Diskussion »Cannobino Update«

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  1. TP seit 2007

    19 Posts

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    Hi zusammen,
    nach dem tödlichen Unfall im letzten Jahr gibt es um den Cannobino ja einige Gerüchte insbesondere zur Tragbarkeit der letzten Stellen.
    Wir sind ihn an Himmelfahrt bei einem eher niedrigen Pegel gefahren, um uns das ganze vor Ort selbst anzuschauen. Beschreibung des Pegels ist schwierig, da Online nur Referenzpegel vorhanden sind. Meine letzte Befahrung (bei deutlich mehr Wasser) liegt einige Jahre zurück, so dass ich nur noch bedingt Vergleiche anstellen konnte. Wir haben vorab freundlich im Restaurant gefragt, ob wir von den dortigen Sitzplätzen einen Blick auf die letzte Stelle werfen können, diese ist von der Kirche aus nicht richtig einsehbar. (Falls das noch jemand vorhat, bitte nicht mit einer großen Gruppe auftauchen sondern am besten mit max. 2 Leute anschauen lassen. Ohne die Zustimmung des Restaurants wäre eine Besichtigung nicht mehr möglich!!
    Bei unserem Wasserstand war klar, dass ein Umtragen, ggf. auch Fahren dieser Kombination orographisch links möglich ist. Aus der Ferne sah es leicht aus, vor Ort mussten wir feststellen, dass doch mehr Druck drauf war, als erwartet. Wenn beim Anschauen ein Umtragen bereits schwierig erscheint, würde ich nicht mehr einbooten; der Siphon rechts ist tödlich!!

    Zum Bach:

    Es liegen derzeit 2 Bäume an unkritischen Stellen quer, die bei unserem Wasser unterfahren werden konnten. Auch bei mehr Wasser sollten diese keine gravierenden Probleme bieten (Astfrei!), andernfalls hat man auf dem Bach vermutlich eh nichts verloren (ohne das herablassend zu meinen)

    Die berühmt berüchtigte Zwangspassage im letzten Drittel hat sich nicht verändert, das Kehrwasser ist immer noch recht unruhig ;-) Der Baum, der einige Zeit in der kurz darauf folgenden Stufe rechtsseitig lag, ist nicht mehr drin.

    Insgesamt ist es alles bis auf die letzten drei Stellen relativ fair, diese haben es aber in sich. Die dritt-letzte Stelle (durch Felsblock in Flussmitte geteilte Stufe über den ganzen Bach) nach einer längeren und ruhigen Klamm weist links einen nicht sofort sichtbaren Spihon auf, in dem 80% des Wasser dieser Seite verschwindet. Rechts fahren ist bedingt möglich. Hinter der ein Meter hohen Stufe/Rutsche ist ein großer Stein, den man mit ziemlicher Sicherheit treffen würde. Uns war das Verletzungsrisiko zu hoch, so daß wir angeleint vor dem Siphon auf einen (nicht rutschigen!) Stein einen Schwimmer abgesetzt haben, der anschließend die Boote in Empfang genommen hat. Anschließend Felsenstart ins Unterwasser.

    Die zweitletzte Stelle ist rechtsseitig eine Stufen/Rutschen Kombination mit fiesem Siphon. Flusslinks und mittig befindet sich ein haushoher Granitstein mit wenig Haltmöglichkeiten. Daher ist die Stelle kaum umtragbar! Derzeit befinden sich glücklicherweise ganz links mehrere große Bäume, die unter Wasser verkeilt unter dem Stein liegen. Über diese ist ein Umklettern derzeit aufwändig, aber möglich. Ich gehe davon aus, dass diese Bäume noch lange dort sein werden, erst ein massives Hochwasser dürfte daran etwas ändern können. Ohne die Bäume wird aus der Stelle eine Zwangspassage mit sehr hohem Gefährdungspotential.

    Ich hoffe, hiermit ein vernünftiges Bild skizziert zu haben. Fotos habe ich leider keine relevanten, da der Akku kurz vor ;-) den fiesen Sachen die Grätsche gemacht hat.

    Es ist ein sehr schöner Fluss, das letzte Drittel ist aber definitiv nicht ohne. Stay safe!