Diskussion »Optimale Beladung«

Diskussion »Optimale Beladung«
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  1. TP seit 2015

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    Sadu aus München15.06.15 14:41

    Hallo liebes Forum,

    ich bin mir nicht sicher, ob ich das richtige Unterforum erwischt habe, aber dennoch hoffe ich, dass mir geholfen werden kann.
    Vorab, ich bin Neuling, ich bin schon ein wenig gepaddelt, habe auch
    immer viel Spaß dabei und genieße vor allem die Natur in und um
    fließendes Gewässer. Ferner besitze ich auch ein paar sportliche
    Ambitionen und mag den kleinen Kick im Weißwasser. Meine bisherigen
    Erfahrungen haben sich jedoch auf Leihboote beschränkt.
    Nun habe ich jedoch die finanziellen Mittel um mir was kleines, feines,
    Eigenes zu leisten. Da ich in München lebe und nur ein kleines Auto
    habe, soll es auch nur ein kleines Kajak werden. Ein Crossover kommt
    nicht in Frage, da ich wenn schon, etwas "Richtiges" haben möchte. Jetzt
    mag es euch paradox erscheinen, wieso ich gedenke ein Wildwasserkajak
    zu kaufen, aber im Wanderforum schreibe, aber darauf bezieht sich meine
    Frage.
    Ich bin mir im klaren, dass ein Wildwasserkajak den ein oder anderen
    Nachteil, was das Wandern angeht, mit sich bringt, aber um München gibt
    es schöne und einfache Weißwasser. Für eine Mehrtagestour (maximal 3
    Tage, sprich ein Wochenende) müsste man sein Gepäck minimalisieren, aber
    alles in allem sollte ich auch damit zufrieden werden können.

    Meine eigentliche Frage stellt sich nun aber wie folgt: Ein Boot besitzt
    ein Idealgewicht für den Paddelnden. Hierbei ist meist das Gewicht mit
    Gepäck gemeint, richtig? Dementsprechend kann ich mich am oberen oder
    unteren Ende dieser Gewichtsspanne bewegen. Im Optimalfall wäre ich in
    der Mitte. Bei den beiden, von mir ausgeguckten Kajaks ist dies leider
    nicht der Fall. Speziell wiege ca. 80kg und rechne mit 20-30kg Gepäck.
    Kajak A besitzt eine Optimalbeladung von 55-105kg, Kajak B eine von
    80-125kg. Mein Gefühl sagt mir Kajak B wäre sinnvoller. Liege ich damit
    richtig? Ist es besser am unteren oder oberen Ende dieser Spanne zu
    fahren?

    Vielen Dank für eure Hilfe.

    Beste Grüße,
    Sadu

  2. TP seit 2005

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    Hi,
    Beginne deine Überlegungen beim Gepäck. Mir haben bisher auch für 5-6 Tage (ohne Einkaufsmöglichkeit) 12 - 15 kg Gepäck gereicht. 
    Viel Spaß schon mal
    Christian

  3. TP seit 2015

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    Sadu aus München16.06.15 09:48

    Die Überlegung habe ich schon gestartet und bin wie du auch, bei ca. 15-20kg gelandet, Aber gerade mit evtl. vollgesaugter Kleidung, oder auch Extrakleidung wie Helm und Rettungsweste sammelt man sicher noch einmal ein paar extra Kilos, so dass ich sehr stark an diesen Randbereich von 105kg rutschen würde.
    Bedeutet das Überschreiten des optimalen Bereichs einen merkbaren Abfall im Fahrverhalten oder beschreibt er sogar eine Art "Sinkgewicht"?
    Im Internet konnte ich leider nichts hilfreiches finden, beim Fachhändler bin ich wohl nächste Woche.

  4. TP seit 2005

    274 Posts

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    12 bis max 15 kg, nicht 15 - 20 kg!)
    Bei dem angegebenen Gewicht hat das Boot die besten Fahreigenschaften. Das Boot sinkt erst, wenn das Gesamtgewicht höher ist als das Gewicht des verdrängten Wassers. (Bei einem Volumen von 320l =  ca 320 kg).
    Lege in das Boot, mit dem du normalerweise fährst, 15 kg zusätzlichen Balast, natürlich zusätzlich zu den Auftriebskörpern, (10 volle 1,5l Wasserflaschen) und mache einfache Übungen wie Kehrwasser fahren oder in der Strömung queren, dann merkst du sehr schnell den Unterschied. 
    Christian

  5. TP seit 2015

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    Sadu aus München16.06.15 12:25

    Vielen Dank Christian für die schnellen Antworten!
    In meinem Fall sind es eben mindestens 15kg:
    - 1kg Schlafsack
    - 2kg Zelt
    - 1kg Kocher / Geschirr
    - 1kg Paddel
    - 1kg Weste / Helm
    - 3 Tage ca. 5kg Lebensmittel
    - 5kg Wasser
    Es wird wohl nichts daran vorbei führen beide Boote so stark zu beladen, um herauszufinden wie das Fahrverhalten dadurch beeinflusst wird. Ich hatte nur die Hoffnung, dass man pauschal beurteil kann, ob sich ein Boot besser mit weniger Last oder mit mehr Last fährt.
    Viele Grüße!

  6. TP seit 2012

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    Das Boot fährt sich auf jeden Fall ein wenig schlechter, weil du die Schwungmasse ungünstiger verteilst wenn sie sich nicht an deinem Körper befindet -- je weiter weg vom Cockpit, desto mehr Trägheit musst du überwinden um dein Boot zu drehen, und desto mehr dreht es dann auch weiter sobald du das mal gemacht hast...
    So oder so, überleg dir ein langes Wildwasserboot, selbst wenn du keinen Crossover willst (von denen einige ihrerseits aber aus "ehrlichen" Wildwasserformen hervorgegangen sind -- Remix XP, Karma UL)
    Den einen Wert fürs optimale Gewicht gibt es nicht, weil die Hersteller das unterschiedlich und nicht nur nach objektiven Kriterien bewerten. Schau einfach, dass du kein zu flaches Heck hast, denn da is eine tiefere Lage im Wasser sicher fieser als bei einem runden entspannten Dampfer.

  7. TP seit 2015

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    Sadu aus München16.06.15 21:24

    Danke!
    Momentan liebäugele ich mit einem Recon 93 bzw. Pyranha Burn M.
    Ersteres zählt definitiv zu den längeren Wildwasserbooten mit 264cm.

  8. TP seit 2013

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    Martin206 aus Georgensgmünd17.06.15 07:43

    5kg LBM für 3 Tage ...das läßt sich optimieren.
    Was soll das sein?
    1 kg Kaffee,
    1 kg Hartwurst,
    1 kg Brot,
    2 Flasche Rotwein?
    Wir haben auf Mehrtagestouren z.B. Kaffee und 1-2x Brotzeit dabei, dann noch eine Packung Energieriegel.
    Holen morgens was beim Bäcker (oder trinken den Kaffee gleich dort), essen mittags ne Kleinigkeit (ggf. Brotzeit ist dann Brotzeit nachzukaufen) und gehen abends ordentlich Essen.
    Damit beschränken sich LBM und Kochgeschirr (hier nur Espressokanne, Becher, Gaskocker).
    Wenn Du wirklich kein Wasser nachfassen willst, sind 5 Liter wohl zumind. an warmen Tagen zu wenig.
    Und willst Du das alleine machen?
    3 Tage Alleingang auf dem Wasser? Wäre unvernünftig...
    Bei mehreren Personen kann man Zelt u. Kocher ja teilen.
    Bei mir sind es wohl auch ca. 12-15kg + Paddel/Helm/Weste/ggf.Neopren.
    Ein Boot das "auf einmal" 15-20kg mehr intus hat fährt natürlich anders. Aber man kann es sicher meist noch mit viel Spaß fahren.
    Aber es geht hier wohl nix über "probieren".
    Gruß -Martin-

  9. TP seit 2015

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    Sadu aus München17.06.15 09:30

    Natürlich ist das sehr viel Luft zur Optimierung. In diesem komplett theoretischen Szenario wäre die Option von Nachkaufen nicht gegeben und der Wunsch nach Energieriegeln sehr niedrig, jener nach Brot, Wurst, Dosenessen grundsätzlich gegeben. Klar würde ich nicht alleine unterwegs sein, aber durch Kocher, Espressokanne, lassen sich ja maximal 750g einsparen.
    Grundsätzlich stehe ich explizit vor der Wahl zwischen Pyranha Burn M und Wavesports Recon 93.
    Bei ersterem läge ich mit einer Standardausrüstung von Paddel / Weste / Wasser schon bei 87kg, was schon im oberen drittel der Optimalbeladung liegt. 
    Bei zweiterem wäre ich mit 87kg im unteren Viertel. Zumindest auf dem Papier hätte ich so noch etwas Luft. Ein Bootswägelchen zum umsetzen wäre hier sogar noch drin.
    Alles in Allem werde ich wohl einen Sack mit Steinen zum testen mitnehmen ;-). 
    Vielen Dank für die konstruktiven, tollen Inputs!!!

  10. TP seit 2013

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    Martin206 aus Georgensgmünd17.06.15 09:53

    Die Energieriegel dienen der Reserve - wenn man kurzfristige Energiezufuhr braucht, keine Pause drin ist bzw. die anderen Lebensmittel aufgebraucht sind.
    Du könntest auch Wasser filtern (wenn keine Nachfüllmöglichkeit für Trinkwasser) und somit Gewicht beim Trinkwasser sparen.
    Und auch wie Du das Gewicht verteilst ist relevant.
    So kann man oft vor der Prallplatte einen mit Luft und Gepäck gefüllten Ortlieb unterbringen und hat nicht alles hinten.
    Nur weiter auf Sicherheit achten, d.h. nichts dort verstauen wo es Dich evtl. am Aussteigen hindert.
    So, und nun viel Spaß bei der Auswahl :o). 
    Ich pack jetzt für Korsika - Küstenpaddeln.
    Um Dich etwas neidisch zu machen:
    Das dafür genutzte Boot hat 140kg Zuladung (ich wieg keine 75kg) und zwei Abschottungen mit in Summe 166L Stauraum :o)).
    Salut -Martin-

  11. TP seit 2013

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    Martin206 aus Georgensgmünd17.06.15 12:57

    Ach ja:
    Für "mal" Wildwasser hab ich einen Allrounder.
    Pyranha Fusion M od. L z.B. werden mit bis zu 110 bzw. 130 kg optimales Paddlergewicht angegeben. Die machen sowohl bis WW II/III Spaß, als auch auf ruhigeren Passagen und sogar für 3-5 Tage Flußwandern.

  12. TP seit 2012

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    Darf ich fragen warum's der Burn M sein soll, und nicht der L? Bekommst du den günstiger? Burns, auch aus der dritten Generation, gibt's recht oft gebraucht.
    Ich bin letzten Sommer in einem 3er Burn L auf der Soca gesessen, da hab ich so meine 88 oder 89 mit Ausrüstung gewogen, und hab da sehr gut reingepasst.
    Zum Recon kann ich leider nix sagen...

  13. TP seit 2015

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    Sadu aus München17.06.15 14:41

    Naja das Angebot bestimmt in dem Fall die Nachfrage.
    Ich habe mir einen Umkreis von 100km gesetzt und da gibt es für mein Budget mehrere Burn M 2.0, ein Recon 93, ein Flying Squirrel 95 und danach dann erst wieder was im Crossover Bereich (Axiom 10,5).
    Auf so einen Paddelurlaub bin ich aber in der Tat neidisch, habe noch 51 offene Urlaubstage...

  14. TP seit 2013

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    Martin206 aus Georgensgmünd17.06.15 15:31

    Ich wollte eher auf Stauraum/Zuladung neidisch machen :o).
    (Offtopic: Nette Leute suchen, Urlaub buchen, Fährticket kaufen (bei langen Booten bzw. Boot auf DGT für den Sommer 1/2 Jahr vorher!), hinfahrn. Auch ein kurzer aber intensiver Trip (wir sind von Fr bis Fr auf Korsika) kanns bringen.)

  15. TP seit 2007

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    Rogo aus Solingen17.06.15 18:25

    Eure Sorgen möcht ich haben, unfassbar!
    Rogo

  16. TP seit 2013

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    Martin206 aus Georgensgmünd18.06.15 06:56

    Ich finde es nicht schlimm, wenn das eines Menschen größte Sorgen sind. Könnte schlimmer sein :o).

  17. TP seit 2008

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    Kleiner Hinweis zur Bootswahl: Wenn Du auf nicht so schnellen Wanderflüssen utnerwegs bist, würde ich auf ein schnelles Boot achten..... Die Kajakindustrie schafft es ja nicht einen klaren Geschindigkeitsmasstab zu schaffen (nicht mal das Bootsvolumen wird einheitlich gemessen) - somit würde ich die Boote auf der gleichen Strecke testen und nach meinem Eindruck (ev. unterstützt um die Uhr) gehen.

  18. TP seit 2005

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    wadi aus Niederneukirchen18.06.15 20:26

    Optimale Beladung eines Seeekajaks erlernt man mit mehreren Ausfahrten.
    Zelt, Unterlage, Schlafsack, Wäsche, Küche, ..... 
    aber das meiste Gewicht hat der Paddler selbst 
    und da ist das Wichtigste: DER SITZ!
    Der Trimm ist auch wichtig, sodass Bug und Heck gleich vorstehen ( ungleich holt der Seitenwind, aber Seitenwind ist auf Flüssen selten )
    Viel Freude in der Natur,
    lG
    Stefan

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