Diskussion »Anmerkungen zu KW Projekten in Osttirol / Netzwerk Wasser Osttirol«

Diskussion »Anmerkungen zu KW Projekten in Osttirol / Netzwerk Wasser Osttirol«
Bewertung der Diskussion:
  1. TP seit 2005

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    nachhaltigen Tourismus des Villgratentales darstellt, würde durch die Ausleitung dieser Bäche entscheidend entwertet.
    Inzwischen hat ein energiewirtschaftliches Fachgutachten festgestellt, dass im Wasserrechtsbescheid der Tiroler Landesregierung eine viel höhere Stromausbeute genannt wird als nach den hydrologischen Daten möglich ist. Das Vorhaben ist betriebswirtschaftlich absolut unrentabel.
    Umweltdachverband und Oesterreichischer Alpenverein appellierten daher an LH Platter und BM Berlakovich, dass die Kraftwerkspläne in Innervillgraten sofort zu stoppen seien ( vgl. www.wasser-osttirol.at/netzwerk.php?Sel=1723 )
     
    Größere Kraftwerksprojekte gibt es im Einzugsbereich der Isel, alle Hauptgewässer der Nationalpark-Region sind davon betroffen. Dadurch droht ein massiver Glaubwürdigkeitsverlust für die Nationalparkregion in Osttirol (vgl. www.wasser-osttirol.at/netzwerk.php?Sel=1672)
     
    Die Gemeinde Kals will bis auf ein kleines Alibistück unterhalb von Kals den letzten größeren Bereich des Kalserbaches ableiten, der noch frei fließt. Gleich unterhalb der Aufweitungstrecke bei Unterlesach soll das Wasser des Kalserbaches gefasst und erst unmittelbar an der bestehenden Ableitung des TIWAG-Kraftwerkes Kalserbach abgearbeitet werden.
    Im Defereggental betreiben die Gemeinden St. Veit und Hopfgarten ein neues Kraftwerksvorhaben an der Schwarzach und erhoffen sich davon Einnahmen; auch St. Jakob möchte dabei sein.
    Die geplante Ausleitungsstrecke (abwärts von der Brücke an der Auffahrt nach Veit ) beträfe eine natürliche und ökologisch besonders wertvolle Aufweitungsstrecke der Schwarzach - ein weiterer empfindlicher Verlust an Naturbereichen im anderweitig schon stark genützten Dauersiedlungsraum.
    Am Projekt Tauernbachkraftwerk wird weiter geplant. Die „Projektgruppe Naturerbe Prosseggklamm“ hat mit ihrer Arbeit einen bedeutenden Erfolg erzielt: Die Zusage, dass die Prosseggklamm von Kraftwerkseingriffen freibleiben werde. Inzwischen hat die Projektgruppe weitere Vorarbeiten zur Öffnung dieser eindrucksvollen Klamm in Matrei geleistet.
    Als Ersatz für das in der Prosseggklamm nicht genutzte Wasser des Tauernbaches wurde von BM Köll die Ableitung des Frosnitzbaches vorgeschlagen. Gerade das Frosnitztal ist aber mit seinem völlig unveränderten Gewässerlauf ein naturräumlich besonders hochwertiges Tal unseres Bezirkes, zu dem es alpenweit kaum ein gleichwertiges Gegenstück gibt. Entschiedene Proteste ließen es um diese Vorstellung wieder ruhig werden.

    Das weitaus größte Kraftwerksvorhaben aber betrifft den Herzfluss Osttirols selbst, die Isel.
    Die Bürgermeister von Virgen und Prägraten beabsichtigen einen gravierenden Anschlag auf die Isel; das Projekt sollte bis zur Beschlussfassung des Kriterienkataloges geheim bleiben. Die Planung wurde nämlich von jenem Planungsunternehmen betrieben, welches federführend an der Erstellung des Kriterienkataloges beteiligt war.
    Geplant ist eine Ausleitung im gesamten Siedlungsgebiet des Virgentales, inmitten der Nationalparkregion Hohe Tauern.
    Von einem Tagesspeicher gleich unterhalb von Streden soll ein Gutteil des Iselwassers durch einen sonnseitigen Stollen bis nach Mitteldorf geleitet werden und dort in einem Krafthaus am Beginn der Talverebnung des Matreier Beckens über Turbinen geschickt werden. Den beiden Gemeinden werden laufende Gewinne aus ihren Anteilen in Aussicht gestellt; die Beteiligung am 140 Mio Euro-Projekt soll je Gemeinde 12,5 % betragen. Der Hauptinvestor wäre ein auswärtiges Großunternehmen.
    Das "Kraftwerk Virgental" wäre genauso ein Sommerkraftwerk wie das Tauerntal-Projekt: Beide Gletscherabflüsse führen im Winter nahezu kein Wasser; die Turbinen stünden den größten Teil des Tages still  – also ein stromwirtschaftlich ausgesprochen widersinniges Kraftwerk, in Zeiten höchsten Strombedarfes Minimalleistung oder sogar Stillstand (vgl. www.wasser-osttirol.at/netzwerk.php?Sel=1350 )

  2. TP seit 2007

    288 Posts

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    Es ist frustrierend - solange es Leute gibt, die glauben, dass das Gras aus der Steckdose wächst wenn Strom mit vermeintlichen "alternativen (ökologischen???) Energien" produziert wird, dann sieht es ziemlich dunkel aus.
    www.tchibo.de/Oekostrom-Gas-Nachhaltige-Energie-zum-Tchibo-Tarif-c400001066.html
    und wenn man sich die Lage global anschaut - ich hatte gerade zwei Tage das Vergnügen in China zu sein - dann wird´s noch dunkler....
    Alles was wir hier auf dieser Kugel machen hat auch eine Auswirkung auf sie - es hilft nix. Das Bewusstsein hierüber versuche ich wenigstens meinen Kindern bei zu bringen.
    Andi