Diskussion »seekajak kauf: Laminat oder PE?«

Diskussion »seekajak kauf: Laminat oder PE?«
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  1. TP seit 2011

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    hallo
    ich bin seit 2 jahren in einem PE Einsteiger seekajak unterwegs (Robson Titris 16), und will es mir jetzt verbessern. einerseits ein  boot mit besseren fahreigenschaften und besseren Maßen für meinen Körper, aber wenn es das leichter gäbe würde ich mich auch freuen. was ich an PE so schätze ist, dass man nicht so aufpassen muss. Aber selbst wenn man aufpasst: kratzer passieren schnell. beim reinlassen von einer Mole, beim fahren in eine Küstenhöhle, beim rausziehen auf einen Felsen in den Schären, in Kroatien sowieso.....
    Mich würde interessieren, wie die praktischen Erfahrungen von Leuten aussehen, die ihr Boot nicht nur auf Seen mit Grasufern verwenden. sind laminatboote wirklich so anfällig? sind die schäden nur optisch (kratzer), oder geht das sehr schnell an die substanz. kann man das leicht ausbessern oder ist das aufwendig (v.a. wenn man handwerklich nicht geschickt ist...). vom geld mag ich jetzt nicht reden, mir geht es im moment nur um echte gemachte erfahrungen. (obwohl es ein kevlar/carbon boot doch nicht werden wird).
    ich wäre für erfahrungen sehr dankbar
    gruß
    johannes

  2. TP seit 2012

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    Rudi76 aus Abensberg06.08.15 09:36

    Servus
    Der Robson ist ein gutes Boot. Ich weiss ja nicht was du normal paddlst, aber mit dem Robson kommt man schon gut voran.
    Meine Meinung zum Material:
    PE u. HTP unempfindlich und schwer, nicht sooo steif wie Laminat.
    Für Tourenpaddler mit viel Gepäck erste Wahl.
    Laminate (GfK, Diolen, Kevlar, Carbon) in erster Linie sehr steif. Laminatkajaks werden meißtens auf Gewicht getrimmt, was sie empfindlich macht. Also die Kajaks sind steif und leicht, reagieren schneller. Schneller zu beschleunigen und manövrieren. Beim Tragen und Heben besser.
    Zur Empfindlichkeit:
    Bei PE und HTP keine Fragen offen..
    Laminate, also ich hab z.B. einen Yukon E (Aramid Kevlar/Carbon) und ein Double Dutch Millenium (Aramid Kevlar/Carbon).
    Das Yukon ist empfindlich, man sieht jede kleinste Berührung, es kommt einen vor als wäre es zerbrechlich. 
    Der Millenium kommt wir Kugelsicher vor, dieses Aramid ist schlagzäh und steif. Wenn du über einen Stein in voller Fahrt touchierst sieht man fast nix. 
    Laminat ist nicht gleich Laminat, der Yukon sieht super aus, glänzende Farben, der Millenium ist seltsam seidenmatt. Ich denke der Millenium ist mit  so ein Vakuum/Injektionsverfahren gebaut worden, der Prijon nicht.
    Prinzipiell muss man wissen auf was man Wert legt und für was man Geld ausgeben will. Für Gewichtsersparnix und performance.
    Man kann sich ja mal einen kleinen Vergleich aufstellen:
    Relativ gleiche Kajaks in allen Ausführungen, was sie kosten und was Gewichtsunterschied ist.
    z.B. deins:
    PE Robson 5m mit Ausstattung 27kg kostet 1200.-
    GFK Prijon 5m mit Ausstattung 20,5kg kostet 1650.-
    Aramid " 19kg 2370.-
    Aramid (injekt.)  " 17 kg 3600.-
    Gewichtsersparnis von 1,5 kg von GfK auf Aramid für 700€.
    von Aramid auf Aramid(injekt.) 2 kg für 1200€. 
    Das wären von GfK auf Injekt. 1900€ für 3,5 kg.
    Hmmm.... vielleicht erst mal ein leichtes Paddel kaufen, das hebt und bewegt man öfters als ein Kajak... warum soll es bei Paddeln anders sein als bei Fahrrädern?
    Rudi

  3. TP seit 2006

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    Hallo Johannes
    Ich bin ein totaler Gegner dieser Tupper Schüsseln, fahre selbst ein Carbon Schiff mit ein bisschen Kevlar (ein Schiff ohne Steuer mit 15kg, und das Schiff mit Steuer 17 kg). Im Urlaub fahre ich überwiegend in Kroatien, also Stein und Felsstrand, dieses Jahr bin ich von Istrien (Medulin) nach Unije gepaddelt, das hätte ich mit einem PE Boot sicher nicht gemacht. Der Ein und Ausstieg funktioniert irgendwie immer, auch an einem Felsstrand, und wenn es wieder Kratzer gibt, was solls, ausserdem ist ein Carbon oder Kevlar Schiff so leicht zu reparieren wie kein anderes, besonders ein Vollcarbon Schiff, selbst ein Loch ist in 10 min wieder zu. Dazu brauchst du nur Uhu Plus Sofortfest, oder wenn du mehr Zeit hast Uhu Plus Endfest, ein Paar Fleckchen Kohlefaser oder Kevlar und ein Schleifpapier. Denn warum Gewicht mit sich rumschleppen wenn es auch anders geht.
    MFG Manne

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  4. TP seit 2006

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    Event RE: RE: RE: seekajak kauf: Laminat oder PE?

  5. TP seit 2012

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    Gewicht sollte nicht das ausschlaggebende Argument bei einem Seekajak sein. Da der Rumpf an sich nur einen Teil des Gewichts ausmacht, An- und Einbauten (Sitz, Leinen, Lukendeckel etc.) hingegen gleich bleiben, ist der "Gewinn" beim Gesamtpaket recht gering. Seekajaks in Carbon werden laut einem Hersteller, mit dem ich darüber mal gesprochen habe, meist von älteren Paddlern gekauft, denen es um jedes Kilo beim aufladen aufs Dach geht.
    Kratzer sind eben Kratzer und reissen meist das Gelcoat auf. Das ist hässlich, aber genau so gedacht. Das Gelcoat soll das Laminat aus Faser und Harz schützen ... und meist tut es das auch. Kratzer sind also ein kosmetisches Problem, Risse hingegen - durch die sich Wasser in die Fasern infiltrieren kann - sind höchst gefährlich und kommen bei guten Herstellern eher selten vor.
    Ich bin nach zwei PE Seekajaks auf GFK/Diolen umgestiegen, meine Frau hat sich auch ihr viertes Seekajak wieder aus PE ausgesucht. Sie überlässt das Aufladen mir (so sind die Damen ...) und will kein empfindliches Boot. Da wir hier im Revier oft Stein/Kieselstrände haben, empfindet sie die Möglichkeit auch mit der Welle auf den Strand zu knallen als grossen Vorteil. Den "Zirkus" im knietiefen Wasser auszusteigen, will sie sich nicht antun.
    In der Praxis spielt das Material kaum eine Rolle. Da man auf See selten an die Leistungsgrenze geht (schliesslich muss man mit den Kräften haushalten, damit man die 20, 30 oder 40 km am Tag schafft), gibt es keinen Geschwindigkeitsvorteil. In unserer Gruppe fährt ein gefährlich schneller Perception Essence 17 so ziemlich Allen weg, ein P&H Quest in Carbon/Aramid paddelt regelmässig hinterher. Das liegt weniger an den Booten, sondern nur an den Paddlern. 
    In meinem Fall war GFK "haben wollen" - einen praktischen Vorteil habe ich daraus kaum. Aber der Kahn sieht eben klasse aus ....

  6. TP seit 2013

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    Martin206 aus Georgensgmünd17.08.15 08:29

    Ich hab für mein 1. Seekajak Prilite (warm geformte ABS-Platten) gewählt (Prijon Marlin).
    War nun mit Freunden unterwegs an Korsikas Küsten und der Marlin schaut ganz schön mitgenommen aus (1 Woche - nicht wirklich viel gepaddelt).
    Der von der Form her etwa gleiche (ein paar Kanten am Boden weniger) Prijon Seayak 520 (HTP) lief genauso. Kein Unterschied bei ruhigem Wasser oder Wellen.
    Der Marlin ist ein paar Kilo leichter (auf Dach heben), kostet das gleiche und hält wohl nicht halb so lange wie ein HTP-Boot, läßt sich auch wenig gut reparieren.
    Mir wird der Marlin trotzdem die nächsten 10 Jahre ausreichen ...was danach ist?
    Wer aber mehr mit dem Seekajak unterwegs ist, sollte meiner Ansicht nach HTP/PE wählen oder wenn es tatsächl. aufs Gewicht ankommt die obigen Ratschläge bzgl. Material genau studieren - von Prilite rate ich denen ab.

  7. TP seit 2011

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    hallo und vielen dank für die tips!!
    ich habe mich mitlerweile entschieden, und muss gestehen, dass es mir die kosten natürlich leichter gemacht haben: ich habe mir ein Valley Etain gegönnt, und das in PE. ich wollte nach längerem testen unbedingt dieses boot haben, und in GFK Ausführung wäre das (v.a. mit dem momentanen Pfund Umrechnungskurs) für mich im moment nicht leistbar gewesen. ich bin vollkommen besgeistert von diesem boot, und habe mir natürlich bereits die ersten kratzer reingezogen.... vom handling her bin ich daher auch im moment mit PE zufriedener, da ich da nicht wie ein haftelmacher aufpassen muss, und auch einen trockenen einstieg machen kann (siehe dame von oben), was vor allem jetzt im herbst angenehm ist. (es ist für ein Pe boot nicht so schwer). außerdem hat meine freundin auch ein PE boot, und wenn ich da auf einmal mit einem GFK daher komme....
    für die zeit später.... kann ich mir allerdings auf jeden fall ein Laminatboot vorstellen, da es da ja wirklich auf jeden kilo ankommen wird. (das, was der bauch zunimmt, muss das boot abnehmen...)aber ein bisschen zeit zum ansparen habe ich ja noch bis dahin.....
    ahoi
    johannes

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    Event RE: RE: RE: seekajak kauf: Laminat oder PE?

  8. Regula Salvisberg08.09.16 10:39

    Hallo
    Wir gehen beide auf die 60 zu und möchten mit einem offenen, möglichst flachen kajak beginnen. Wir sind nicht mehr so gelenkig. Mit was beginnen wir am Besten? Welches Material? Vielen Dank für Ihre Antworten.

  9. TP seit 2013

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    Martin206 aus Georgensgmünd09.09.16 22:55

    Geht es hier um ein Seekajak? ...das macht "offen" wohl wenig Sinn, bzw. nennt sich dann "Sit-on-Top" ...ähnelt dann eher eine Kreuzung aus Surfbrett und Wanderkajak.

    Was wollt Ihr fahren? Meer? Ordentlich große Seen? Flüsse? Lange Touren oder nur stundenweise?

    Welche Erfahrungen mit Paddeln, Wassersport, etc. bestehen schon?

    Macht es einen Unterschied ob es 20 oder 23kg wiegt?

    ...

  10. TP seit 2013

    191 Posts

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    Martin206 aus Georgensgmünd09.09.16 22:55

    (Doppelposting und Löschfunktion geht nicht.)

  11. Regula Salvisberg10.09.16 13:12

    Sorry, ich habe keine Übung mich in Foren zu bewegen. Herzlichen Dank, sie haben mir sehr geholfen. Jetzt weiss ich was ich will : ein Wanderkajak. Wir möchten nur stundenweise auf den See, evtl. Ruhiger Fluss. Erfahrungen haben wir keine. Das Kajak sollte leicht aber stabil sein. Aber nicht aufblasbar. Herzlichen Dank. Regula

  12. TP seit 2013

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    Martin206 aus Georgensgmünd10.09.16 14:39

    Da würde ich zu einem Gebrauchtboot raten (jetzt dann im Herbst günstig zu bekommen),

    und/oder

    zum Besuch eines Paddel-Testivals in 2017 ...wo man versch. Bootstypen ausprobieren kann ...was einem liegt, locker zu fahren ist, wie schwer das jew. Boot ist, usw.

    Einfach mal nach "Kanu Testival" im Web suchen, es gibt je eins im Mai in Markkleeberg, am Altmühlsee und am Bodensee, im Juli in Oberschleißheim und ggf. noch ein paar weitere regional verstreut.

    Bei den meisten Läden mit guter Beratung kann man auch das ein oder andere Boot probepaddeln ...und beim Gebrauchtkauf rate ich auch dazu es zumind. mal (selbst) ins Wasser zu lassen und ein paarhundert Meter zu paddeln.

    Viel Spaß und Erfolgt bei der Suche!
    -Martin-

  13. Regula Salvisberg10.09.16 17:46

    Sorry, wenn ich wieder falsch gedrückt habe, aber ich kann nur den Text schreiben, dann geht nichts mehr. Werde mich zu gegebener Zeit an deine Tipps halten. Vielen Dank für das Gespräch. Regula