigen Flüssen und andersrum ein Wanderkajak nichts im WW. Deswegen gibt es ja verschiedene Bootstypen.
    Mein Tip: Überlege, was Du fahren willst und entscheide Dich dann für das richtige Boot.Dann hast Du auch wieder Spaß auf und nicht im Wasser.

  9. TP seit 2012

    22 Posts

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    Rudi76 aus Abensberg06.08.15 08:44

    Servus
    Hört sich vielleicht hart an, aber üben - üben - üben. "Only watertime counts..." hat doch mal jemand gesagt.
    Einfach reinsetzen und kontrolliert fahren kann niemand. Das dauert schon ein paar Stunden bis du auch dort hin fährst wo du hin willst, bis du deine Kraft, Strömung und Wind wirklich kontrollieren kannst. 
    Zum Anfangen ein WW-Allrounder ist schon mal gut. Der dreht schön, wenn du den beherrschst kommst du mit den meissten Kajaks schnell klar.
    Warum schleppst du zum üben einen Fotoapparat mit?
    Kajak, Paddel, Badehose (Schwimmweste) sind für den Anfang völlig ausreichend, mehr brauchts nicht!
    nicht so viel im Netz aufhalten, PADDELN!!!
    Rudi

  10. TP seit 2013

    191 Posts

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    Martin206 aus Georgensgmünd06.08.15 18:46

    Auch mir ging es so, daß ich erst das Boot kennenlernen musste, wie es zu handhaben ist, etc.
    Deswegen hab ich nach meinen letzten Bootskäufen jeweils Kurse gebucht, sprich nach dem Seekajakkauf eben 2 WE's Kajakkurs mit meinem Boot, das gleiche mit dem Kanadier: Kanadier Basic- und MovingWater Kurs.
    Aber natürlich solltest Du wissen wo Du damit fahren willst und wie weit Du gehen möchtest. Mit dem Invader kannst Du da einen weiten Bereich abdecken und schauen was Dir speziell gefällt.

  11. TP seit 2014

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    wolfo aus Nürnberg06.08.15 19:22

    Also ich bleib aber trotzdem dabei, dass das Ding für jemanden der neu anfängt ein Fehler ist. Der sieht so tief und schmal aus im Hüftbereich, ähnlich wojhl wie der Taifun. Also ich halt keine 2 Stunden in dem Ding aus- also dem Taifun 8ich hab einen) :). Jedesmal wenn ich da aussteige fühlt sich mein Unterleib an als bräuchte ich Arterienstents damit untenrum wieder Blut reinfliessen kann. Ich würde mmir schon was holen wo ich auch mit der Hüfte/Schenkeln etwas arbeiten kann. Kann mich aber auch in dem Boot taeuschen.

  12. TP seit 2012

    22 Posts

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    Rudi76 aus Abensberg06.08.15 20:24

    Servus
    Ja, reinpassen sollte man schon... für mich z.B. sind es unendliche Weiten in der Taifunklasse. Normal sind die aber schon für allerweltsär...e gebaut.
    Wenn er zu tief ist kann man mit Isomatte unterbauen.
    Rudi

  13. TP seit 2014

    23 Posts

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    wolfo aus Nürnberg06.08.15 20:35

    Sorry, ich hatte mich falsch ausgedrückt. Ich meinte mit "tief", dass Oberdeck. Man hockt drin wie ein Winkelmaß- finde ich (!). Persönliche Meinung.
    lg